Computer-Graphikenfür das Management

NEUE ENTWICKLUNGEN BEI HARDWARE UND SOFTWARE MACHEN DIE EDV NOCH VIELSEITIGER:

HBM 1/1981


HI­RO­TA­KA TA­KEU­CHI ist As­sis­tenz­pro­fes­sor für Ma­na­ge­ment­wis­sen­schaf­ten an der Har­vard Busi­ness School. AL­LAN H. SCHMIDT ist lei­ten­der Di­rek­tor des La­bo­ra­to­ry for Com­pu­ter Gra­phics and Spa­ti­al Ana­ly­sis, das der Har­vard Gra­dua­te School of De­sign an­ge­schlos­sen ist.

Bei sei­ner Un­ter­su­chung der Fra­ge, was Ma­na­ger in Aus­übung ih­res Be­rufs tat­säch­lich tun, kam Hen­ry Mintz­berg auf­grund sei­ner Be­ob­ach­tun­gen zu fol­gen­der Er­kennt­nis: „Wäh­rend mei­ner Un­ter­su­chun­gen wur­de ich im­mer wie­der von der Tat­sa­che über­rascht, daß die von mir be­ob­ach­te­ten Füh­rungs­kräf­te - wo­bei es sich aus­nahms­los um höchst kom­pe­tente Per­sön­lich­kei­ten han­del­te - grund­sätz­lich kein Un­ter­schei­dungs­merk­mal zu ih­ren Kol­le­gen auf­wie­sen, die vor hun­dert oder von mir aus auch vor tau­send Jah­ren in glei­cher Po­si­ti­on tä­tig ge­we­sen sein mö­gen. Zwar ist ihr In­for­ma­ti­ons­be­darf heu­te an­ders ge­wor­den, Ma­na­ger de­cken ihn aber im­mer noch nach der­sel­ben Me­tho­de: Sie ver­las­sen sich auf die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Worten.“1) Heu­te, da Com­pu­ter-Gra­phi­ken in der Wirt­schaft zu­neh­mend ein­ge­setzt wer­den, ist der Wahr­heits­ge­halt die­ser Aus­sa­ge nicht mehr ganz zu­tref­fend, denn es gibt be­reits et­li­che Ma­na­ger, die sich ihre In­for­ma­tio­nen aus Bil­dern be­schaf­fen. Die Com­pu­ter-Gra­phi­ken sind zwar schon seit zehn Jah­ren be­kannt, aber die meis­ten Un­ter­neh­men scheu­ten den be­trächt­li­chen Zeit­auf­wand und die In­ves­ti­ti­on, die er­for­der­lich ge­we­sen wä­ren, um die neue Tech­no­lo­gie nutz­brin­gend ein­set­zen zu können.2) In jüngs­ter Zeit hat sich die­ses Bild je­doch ge­wan­delt: An­ge­sichts sin­ken­der Hard­wa­re- und Soft­wa­re-Kos­ten und der Grün­dung neu­er Dienst­leis­tungs­fir­men, die Com­pu­ter-Gra­phi­ken kom­mer­zi­ell an­bie­ten oder er­stel­len hel­fen, hat eine zu­neh­men­de An­zahl von Un­ter­neh­men ih­ren Wert er­kannt. Da­her wird die Zahl der Ma­na­ger, die Com­pu­ter-Gra­phi­ken ein­set­zen, um bes­se­re Ent­schei­dun­gen zu fäl­len, im­mer grö­ßer. (Vor ei­nem Jahr­zehnt wa­ren es nur In­ge­nieu­re, die sich gra­phi­scher Aus­dru­cke für wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­te An­wen­dun­gen be­dien­ten.) Com­pu­ter-Gra­phi­ken sind ge­eig­net, be­stimm­te Ma­na­ge­ment­wün­sche zu er­fül­len, die bis­her of­fen ge­blie­ben sind. Da sie stän­dig über­las­tet sind so­wie un­ter Ent­schei­dungs­druck ste­hen, wür­den es die meis­ten Ma­na­ger frag­los be­vor­zu­gen, wenn sie ih­ren In­for­ma­ti­ons­be­darf durch einen ein­zi­gen Blick auf eine Zeich­nung de­cken könn­ten, statt Sta­pel von Com­pu­ter-Aus­dru­cken, die sich auf ih­rem Schreib­tisch tür­men, durch­ar­bei­ten zu müs­sen. Für die­se Ma­na­ger ist eine Com­pu­ter-Gra­phik eben­so­viel wert wie tau­send Aus­dru­cke. We­ni­ger zah­le­n­ori­en­tier­te Ma­na­ger wür­den sich glück­lich schät­zen, eine in Ta­bel­len­form aus­ge­druck­te Com­pu­ter-Sta­tis­tik ge­gen eine gra­phi­sche Dar­stel­lung ein­tau­schen zu kön­nen. Ma­na­ger, die so den­ken, se­hen in der Ein­fach­heit eine be­son­de­re Tu­gend. Aber auch eher wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­te Ma­na­ger, die eine gan­ze Rei­he kri­ti­scher Erfolgsfaktoren3) ana­ly­sie­ren, wür­den höchst­wahr­schein­lich eine große Ent­las­tung dar­in se­hen, wenn sie ihre sorg­sam er­ar­bei­te­ten Glei­chun­gen durch vi­su­el­le Dar­stel­lun­gen auf Ba­sis der Ori­gi­nal­da­ten er­gän­zen könn­ten. Für die­se Ma­na­ger wie auch ihre Vor­ge­setz­ten könn­te gel­ten: Se­hen heißt glau­ben. Die Tech­no­lo­gie der Com­pu­ter-Gra­phik kann in zwei­er­lei Hin­sicht von Nut­zen sein. Ers­tens spart sie eine der be­gehr­tes­ten Ma­na­ge­ment-Res­sour­cen - Zeit. Zeit­ge­win­ne wer­den rea­li­siert, weil (a) Da­ten­ma­te­ri­al schnel­ler in­ter­pre­tiert wird, (b) kom­ple­xe Er­kennt­nis­se an­de­ren schnel­ler mit­ge­teilt wer­den kön­nen und (c) die Er­stel­lung ei­nes ab­schlie­ßen­den Be­richts we­ni­ger Zeit be­an­sprucht. Da jede für die Da­ten­ver­ar­bei­tung auf­ge­wende­te Zeit grund­sätz­lich un­pro­duk­tiv ist, kön­nen Ma­na­ger Zeit, die sie hier ein­spa­ren, an­de­ren, pro­duk­ti­ver­en Funk­tio­nen zu­füh­ren. Zwei­tens kön­nen Com­pu­ter-Gra­phi­ken dem Ma­na­ger da­bei hel­fen, eine sei­ner we­sent­li­chen Funk­tio­nen ef­fi­zi­en­ter wahr­zu­neh­men - Ent­schei­dun­gen zu fäl­len. Die qua­li­ta­ti­ve Ver­bes­se­rung im Ent­schei­dungs­pro­zeß kommt da­durch zu­stan­de, daß (a) vi­su­el­le In­for­ma­ti­on leich­ter und schnel­ler ver­ar­bei­tet wer­den kann, so daß Ma­na­ger in­ner­halb ei­nes be­stimm­ten Zeit­raums re­le­van­te Ent­schei­dungs­da­ten in grö­ße­rem Um­fang sam­meln kön­nen, (b) Trends oder Nor­m­ab­wei­chun­gen durch Gra­phi­ken leich­ter dar­zu­stel­len sind, so daß Ma­na­ger bes­se­re Mög­lich­kei­ten ha­ben, Trends be­zie­hungs­wei­se Ab­wei­chun­gen von der Norm zu er­ken­nen, (c) die au­ßer­or­dent­lich kur­z­en Ant­wort­zei­ten des Com­pu­ter-Gra­phik-Sys­tems über Wech­sel­be­zie­hun­gen Ma­na­ger in die Lage ver­set­zen, Fra­gen wie „Was wäre, wenn ...?“ zu stel­len, de­ren Be­ant­wor­tung ei­ner­seits nicht mit dem Schuld­ge­fühl er­kauft wer­den muß, daß noch an­de­re zu Rate ge­zo­gen wer­den müß­ten, und die es an­de­rer­seits dem Ma­na­ger er­mög­li­chen, in re­la­tiv kur­z­er Zeit meh­re­re Even­tu­al­plä­ne zu prü­fen. Die­se aus­führ­li­che­ren, ex­ak­teren und auch Even­tua­li­tä­ten stär­ker be­rück­sich­ti­gen­den In­for­ma­tio­nen re­du­zie­ren die na­he­zu je­dem Ent­schei­dungs­pro­zeß an­haf­ten­den Un­si­cher­heits­fak­to­ren. In die­sem Bei­trag sol­len zu­nächst ei­ni­ge prak­ti­sche An­wen­dungs­bei­spie­le vor­ge­stellt wer­den, die für Un­ter­neh­men von In­ter­es­se sind. Wir prä­sen­tie­ren zwei wis­sen­schaft­li­che und meh­re­re mar­ke­tin­g­ori­en­tier­te An­wen­dun­gen. Nach­dem wir auf die­se Art und Wei­se die Leis­tungs­fä­hig­keit von Com­pu­ter-Gra­phi­ken un­ter Be­weis ge­stellt ha­ben, wer­den wir kurz be­schrei­ben, wie das Sys­tem funk­tio­niert. Da­bei stel­len wir die drei Grund­vor­aus­set­zun­gen für den Ein­satz die­ses Sys­tems dar - Hard­wa­re, Da­ten­ban­ken und Soft­wa­re. Dar­an an­schlie­ßend ge­hen wir auf drei grund­sätz­li­che Op­tio­nen ein, die Ma­na­gern bei die­sen Grund­vor­aus­set­zun­gen of­fen­ste­hen, so daß eine ein­fa­che Kos­ten- Nut­zen-Ana­ly­se durch­ge­führt wer­den kann. Un­ser Bei­trag schließt mit ei­nem kur­z­en Aus­blick auf die Mög­lich­kei­ten, die sich für den prak­ti­schen Ein­satz von Com­pu­ter-Gra­phi­ken ab­zeich­nen. Grund­sätz­lich ver­fol­gen wir mit die­sem Bei­trag aber das Ziel, eine grö­ße­re Zahl von Ma­na­gern an die­se Tech­no­lo­gie her­an­zu­füh­ren, die heu­te ohne wei­te­res er­hält­lich ist. Die Her­aus­for­de­rung für den Ma­na­ger ist, selbst zu be­ur­tei­len, ob er das Werk­zeug Com­pu­ter-Gra­phik zur Stei­ge­rung der ei­ge­nen Pro­duk­ti­vi­tät und Ef­fek­ti­vi­tät ein­set­zen kann.
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