Stabil und doch flexibel

PRODUKTORDNUNGSSYSTEME:

HBM Februar 2004

Un­ter­neh­men ge­ra­ten leicht in eine Kom­ple­xi­täts­fal­le: Um den im­mer un­ter­schied­li­che­ren Kun­den­wün­schen ge­recht zu wer­den, er­höht das Ma­na­ge­ment die Zahl der an­ge­bo­te­nen Pro­dukt­va­ri­an­ten. Dies ver­grö­ßert die Viel­falt an Ein­zel­tei­len und Bau­grup­pen. Die kom­ple­xi­täts­ab­hän­gi­gen Kos­ten stei­gen.
Bei ei­nem großen Lkw-Her­stel­ler ver­dop­pel­te sich aus die­sem Grund bei ei­ner Pro­dukt­li­nie in­ner­halb von acht Jah­ren die Zahl der Bau­tei­le auf 120 000. Bei ge­schätz­ten Pfle­ge­kos­ten pro Teil von 2000 Euro pro Jahr er­ga­ben sich so­mit jähr­li­che Mehr­aus­ga­ben von 120 Mil­lio­nen Euro.
Um trotz­dem pro­fi­ta­bel zu blei­ben, ver­sucht die Un­ter­neh­mens­füh­rung in ei­nem sol­chen Fall meist, die stei­gen­den Kos­ten über die Prei­se auf die Kun­den ab­zu­wäl­zen. Auf­grund des star­ken Wett­be­wer­bs sin­ken dann die Ab­satz­zah­len. Die Pro­dukt­va­ri­an­ten sind zu­dem - we­nigs­tens zum Teil - aus­tausch­bar. Da­durch kan­ni­ba­li­sie­ren sie sich; die Stück­zah­len pro Va­ri­an­te sin­ken wei­ter. Das Ma­na­ge­ment kann den ur­sprüng­li­chen Ab­satz­plan nicht ein­hal­ten. Um­satz und Er­geb­nis sin­ken. Dies führt zu wei­te­rem Druck, die Pro­duk­te zu in­di­vi­dua­li­sie­ren, in der Hoff­nung, über das bes­se­re Er­fül­len der Kun­den­wün­sche die Ab­satz­zah­len wie­der er­hö­hen und hö­he­re Prei­se durch­set­zen zu kön­nen. Da­mit be­ginnt das Spiel von vorn.
Vie­le Ma­na­ger ver­su­chen, die Kom­ple­xi­tät durch kurz­fris­ti­ge Auf­räu­mak­tio­nen in den Griff zu be­kom­men. Das ge­lingt meist nicht, da sich lang­fris­ti­ge In­ves­ti­tio­nen in Pro­dukt­li­ni­en oder Ma­schi­nen nicht ohne wei­te­res rück­gän­gig ma­chen las­sen.
Wie­so schafft es etwa der dä­ni­sche Spiel­wa­ren­her­stel­ler Lego den­noch, sein Pro­dukt­pro­gramm über Jahr­zehn­te hin­weg sta­bil zu hal­ten und gleich­zei­tig Kun­den­be­dürf­nis­se ver­schie­dens­ter Art zu er­fül­len? Ein Weg ist die Ein­füh­rung ei­nes Pro­duk­t­ord­nungs­sys­tems. Es zielt dar­auf ab, die ge­gen­sätz­li­chen Be­dürf­nis­se nach Stan­dar­di­sie­rung und In­di­vi­dua­li­sie­rung so­wie Sta­bi­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät im Pro­dukt­pro­gramm zu ver­söh­nen. Solch ein Sys­tem beugt der Zu­nah­me der Kom­ple­xi­tät zu­ver­läs­sig vor. Es ist auch mehr als eine ein­fa­che Platt­form- oder Gleich­tei­le­stra­te­gie, die je­weils nur eine rei­ne Stan­dar­di­sie­rung zum Ziel hat.
Das Ord­nungs­sys­tem sorgt für hö­he­re Um­sät­ze bei nied­ri­ge­ren Kos­ten. Ver­kürz­te Durch­lauf­zei­ten in Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on er­mög­li­chen es den Un­ter­neh­men, sich schnel­ler auf die sich im­mer dy­na­mi­scher wan­deln­den Rah­men­be­din­gun­gen ein­zu­stel­len; der op­ti­ma­le Zeit­punkt für den Marktein­tritt ist leich­ter er­reich­bar. Zu­sätz­lich er­laubt das Sys­tem, Pro­duk­te über Aus­stat­tungs­ele­men­te, Leis­tung, Kon­for­mi­tät, Halt­bar­keit, Zu­ver­läs­sig­keit und Qua­li­tät, Re­pa­ra­tur­freund­lich­keit und De­sign stär­ker als zu­vor zu dif­fe­ren­zie­ren. Das Kon­zept schafft da­mit die Vor­aus­set­zun­gen da­für, dass ein Un­ter­neh­men auf den Wachs­tums­pfad zu­rück­kehrt und sei­nen Markt­an­teil ver­grö­ßert.
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