Die wahre New Economy

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HBM Januar 2004

Auf­stieg und Fall der New Eco­no­my um­gibt eine Aura des Mys­ti­schen. Die Di­men­sio­nen wa­ren atem­be­rau­bend, vie­le Trug­bil­der kur­sier­ten in der Com­mu­ni­ty. Die frei­ge­setz­ten Kräf­te schie­nen zu­gleich macht­voll und flüch­tig. Als die spe­ku­la­ti­ve Bla­se an­schwoll, hat­ten vie­le das Ge­fühl, die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie - und spe­zi­ell das In­ter­net - wer­de al­les ver­än­dern.
Heu­te liegt der Tech­no­lo­gie­sek­tor in Trüm­mern, und vie­le sind da­von über­zeugt, dass die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie gar nichts ver­än­dert hat. Na­tür­lich liegt die Wahr­heit ir­gend­wo da­zwi­schen. Aber wo? Was ist aus den gan­zen Neue­run­gen ge­wor­den? Ist die Pro­duk­ti­vi­tät wirk­lich ge­stie­gen? Wel­chen Ef­fekt hat­te die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie auf Un­ter­neh­men und ihre Wett­be­wer­bs­fä­hig­keit? Und die wich­tigs­te Fra­ge: Was kön­nen Ma­na­ger aus all dem ler­nen?
Mehr als zwei Jah­re lang hat das McKin­sey Glo­bal In­sti­tu­te in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, in Frank­reich und in Deutsch­land die Ent­wick­lung der Pro­duk­ti­vi­tät ge­mes­sen und un­ter­sucht, ob sie mit den In­ves­ti­tio­nen in die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie und de­ren Nut­zung zu­sam­men­hängt. Mei­ne Kol­le­gen und ich ha­ben eine große Men­ge em­pi­ri­scher Da­ten und Fall­stu­di­en in 20 Bran­chen ein­ge­hend un­ter­sucht: 8 in den USA und je­weils 6 in Frank­reich und Deutsch­land. Im Rah­men un­se­rer Un­ter­su­chung ha­ben wir nicht nur Da­ten über die Ren­di­ten in Un­ter­neh­men und Bran­chen ge­sam­melt und ana­ly­siert, son­dern auch aus­führ­li­che Ge­sprä­che mit Ma­na­gern in je­dem Sek­tor ge­führt.
Wir fan­den her­aus, dass in den 90er Jah­ren tat­säch­lich so et­was wie eine New Eco­no­my ent­stan­den ist. Sie un­ter­schei­det sich aber sehr stark von dem, was zu der frag­li­chen Zeit un­ter die­sem Schlag­wort dis­ku­tiert wur­de. Die Wur­zeln für die­se neue Wirt­schaft la­gen nicht im In­ter­net. Die New Eco­no­my ent­stand viel­mehr aus der In­ten­si­vie­rung des Wett­be­wer­bs und der dar­aus re­sul­tie­ren­den Flut von In­no­va­tio­nen im Ma­na­ge­ment. Die Rol­le der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie in der Welt der neu­en Wirt­schaft ist viel kom­pli­zier­ter als an­ge­nom­men. Die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie ist für die Ent­wick­lung von Bran­chen und ein­zel­nen Un­ter­neh­men sehr wich­tig, sie ist aber nicht die trei­ben­de Kraft. Un­se­re Un­ter­su­chung hilft da­bei, die jüngs­ten Ver­än­de­run­gen in der Wirt­schaft bes­ser zu ver­ste­hen, in­dem sie die wah­ren Trieb­fe­dern un­ter­neh­me­ri­schen Er­folgs auf­deckt. Sie zeigt Füh­rungs­kräf­ten von Un­ter­neh­men den Weg zu ei­nem ef­fek­ti­ven Ein­satz von In­ves­ti­tio­nen in die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie und von Ver­mö­gens­wer­ten.
Wann Fir­men pro­duk­tiv sind
Sie kön­nen aus den Sta­tis­ti­ken ab­le­sen, dass es in den spä­ten 90er Jah­ren dra­ma­ti­sche Ver­än­de­run­gen ge­ge­ben hat. Von 1973 bis 1994 war die Pro­duk­ti­vi­tät nur um ma­ge­re 1,4 Pro­zent ge­stie­gen. Zwi­schen 1995 und 1999 schoss sie plötz­lich auf 2,4 Pro­zent jähr­lich hoch. Und ob­wohl es der­zeit mit der Wirt­schaft nicht zum Bes­ten steht, be­wegt sich das Pro­duk­ti­vi­täts­wachs­tum im­mer noch auf die­sem ho­hen Ni­veau: Laut dem ame­ri­ka­ni­schen In­sti­tut für Wirt­schafts- und Ar­beits­markt­da­ten (Bu­reau of La­bor Sta­ti­stics) be­trug die Rate im Jahr 2000 2,9 Pro­zent, 2001 1,1 Pro­zent und 2002 4,8 Pro­zent.
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