Countdown zur Markt­wirt­schaft

STANDORTWAHL:

HBM Januar 2004

Aus gu­tem Grund weckt Chi­na star­kes In­ter­es­se bei Ge­schäfts­leu­ten. Nicht nur weil das Land so groß ist oder weil sei­ne Wirt­schaft als ein­zi­ge in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren deut­lich ge­wach­sen ist. Alle Au­gen rich­ten sich auf Chi­na, weil das Land die Wett­be­wer­bs­fä­hig­keit mul­ti­na­tio­na­ler Kon­zer­ne so stark be­ein­flusst: Welt­weit spü­ren Un­ter­neh­men, wie die nied­ri­gen Pro­duk­ti­ons­kos­ten in Chi­na das in­ter­na­tio­na­le Preis­ge­fü­ge be­ein­flus­sen. Ma­na­ger müs­sen des­halb über­le­gen, ob sie selbst in Fer­nost ak­tiv wer­den oder Han­dels­be­zie­hun­gen auf­bau­en.
Hin­ter der Fassa­de der un­ge­heu­ren Leis­tungs­fä­hig­keit Chinas ver­ber­gen sich sehr kom­ple­xe Struk­tu­ren: Das er­staun­li­che Wachs­tum des Lan­des und der ex­plo­die­ren­de Bin­nen­markt er­öff­nen zwar Rie­sen­chan­cen. Die ver­gleichs­wei­se vor­teil­haf­ten Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen ma­chen Chi­na zu ei­ner ver­lo­cken­den Ba­sis, um von dort aus in den Rest der Welt zu ex­por­tie­ren. Die­ses Wachs­tum tarnt aber auch eine Sys­tem­schwä­che. Un­ter­neh­men be­fin­den sich hier im Zen­trum ei­nes sich rasch ver­än­dern­den und hoch­ris­kan­ten Um­felds, das be­reits vie­le Ma­na­ger in ih­rem Stre­ben nach Ge­win­nen frus­triert hat.
Als die chi­ne­si­sche Re­gie­rung 1979 das Land zag­haft für Aus­land­sin­ves­ti­tio­nen öff­ne­te, schränk­ten zahl­rei­che Vor­schrif­ten die für Aus­län­der zu­ge­las­se­nen Stand­orte, Sek­to­ren und Be­tei­li­gungs­mög­lich­kei­ten stark ein. So wie sich die Be­stim­mun­gen in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten lo­cker­ten, wuchs das An­la­ge­ver­mö­gen der in­ter­na­tio­na­len Fir­men. Aber die wirk­lich große Ver­än­de­rung voll­zog sich erst in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, als Chi­na be­gann, sei­nen Ver­pflich­tun­gen im Zuge des Bei­tritts zur Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO) nach­zu­kom­men, und sich als die ein­zi­ge schnell wach­sen­de große Volks­wirt­schaft der Welt pro­fi­lier­te. Die Chan­cen, die Ri­si­ken und die Not­wen­dig­keit zu ver­ste­hen, wel­chen Platz Chi­na in­ner­halb ei­ner un­ter­neh­me­risch aus­ge­rich­te­ten Wett­be­wer­bss­tra­te­gie ein­neh­men soll­te, ha­ben eine neue Di­men­si­on er­reicht: Das Land wird dy­na­mi­scher, kom­ple­xer und für den Er­folg mul­ti­na­tio­na­ler Un­ter­neh­men wich­ti­ger als je zu­vor. Ob es ge­lingt, die Viel­schich­tig­keit die­ser Chan­cen und Ri­si­ken zu durch­drin­gen, kann über rie­si­ge Er­fol­ge und her­be Ent­täu­schun­gen ent­schei­den.
Ein er­staun­li­cher Re­kord
Was Chi­na seit Be­ginn der Re­for­men 1979 er­reicht hat, ist ver­blüf­fend. Die Leis­tungs­stär­ke des Lan­des hat in vie­ler­lei Hin­sicht zu­ge­nom­men. Das rea­le Brut­to­in­land­s­pro­dukt ist seit 1978 jähr­lich um durch­schnitt­lich 9 Pro­zent ge­wach­sen - ins­ge­samt also um etwa 700 Pro­zent. Im glei­chen Zeit­raum ist das Au­ßen­han­dels­vo­lu­men durch­schnitt­lich um fast 15 Pro­zent jähr­lich be­zie­hungs­wei­se mehr als 2700 Pro­zent in der Sum­me ge­wach­sen. Di­rek­tin­ves­ti­tio­nen ström­ten in das Land, vor al­lem wäh­rend der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re. 2002 lock­te Chi­na pro Jahr mehr aus­län­di­sches Ka­pi­tal an als die USA (Chi­na: 53,2 Mil­li­ar­den Dol­lar, USA: 52,7 Mil­li­ar­den Dol­lar).
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