Mit Worten und Taten Vertrauen schaffen

FÜHRUNG:

HBM Dezember 2003

Un­ter Top­ma­na­gern gab es in den 90ern eine gan­ze Rei­he von Stars, die sich nur zu gern von den Me­di­en be­ju­beln lie­ßen. Klaus Zum­win­kel hat nie da­zu­ge­hört. Ganz im Stil­len tausch­te er 1990 den Vor­stands­vor­sitz beim Ver­sand­haus Quel­le ge­gen die Spit­zen­po­si­ti­on bei der da­ma­li­gen Deut­schen Bun­des­post ein. Im Lau­fe der Jah­re hat er aus dem ehe­ma­li­gen Staats­kon­zern ein mo­der­nes Un­ter­neh­men ge­formt. Als die Deut­sche Post AG schließ­lich im Her­bst 2001 an die Bör­se ging, mach­ten die Gott­schalk-Brü­der die Ak­tie Gelb po­pu­lär. Zum­win­kel da­ge­gen blieb der Len­ker im Hin­ter­grund.
Da­bei be­deu­te­te die Ver­wand­lung der Post vom Staats- zum Pri­vat­un­ter­neh­men eine wah­re Her­ku­le­s­auf­ga­be. Der ehe­ma­li­ge McKin­sey-Mann muss­te un­ren­ta­ble Un­ter­neh­mens­tei­le um­bau­en oder ab­sto­ßen, neue, zu­kunfts­träch­ti­ge Ge­schäfts­fel­der er­schlie­ßen - und das mit ei­ner zum Teil we­nig fle­xiblen, ver­be­am­te­ten Be­leg­schaft. Be­harr­lich hat der Post-Chef - vie­len Wi­der­stän­den zum Trotz - an sei­nem Ziel fest­ge­hal­ten, die Deut­sche Post AG als glo­bal agie­ren­den Lo­gis­tik­kon­zern zu po­si­tio­nie­ren. Er ließ zahl­rei­che Mi­ni­fi­lia­len schlie­ßen und er­setz­te sie zum Teil durch pri­va­te Postshops. Vor al­lem im Be­reich Trans­port und Lo­gis­tik ist er auf große Ein­kaufstour ge­gan­gen. Mit mo­der­nen Dienst­leis­tun­gen bie­tet sein Un­ter­neh­men in­zwi­schen mäch­ti­gen Kon­kur­ren­ten wie Fe­dEx und UPS so­gar auf de­ren Hei­mat­märk­ten die Stirn.
Trotz die­ser ra­di­ka­len Ver­än­de­run­gen gab es im Un­ter­neh­men kei­nen Auf­ruhr und kei­ne Tu­mul­te. Zum­win­kel ist in­tern mehr als prä­sent. So ist der na­he­zu ge­räusch- und rei­bungs­lo­se per­so­nel­le Um­bau der Post vom ge­mäch­li­chen Staats­be­trieb zum leis­tungs­ori­en­tier­ten Pri­vat­un­ter­neh­men zu ei­nem gut Teil Zum­win­kels ex­trem gu­tem Draht zu den Ge­werk­schaf­ten zu ver­dan­ken. Auch die zahl­rei­chen Fir­men­käu­fe wa­ren stets ein­ver­nehm­li­che Akte, nie feind­li­che Über­nah­men. Stets blieb das alte Ma­na­ge­ment im Amt. Klaus Zum­win­kel ist zwar ein Mann der lei­sen Töne, den­noch geht er mit be­ein­dru­cken­der Zä­hig­keit und Be­harr­lich­keit zu Wer­ke. Dass er da­bei we­der von Füh­rungs­kräf­ten noch von Mit­ar­bei­tern Un­mög­li­ches er­war­tet, son­dern mit Au­gen­maß und Rea­li­täts­sinn agiert, hat das Ver­trau­en in den Vor­stands­chef der Post AG und da­mit sei­nen Rück­halt so­wohl im Un­ter­neh­men als auch beim wich­tigs­ten Groß­ak­tio­när, dem Bund, dau­er­haft ge­stärkt.

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