Gewappnet gegen das Böse

KRISENMANAGEMENT:

HBM Juli 2003

In den ver­gan­ge­nen 21 Mo­na­ten zwang die Häu­fung von Ter­ror­an­schlä­gen, Bi­lanz­s­kan­da­len und de­ren Fol­gen die Un­ter­neh- men, ihre Kri­sen­be­reit­schaft zu über­prü­fen. Wer Kri­sen­ma­na­ge­ment­plä­ne hat­te, kon­trol­lier­te sie und bau­te sie aus. Die Fir­men ana­ly­sier­ten die Ur­sa­chen je­der Ka­ta­stro­phe und Bei­na­he-Ka­ta­stro­phe, mit der sie in den ver­gan­ge­nen fünf bis zehn Jah­ren kon­fron­tiert wa­ren, be­rech­ne­ten die Kos­ten und ver­such­ten, das Ri­si­ko ei­ner Wie­der­ho­lung ein­zu­schät­zen. Doch ob­wohl das Ma­na­ge­ment vie­ler Fir­men da­bei schul­buch­mä­ßig vor­ging, blieb ein Rest von Un­si­cher­heit.
Das Kri­sen­ma­na­ge­ment, wie wir es ken­nen, er­füllt sei­nen Zweck nicht mehr. Es fehlt et­was Ent­schei­den­des: Die Fä­hig­keit, alle Ar­ten und Va­ri­an­ten mög­li­cher Kri­sen vor­her­zu­se­hen. Die meis­ten Ver­ant­wort­li­chen ent­wi­ckeln und ver­fei­nern Plä­ne nur für jene Ar­ten von Not­fäl­len, de­nen sie in der Ver­gan­gen­heit be­reits aus­ge­setzt wa­ren. Heu­te müss­ten sie je­doch mit grö­ße­rem Un­heil rech­nen, mit Ka­ta­stro­phen, de­nen sie noch nie be­geg­net sind. Sie müss­ten ei­gent­lich mit Be­dro­hun­gen rech­nen, die sie sich kaum vor­stel­len kön­nen. Die­se neu­en Schlach­ten schla­gen die meis­ten Fir­men mit al­ten Waf­fen.
Das Pro­blem ist weit ver­brei­tet. Wäh­rend der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re hat das Cen­ter for Cri­sis Ma­na­ge­ment der Uni­ver­si­ty of Southern Ca­li­for­nia re­gel­mä­ßig die Kri­sen­be­reit­schaft der 500 größ­ten ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­men („For­tu­ne“-500) un­ter­sucht. Die Mit­ar­bei­ter des Cen­ters be­such­ten sehr vie­le un­ter­schied­li­che Un­ter­neh­men, so­wohl aus dem öf­fent­li­chen als auch aus dem pri­va­ten Be­reich, und or­ga­ni­sier­ten Kri­sen-Au­dits. Au­ßer­dem führ­ten sie re­gel­mä­ßig Um­fra­gen durch. Die 20-Jah­res-Stu­die führt un­se­rer An­sicht nach zu wich­ti­gen all­ge­mei­nen Schluss­fol­ge­run­gen.
Kri­sen­fest oder stör­an­fäl­lig?
Wir teil­ten die Un­ter­neh­men in un­se­rer Stu­die in zwei große Ka­te­go­ri­en ein: kri­sen­fest (ak­tiv) und kri­sen­an­fäl­lig (re­ak­tiv). Kri­sen­an­fäl­li­ge Un­ter­neh­men be­rei­ten sich nur auf Un­heil vor, wie sie es schon ein­mal er­lit­ten ha­ben. Kri­sen­fes­te Un­ter­neh­men zeich­nen sich da­ge­gen durch Me­tho­den aus, mit de­nen mehr und un­ter­schied­li­che­re Not­fäl­le be­wäl­tigt wer­den kön­nen, als in der Fir­men­ge­schich­te vor­ka­men. Die Un­ter­schei­dung ist nicht be­son­ders raf­fi­niert, die Schluss­fol­ge­run­gen sind je­doch sehr wich­tig.
Kri­sen­fes­te Un­ter­neh­men gab es in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten we­ni­ge: Ihr An­teil lag bei 5 bis 25 Pro­zent der „For­tu­ne“-500-Un­ter­neh­men. An­ders aus­ge­drückt: Im güns­tigs­ten Fall wa­ren 75 Pro­zent un­fä­hig, einen neu­en Kri­sen­typ zu be­wäl­ti­gen. Im schlimms­ten Fall wa­ren es 95 Pro­zent - was na­tür­lich äu­ßerst be­un­ru­hi­gend ist.

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