Mehr Erfolg ohne Budgets

PLANUNG:

HBM Mai 2003

Weg mit den Bud­gets! Je­den­falls in der Form, wie sie die meis­ten Ma­na­ger heu­te ein­set­zen. Das klingt mög­li­cher­wei­se ra­di­kal. Aber be­her­zig­ten Füh­rungs­kräf­te die­se For­de­rung, wür­den sie ihr Un­ter­neh­men end­lich von ei­ner zen­tra­li­sier­ten Hier­ar­chie in ein Netz­werk ver­wan­deln, das sich fle­xi­bel den Markt­be­din­gun­gen an­passt. Die meis­ten an­de­ren Kom­po­nen­ten sind be­reits vor­han­den. Fir­men ha­ben rie­si­ge Sum­men in In­for­ma­ti­ons­tech­nik, Neu­or­ga­ni­sa­ti­on von Pro­zes­sen und den Ein­satz ei­ner gan­ze Rei­he von Ma­na­ge­men­t­in­stru­men­ten in­ves­tiert, etwa das EVA-Kon­zept (Eco­no­mic Va­lue Ad­ded), die Ba­lan­ced Sco­re­card und die Pro­zess­kos­ten­rech­nung. Aber sie ha­ben es nicht ge­schafft, ein neu­es Ord­nungs­sys­tem auf­zu­bau­en, weil der Bud­get­pro­zess und die da­mit ein­her­ge­hen­de Be­fehls- und Kon­troll­kul­tur nach wie vor al­les be­herr­schen.
Man­che Top­ma­na­ger ha­ben ver­kün­det, Mit­ar­bei­ter hät­ten ge­nau­so viel zu sa­gen wie der Un­ter­neh­mens­chef. In Wirk­lich­keit aber wa­chen ge­nau jene Füh­rungs­kräf­te mit Ar­gus­au­gen über ihre Com­pu­ter­sys­te­me, um läp­pi­sche De­tails auf­zu­spü­ren. Sie for­dern mit dem Bud­get als Richt­grö­ße Aus­kunft dar­über, wa­rum die Te­le­fon­rech­nung ei­nes Ver­trie­bs­teams über­durch­schnitt­lich hoch ist oder wa­rum die Grup­pe die ihr für das Quar­tal zu­ge­bil­lig­ten Be­wir­tungs­kos­ten un­ter­schrit­ten hat. Wie steht es mit der Gleich­be­rech­ti­gung von Mit­ar­bei­tern und Fir­men­chef, wenn das Team nicht die ge­plan­ten Ab­satz­zie­le er­reicht? Aus Angst vor den Kon­se­quen­zen wird es Kun­den un­ter Druck set­zen, Wa­ren zu be­stel­len, die die­se spä­ter wahr­schein­lich wie­der zu­rück­schi­cken. Nimmt das Team an, es wer­de sei­ne Zie­le über­tref­fen, dann wird es sei­ne Kun­den drän­gen, eine Lie­fe­rung im fol­gen­den Jahr zu ak­zep­tie­ren, um so wert­vol­le Cas­h­flows in die nächs­te Be­richts­pe­ri­ode zu ver­schie­ben.
Im Ex­trem­fall kann es die Un­ter­neh­mens­mo­ral zer­stö­ren, wenn Ma­na­ger Bud­gets dazu be­nut­zen, Leis­tungs­stei­ge­run­gen zu er­zwin­gen. Ehe­ma­li­ge An­ge­stell­te des in­zwi­schen bank­rot­ten Un­ter­neh­mens World­com sag­ten aus, die gna­den­lo­sen For­de­run­gen des Vor­stands­vor­sit­zen­den Ber­nard Eb­bers hät­ten den ge­sam­ten Ar­beit­sall­tag be­herrscht. „Wir hat­ten ein Bud­get, und er ver­lang­te von uns, es um 2 Pro­zent zu un­ter­schrei­ten“, er­klär­te ein frü­he­rer Mit­ar­bei­ter im ver­gan­ge­nen Jahr in der „Fi­nan­ci­al Ti­mes“. „Nichts an­de­res ak­zep­tier­te er.“ World­com, En­ron, die Ba­rings Bank und an­de­re ge­schei­ter­te Un­ter­neh­men ar­bei­te­ten mit ei­nem strik­ten Bud­get­kon­troll­pro­zess, der nur jene mit In­for­ma­tio­nen ver­sorg­te, die sie an­geb­lich wirk­lich be­nö­tig­ten.

© 2003 Har­vard Busi­ness­ma­na­ger
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
11
Zeichen:
38.696
Nachdrucknummer:
200305073
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben