Es sind nicht Arbeitnehmer - es sind Menschen

HBM 4/2002

Das Per­so­nal­ma­na­ge­ment ist im Um­bruch. Zum einen wer­den täg­lich welt­weit etwa acht Mil­lio­nen Zeit­ar­beits­kräf­te ver­mit­telt. Und zwar für alle Ar­ten von Jobs: vom Emp­fang bis hin­auf in die Füh­rungs­eta­gen. Zum an­de­ren ent­schei­den sich im­mer mehr Un­ter­neh­men, ihre Per­so­nal­auf­ga­ben aus­zu­la­gern. Da­bei über­neh­men pro­fes­sio­nel­le ex­ter­ne Dienst­leis­ter den stän­dig zu­neh­men­den Ver­wal­tungs­auf­wand. Bis zu ei­nem Vier­tel ih­rer Ar­beits­zeit ver­wen­den Ma­na­ger für die Be­ar­bei­tung per­so­nal­be­zo­ge­ner Be­stim­mun­gen und Vor­schrif­ten. Ex­ter­ne Per­so­nal­dienst­leis­ter ent­las­ten Füh­rungs­kräf­te, so­dass die­se sich auf ihre ei­gent­li­chen Auf­ga­ben kon­zen­trie­ren kön­nen. Un­ter­neh­men, die sich für ein Out­sour­cing die­ser Funk­tio­nen ent­schei­den, müs­sen al­ler­dings sorg­sam dar­auf ach­ten, dass die Be­zie­hung zu ih­ren Mit­ar­bei­tern nicht dar­un­ter lei­det, so Pe­ter Dru­cker. Letzt­lich kom­me es im Un­ter­neh­men vor al­lem auf die Ent­wick­lung von Ta­len­ten an - hier spielt sich der Wett­be­werb in ei­ner Wirt­schaft ab, die auf Wis­sen ba­siert.
An je­dem Ar­beits­tag ver­mit­telt das Schwei­zer Un­ter­neh­men Adec­co, ei­ner der welt­größ­ten pri­va­ten Ar­beit­ge­ber, na­he­zu 700 000 Teil- und Voll­zeit­mit­ar­bei­ter für Büro, In­dus­trie und Tech­nik an Un­ter­neh­men auf der gan­zen Welt - etwa 250 000 da­von in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Adec­co ist der Rie­se un­ter den Zeit­ar­beits­fir­men, hält aber nur einen klei­nen An­teil an ei­nem völ­lig zer­split­ter­ten glo­ba­len Markt. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gibt es tau­sen­de sol­cher Fir­men, die zu­sam­men je­den Tag un­ge­fähr 2,5 Mil­lio­nen Ar­beits­kräf­te ver­mit­teln. Welt­weit wer­den täg­lich min­des­tens 8, wenn nicht so­gar 10 Mil­lio­nen Zeit­ar­beits­kräf­te ver­mit­telt. Und in 70 Pro­zent al­ler Fäl­le sind sie in Voll­zeit tä­tig.
Als die Zeit­ar­beits­bran­che vor nun­mehr fast 50 Jah­ren ent­stand, ver­mit­tel­te sie Per­so­nal für ein­fa­che Bü­rotä­tig­kei­ten: als Ver­tre­tung für Buch­hal­ter, Emp­fangs­mit­ar­bei­ter, Te­le­fo­nis­tin­nen, Ste­no­gra­fin­nen oder Schreib­kräf­te, die krank wa­ren oder Ur­laub hat­ten. Heu­te gibt es Zeit­ar­beits­ver­mitt­ler für alle Ar­ten von Jobs bis hin­auf zu den Top­po­si­tio­nen. Bei­spiels­wei­se ver­mit­telt ein Un­ter­neh­men Pro­duk­ti­ons­lei­ter, die neue Fa­bri­ken von der Pla­nung bis zur In­be­trieb­nah­me ma­na­gen kön­nen. Ein an­de­res ver­mit­telt hoch qua­li­fi­zier­tes me­di­zi­ni­sches Per­so­nal wie bei­spiels­wei­se An­äs­the­sie­schwes­tern.
Um eine da­mit zu­sam­men­hän­gen­de, aber un­ter­schied­li­che Ent­wick­lung han­delt es sich beim Auf­kom­men von Per­so­nal­dienst­leis­tern. In den 90er Jah­ren konn­ten die­se An­bie­ter - in den USA Pro­fes­sio­nal Em­ploy­ee Or­ga­ni­za­ti­ons (PEO) ge­nannt - im Ge­schäft mit Un­ter­neh­mens­ser­vices am schnells­ten wach­sen. Die­se PEOs wi­ckeln näm­lich über die Per­so­nal­be­schaf­fung hin­aus das kom­plet­te Per­so­nal­ma­na­ge­ment für ihre Kun­den ab - das heißt ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­ga­ben so­wie Per­so­nal­ent­wick­lungs­auf­ga­ben. Vor zehn Jah­ren wa­ren der­ar­ti­ge Per­so­nal­dienst­leis­ter prak­tisch noch un­be­kannt. Aber mit dem Jahr 2000 wa­ren sie zu ei­ner Art Ko-Ar­beit­ge­ber von 2,5 bis 3 Mil­lio­nen ame­ri­ka­ni­scher Ar­bei­ter und An­ge­stell­ten ge­wor­den. Heu­te exis­tie­ren min­des­tens 1800 PEOs. Sie ha­ben ih­ren ei­ge­nen Un­ter­neh­mer­ver­band und ihre ei­ge­ne mo­nat­lich er­schei­nen­de Zeit­schrift.

© 2002 Har­vard Busi­ness­ma­na­ger
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