Arbeit und private Pflichten - der lösbare Konflikt

HBM 3/1999

Für vie­le Ma­na­ger al­ter Schu­le gibt es kei­nen Zwei­fel: Die Pflich­ten im Un­ter­neh­men ha­ben un­be­dingt Vor­rang, ih­nen hat jede Ar­beits- zeit­re­ge­lung zu ent­spre­chen. Was aber, wenn Mit­ar­bei­ter Zeit brau­chen, um einen hilfs­be­dürf­ti­gen Ver­wand­ten zu pfle­gen oder einen Be­rufs­ab- schluß zu ma­chen? Da kön­nen of­fen­sicht­lich schmerz­li­che Kon­flik­te ent­ste­hen. Doch in der Ge­ne­ra­ti­on mo­dern den­ken­der Ma­na­ger ist man sich si­cher: Es gibt Wege zu ei­nem fai­ren Aus­gleich. Und die Grund­la­ge da­für lie­fern drei Prin­zi­pi­en: 1. Die Prio­ri­tä­ten des Un­ter­neh­mens müs­sen eben­so klar­ge­stellt wer­den wie pri­va­te Ver­pflich­tun­gen oder An­lie­gen. 2. Mit­ar­bei- ter gilt es ganz­heit­lich zu se­hen, als Men­schen, die auch au­ßer­halb des Bü­ros ein Le­ben füh­ren. 3. Alle Ar­beits­ab­läu­fe sind stän­dig zu über­prü­fen, um ef­fi­zi­en­te­re Me­tho­den zu fin­den, die dem Pri­va­ten mehr Frei­raum er­öff­nen. Wie die hier ge­schil­der­ten Fäl­le zei­gen, kann die Be­her­zi­gung der drei Prin­zi­pi­en zu eben­so be­frie­di­gen­den wie mo­ti­vie­ren­den Lö­sun­gen füh­ren.
Seit je­her wis­sen wir, daß Ar­beit und Pri­vat­le­ben wi­der­strei­ten­de An­sprü­che stel­len. Stets muß­ten sich Men­schen um ihre Kin­der und alte oder kran­ke El­tern küm­mern. Schon im­mer wid­me­ten sie sich Hob­bys oder über­nah­men ge­mein­nüt­zi­ge Pflich­ten.
In der Ver­gan­gen­heit nah­men vie­le Füh­rungs­kräf­te sol­chen pri­va­ten Be­dürf­nis­sen ge­gen­über eine recht pau­scha­le Hal­tung ein: „Was Sie im Büro ma­chen, be­trifft uns. Was Sie drau­ßen trei­ben, ist Ihre Sa­che.“ Wie selbst­ver­ständ­lich wur­de vor­aus­ge­setzt, daß Be­schäf­tig­te den In­ter­es­sen des Un­ter­neh­mens Vor­rang ein­räum­ten. So ge­se­hen be­deu­te­te der Kon­flikt zwi­schen Ar­beit und Frei­zeit ein Null­sum­men­spiel.
Ha­ben sich die Zei­ten ge­än­dert? Ja und nein. Auf der einen Sei­te ha­ben of­fen­kun­di­ge de­mo­gra­phi­sche Ver­än­de­run­gen, etwa die wach­sen­de An­zahl von Frau­en und Müt­tern im Er­wer­bs­le­ben, das Be­wußt­sein für die Pro­ble­me zwi­schen Ar­beit und Pri­vat­le­ben ge­schärft.
Auch neue öko­no­mi­sche Ent­wick­lun­gen wie der glo­ba­le Wett­be­werb ver­än­der­ten die Ar­beits­welt und schu­fen einen noch nie da­ge­we­se­nen Be­darf an en­ga­gier­ten Mit­ar­bei­tern - und das zur glei­chen Zeit, in der Be­trie­bstreue in­fol­ge des all­ge­gen­wär­ti­gen Per­so­nal­ab­baus merk­lich ab­nimmt.
Auf der an­de­ren Sei­te glau­ben vie­le Füh­rungs­kräf­te un­ver­min­dert, daß es für ein Un­ter­neh­men letzt­lich von Nach­teil ist, wenn Ar­beit­neh­mer ih­ren ei­ge­nen In­ter­es­sen den Vor­rang ge­ben.
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