Der bessere Zugang zum Reich der Mitte

HBM 4/1997

Vie­le west­li­che Un­ter­neh­men se­hen im Chi­na-Ge­schäft ge­wal­ti­ge Chan­cen. Frag­lich nur, ob sie sich dort in Form ei­ner 100prozentigen Toch­ter­ge­sell­schaft oder mit ei­nem Joint-ven­ture en­ga­gie­ren soll­ten. Wie das Bei­spiel zahl­rei­cher aus­län­di­scher In­ves­to­ren zeigt, kön­nen rei­ne Toch­ter­fir­men in Chi­na heu­te sehr er­folg­reich ope­rie­ren, wenn auch zu­wei­len hart am Ran­de der Le­ga­li­tät. Ob Al­lein­gang oder Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men, beim Ge­schäft müs­sen die Be­son­der­hei­ten des Gast­lan­des und die Emp­find­lich­kei­ten der Chi­ne­sen be­dacht wer­den. Un­ser Au­tor, als Chi­na-Ex­per­te bes­tens aus­ge­wie­sen, ver­mit­telt in sei­nem Bei­trag In­si­der­wis­sen, das nicht nur Chi­na-Neu­lin­ge in­ter­es­sie­ren dürf­te.
Wenn Sie mit dem Ge­dan­ken spie­len, in Chi­na ge­schäft­lich ak­tiv zu wer­den, so wer­den Sie zwei­fel­los auch die gän­gi­ge An­sicht ken­nen: Den bes­ten - wenn nicht gar ein­zi­gen - Zu­gang zu den chi­ne­si­schen Märk­ten ver­schafft ein Joint-ven­ture mit Ka­pi­tal­be­tei­li­gung ei­nes chi­ne­si­schen Part­ners, der über bes­te Be­zie­hun­gen im Lan­de ver­fügt.
Aber hö­ren Sie sich bes­ser erst noch ein­mal um. Chi­na be­fin­det sich im Wan­del. Und da­mit ste­hen aus­län­di­sche Un­ter­neh­men, die sich hier be­tä­ti­gen wol­len, vor ver­än­der­ten Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen. Ob­wohl Joint-ven­tu­res in ei­ni­gen streng re­gu­lier­ten Wirt­schafts­be­rei­chen noch im­mer er­for­der­lich und aus­län­di­sche In­ves­ti­tio­nen in an­de­ren so­gar ganz ver­bo­ten sind, gibt es einen star­ken Trend zu ei­ner neu­en und mög­li­cher­wei­se weit ef­fek­ti­ver­en Me­tho­de, sein Ge­schäft in Chi­na auf­zu­zie­hen - ein Un­ter­neh­men völ­lig in aus­län­di­schem Be­sitz.
Was Be­steue­rungs- und Haf­tungs­fra­gen an­geht, wer­den Joint-ven­tu­res mit chi­ne­si­schen Part­nern und 100prozentige Aus­lands­un­ter­neh­men im we­sent­li­chen gleich be­han­delt. Sie ope­rie­ren auch un­ter ähn­li­chen Wäh­rungs­be­stim­mun­gen und ver­gleich­ba­ren Im­port-Ex­port-Re­geln hin­sicht­lich Li­zen­zen, Kon­tin­gen­ten und Zöl­len. Tat­säch­lich gibt es nur ver­fah­rens­recht­li­che Un­ter­schie­de in­so­weit, als sich ein Un­ter­neh­men ganz in aus­län­di­schem Be­sitz ra­scher grün­den lässt als ein Joint-ven­ture, weil kein Auf­sichts­rat be­nö­tigt wird. Al­ler­dings sind in man­chen Wirt­schafts­be­rei­chen le­dig­lich Joint-ven­tu­res zu­läs­sig.
Die re­gie­rungs­amt­li­chen Sta­tis­ti­ken über die Zahl der der­zeit in Chi­na tä­ti­gen rei­nen Aus­lands­un­ter­neh­men sind lei­der ver­al­tet und viel­leicht so­gar ir­re­füh­rend, weil sie nicht zwi­schen ope­ra­tiv tä­ti­gen und rei­nen Hol­ding­ge­sell­schaf­ten un­ter­schei­den. Aber mei­ner Er­fah­rung nach sind die Aus­lands­un­ter­neh­men stark auf dem Vor­mar­sch. Da­her wage ich auch die Pro­gno­se, dass bis zum Jahr 2000 die Hälf­te al­ler aus­län­di­schen Di­rek­tin­ves­ti­tio­nen in Chi­na in die­se Aus­lands­un­ter­neh­men flies­sen wird. So wer­den zum Bei­spiel im Suz­hou-Sin­ga­pur-In­dus­trie­park, ei­ner In­dus­trie­ent­wick­lungs­zo­ne, die die chi­ne­si­sche Re­gie­rung einen „Schau­kas­ten in die Zu­kunft“ nennt, be­reits 94 Pro­zent der bis­lang 120 ge­neh­mig­ten Pro­jek­te durch rei­ne Aus­lands­un­ter­neh­men vor­an­ge­trie­ben, die im Durch­schnitt 30 Mil­lio­nen Dol­lar in­ves­tie­ren.
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