Sechs gefährliche Legenden über Ar­beits­ent­gel­te

HBM 6/1998

Sind Lohn­sät­ze und Ar­beits­kos­ten wirk­lich das­sel­be? Las­sen sich die Ar­beits­kos­ten durch Sen­ken der Stun­den­löh­ne ver­rin­gern? Stei­gern ge­ziel­te Ver­gü­tungs­an­rei­ze tat­säch­lich die Ar­beits­leis­tung der ein­zel­nen? Ar­bei­ten Men­schen wirk­lich in ers­ter Li­nie des Gel­des we­gen?
Zu der Fra­ge ei­ner rich­ti­gen Ent­loh­nung gibt es auf den Chef­e­ta­gen und in der öf­fent­li­chen Mei­nung die un­ter­schied­lichs­ten An­sich­ten, die mal un­zu­tref­fend, mal ir­re­füh­rend und mal bei­des zu­gleich sind. Jeffrey Pfef­fer macht auf sechs Le­gen­den auf­merk­sam, von de­nen die erns­te Ge­fahr aus­geht, daß sie Ma­na­ger in Ent­loh­nungs­fra­gen zu falschen Ent­schei­dun­gen ver­lei­ten. Zwar fehlt es be­züg­lich der Aus­ge­stal­tung ver­nünf­ti­ger und zweck­dien­li­cher Ent­gelt­sys­te­me nicht an Ratschlä­gen. Doch die meis­ten von ih­nen, so der Au­tor, sind ein­fach un­ge­eig­net. Sie füh­ren we­der zu Ver­gü­tungs­re­ge­lun­gen, die die Mit­ar­bei­ter zu­frie­den­stel­len, noch zu ei­ner bes­se­ren Un­ter­neh­mens­kul­tur oder gar zur Ent­ste­hung ei­nes ge­deih­li­chen Ar­beit­sum­fel­des.
Be­gin­nen wir mit drei üb­li­chen Fäl­len. Die Be­ur­tei­lung des je­wei­li­gen Sach­ver­halts hängt of­fen­bar da­von ab, wel­che An­nah­men zu­grun­de­ge­legt wer­den.
-Es gibt zwei Grup­pen von Mini-Stahl­wer­ken. In der einen Grup­pe wird ein Stun­den­lohn von durch­schnitt­lich 18,07 Dol­lar ge­zahlt, in der an­de­ren 21,57 Dol­lar. Un­ter­stellt, die sons­ti­gen di­rek­ten Be­schäf­ti­gungs­kos­ten, etwa so­zia­le Leis­tun­gen, sind in bei­den Grup­pen gleich hoch, wel­che Grup­pe hat wohl die hö­he­ren Ar­beits­kos­ten?
-Eine Flug­ge­sell­schaft sucht im preis­wer­ten, ser­vice­re­du­zier­ten Seg­ment des ame­ri­ka­ni­schen Bin­nen­mark­tes zu kon­kur­rie­ren. Hier sind aus of­fen­sicht­li­chen Grün­den Pro­duk­ti­vi­tät und Ef­fi­zi­enz für den Wett­be­w­er­b­ser­folg ent­schei­dend. Die Ge­sell­schaft ent­lohnt prak­tisch nie­man­den auf Ba­sis in­di­vi­du­el­ler Tüch­tig­keit oder Leis­tung. Be­steht für die Ge­sell­schaft über­haupt eine Chan­ce, er­folg­reich zu wer­den?
-Eine Fir­ma, die in ei­nem höchst wett­be­wer­b­sin­ten­si­ven Seg­ment der Soft­wa­re­bran­che ope­riert, ent­lohnt ihre Ver­käu­fer nicht auf Kom­mis­si­ons­ba­sis. Sie zahlt we­der in­di­vi­du­el­le Prä­mi­en noch bie­tet sie Ak­ti­en­op­tio­nen oder fik­ti­ve An­teils­rech­te. Aber sind die­se An­rei­ze nicht ge­ra­de in ei­ner Bran­che nö­tig, in der die Fir­men dar­auf an­ge­wie­sen sind, die ra­ren Spit­zen­kön­ner mit dem großen Ta­lent zu sich lo­cken und zu hal­ten?
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