Ein neuer Mittelstand entsteht

HBM 4/1997

Das Spek­trum ist groß und reicht von Spin-offs für Pro­dukt­ent­wick­lun­gen über recht­lich ver­selb­stän­dig­te DV-Be­rei­che bis zu Ein­per­so­nen­fir­men in Ge­stalt von Ver­trie­b­s­part­nern, Te­le­ar­bei­tern und Be­ra­tern. Ein neu­er Mit­tel­stand bil­det sich her­aus. Er ver­dankt sei­ne Ent­ste­hung we­sent­lich dem Be­stre­ben der Großun­ter­neh­men, durch Aus­glie­de­rung, Vir­tua­li­sie­rung und Ver­net­zung in­no­va­ti­ons- und an­pas­sungs­fä­hi­ger zu wer­den. In der Fol­ge kommt es zu Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ar­beits­for­men, die bis­lang un­be­kannt wa­ren. Ma­na­ge­ment wie Po­li­tik der Mit­tel­stands­för­de­rung müs­sen sich dar­auf ein­stel­len, neue Kon­zep­te zu rea­li­sie­ren.
Vie­le Großun­ter­neh­men stre­ben nach Re­vi­ta­li­sie­rung. Sie struk­tu­rie­ren sich neu, pas­sen ihre Grö­ße den neu­en Auf­ga­ben an, be­trei­ben Out­sour­cing und Zell­tei­lung - al­les zu dem Zweck, fle­xibler zu wer­den. Die sich aus­brei­ten­de Ero­si­on und Öff­nung der Großun­ter­neh­men folgt da­bei ei­nem Me­ga­trend: För­de­rung der In­no­va­ti­ons- und An­pas­sungs­fä­hig­keit. Mit die­sem Trend kommt es zu ei­ner Wel­le von Aus- und Neu­grün­dun­gen, in de­ren Ge­fol­ge wie­der­um ein neu­er Mit­tel­stand Ge­stalt an­nimmt.
Neue For­meln für den un­ter­neh­me­ri­schen Er­folg ver­drän­gen alte Denk­wei­sen: „Auf­trag­neh­mer-Un­ter­neh­mer statt Ei­gen­tü­mer-Un­ter­neh­mer“, „Pro­fi-Kul­tu­ren an­stel­le von Un­ter­neh­mens­kul­tu­ren“, „Un­ter­neh­mer­tum im Un­ter­neh­men“, „Ver­trau­en durch Kon­trol­le“ oder „Small wi­thin big is be­au­ti­ful“.
Was das neue Den­ken be­wirkt, zeigt sich an vie­len Bei­spie­len:
-Zu­sam­men­ge­baut aus mit­tel­stän­di­schen Fir­men ent­ste­hen fö­de­ra­ti­ve Kon­z­ern­struk­tu­ren, die die al­ten zen­tra­lis­ti­schen Struk­tu­ren ab­lö­sen.
-Fran­chi­sing-Netz­wer­ke be­wäl­ti­gen im­mer öf­ter Ver­trie­b­s­auf­ga­ben, die zu­vor von zen­tra­len Ver­trie­bs­ab­tei­lun­gen der Un­ter­neh­men er­füllt wur­den. Der Deut­sche Fran­chi­sing-Ver­band ver­steht sich als Exis­tenz­grün­dungs­bör­se.
-ABB hat sei­ne Zen­tral­be­rei­che weit­ge­hend ver­selb­stän­digt und da­mit den Ruf ei­nes Pio­niers der Kon­zern-De­zen­tra­li­sa­ti­on er­wor­ben.
-Audi und BMW ha­ben das Au­to­mo­bil­tu­ning so­wie die Au­to­mo­bil­ver­ede­lung recht­lich selb­stän­di­gen Toch­ter­un­ter­neh­men über­tra­gen.
-Deut­sche Au­to­mo­bil­her­stel­ler über­las­sen ihre Mo­to­ren-, Len­kungs- oder Ven­til­fer­ti­gung ei­gen­stän­di­gen Un­ter­neh­men, de­nen sie Zu­gang zum ex­ter­nen Markt öff­nen.
-Bei In­dus­trie­park-Mo­del­len - wie zum Bei­spiel für die Pro­duk­ti­on des Klein­wa­gens Smart - ver­schwim­men im Zuge ei­ner räum­lich stark kon­zen­trier­ten Zu­sam­men­ar­beit die Gren­zen zwi­schen Her­stel­lern und Sys­tem­zu­lie­fe­rern.
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