Zulieferer: Im Netzwerk erfolgreich

HBM 4/1998

Eine Ein­kaufs­wel­le rollt durch Deutsch­land, bei der in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren Zu­lie­fe­rer mit ei­nem Um­satz von zwölf Mil­li­ar­den Mark den Be­sit­zer wech­sel­ten - auf­ge­kauft von Großun­ter­neh­men, die auf die­sem Weg Märk­te und Tech­no­lo­gi­en zu er­obern hof­fen. Ein ge­wal­ti­ger Um­struk­tu­rie­rungs­pro­zeß ist im Gang. Auf ihn rea­gie­ren die Zu­lie­fer­un­ter­neh­men bis­lang zu we­nig in ei­ner Wei­se, die das Mit­tel der Wahl sein kann: enge Ko­ope­ra­ti­on mit Her­stel­lern und an­de­ren Lie­fe­ran­ten. An­hand der Er­geb­nis­se ei­ner ak­tu­el­len Del­phi-Stu­die bei 155 deut­schen Un­ter­neh­men schil­dert der Ver­fas­ser die vor al­lem in Fra­ge kom­men­den Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten so­wie de­ren Chan­cen und Ri­si­ken.
Es ver­än­dern sich vie­le Din­ge in den Di­men­sio­nen Glo­ba­li­sie­rung des Wett­be­wer­bs, Ar­beits­tei­lung, Kon­zen­tra­ti­on auf Kern­kom­pe­ten­zen, Über­gang zur Sys­tem­be­schaf­fung oder zu Voll­sor­ti­men­ten, Kon­troll- und Ko­or­di­na­ti­ons­kos­ten, Bün­de­lung der Res­sour­cen in Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on so­wie im Ver­trieb und Ma­na­ge­ment. Um auf die­se man­nig­fal­ti­gen Ver­än­de­run­gen wirk­sam rea­gie­ren zu kön­nen, brau­chen Zu­lie­fer­un­ter­neh­men neue or­ga­ni­sa­to­ri­sche Kon­zep­te. Da­bei geht es nicht zu­letzt um Un­ter­neh­mens­netz­wer­ke, mit de­nen neue Wege der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Her­stel­lern und Lie­fe­ran­ten be­schrit­ten wer­den, um den ge­wan­del­ten Wett­be­wer­b­san­for­de­run­gen ge­recht wer­den zu kön­nen.
Von die­sen Über­le­gun­gen aus­ge­hend wur­de in ei­ner Del­phi-Stu­die bei 155 Un­ter­neh­men un­ter­sucht, wel­chen Ein­fluß ein­zel­ne Wett­be­wer­bs­fak­to­ren aus­üben und wie die­ser Ein­fluß zu ge­wich­ten ist. Über 600 Ex­per­ten be­wer­te­ten da­bei für die Jah­re 2000 und 2005, wie sich Prei­se, Qua­li­tä­ten, Fle­xi­bi­li­tät bei Be­stel­l­än­de­run­gen, Lie­fer­zei­ten, Ter­min­treue, lo­gis­ti­sche Kom­pe­ten­zen, Know-how für Pro­duk­te und Pro­zes­se, tech­ni­sche Be­ra­tung und Ser­vice ent­wi­ckeln wer­den. Ins Vi­sier ka­men aber auch: Va­ri­an­ten­viel­falt, Brei­te des Pro­dukt­spek­trums, An­ge­bot von Kom­plett­lö­sun­gen, DV-An­bin­dung von Lie­fe­ran­ten an Ab­neh­mer, räum­li­che Nähe zu Ab­neh­mern so­wie um­welt­ge­rech­te Zu­lie­fer­stra­te­gi­en (sie­he Ab­bil­dung 1).
Neue An­pas­sungs­stra­te­gi­en der Zu­lie­fer­un­ter­neh­men
Beim Blick auf die Zu­lie­fer-Ab­neh­mer-Be­zie­hung ver­fü­gen die Zu­lie­fe­rer of­fen­bar über drei stra­te­gi­sche Hand­lungs­op­tio­nen, um der ver­än­der­ten Wett­be­wer­bs­si­tua­ti­on ge­recht zu wer­den: Sie kön­nen als Pro­duk­ti­onss­pe­zia­list, Ent­wick­lungs­part­ner oder Wert­schöp­fungs­part­ner auf­tre­ten oder in ei­ner Kom- bi­na­ti­on die­ser drei Stra­te­gi­en. Im Grun­de wer­den hier Ei­gen­schaf­ten des Fak­tors Men­sch auf die Zu­lie­fer­un­ter­neh­men über­tra­gen und nach Kom­pe­tenz und Leis­tungs­um­fang klas­si­fi­ziert. Den Pro­duk­ti­onss­pe­zia­lis­ten zeich­net sei­ne Fä­hig­keit zu Bau­tei­le-spe­zi­fi­schen Pro­ze­ßin­no­va­tio­nen aus; Wert­schöp­fungs­part­ner le­gen ih­ren Fo­kus hin­ge­gen auf Sys­tem- und Pro­blem­lö­sungs­ka­pa­zi­tät für Pro­duk­te und Bau­tei­le so­wie auch auf Pro­ze­ßin­no­va­tio­nen. Mit sol­chen in­no­va­ti­ven Struk­tu­ren stel­len die Be­tei­lig­ten das herr­schen­de be­trie­bs­wirt­schaft­li­che Den­ken in Fra­ge - sie su­chen be­wußt den neu­en Maß­ga­ben zu ent­spre­chen: „Chan­ce is con­stant“; „all work is dis­tri­bu­ted“; „know­led­ge is the cri­ti­cal re­sour­ce“ oder „the­re will ne­ver be enough time“.
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