Him­mels­stür­mer Microsoft: Erfolgreich dank kleiner Teams

HBM 3/1998

Für sei­ne ers­ten Pro­gram­me brauch­te Mi­cro­soft nur ein hal­b­es Dut­zend Ent-wick­ler. Heu­te ist das Un­ter­neh­men eine Groß­ver­an­stal­tung, an der vie­le hun­dert Men­schen teil­neh­men, um die al­ler­neues­ten Soft­wa­re-Ver­sio­nen zu kre­ie­ren. Er­staun-li­cher­wei­se wer­den bei Mi­cro­soft je­doch noch im­mer vie­le Ar­beits­wei­sen aus der Früh­zeit sei­ner krea­ti­ven Ha­cker an­ge­wandt - ein Haupt­grund für den bis­lang nicht en­den­den Er­folg. Was ist es, das Mi­cro­softs Pro­dukt­ent­wick­lung so ef­fek­tiv macht? Um die Krea­ti­vi­tät und den Elan sei­ner Ma­na­ger und Mit­ar­bei­ter voll zu nut­zen, teilt Mi­cro­soft große Ar­beits­grup­pen in klei­ne Teams auf. Sie ar­bei­ten par­al­lel an ein­zel­nen Funk­tio­nen oder Kom­po­nen­ten ei­ner neu­en Soft­wa­re. Da­bei glei­chen sie ihre Ar­beits­er­geb­nis­se stän­dig mit­ein­an­der ab, stel­len re­gel­mä­ßig Zwi­schen­ver­sio­nen ih­rer je­wei­li­gen Soft­wa­re her, füh­ren Tests durch und be­sei­ti­gen Feh­ler - eine Me­tho­de der Pro­dukt­ent­wick­lung, die bei Mi­cro­soft mit „Synch-and-Sta­bi­li­ze“ über­schrie­ben wird (Syn­chro­ni­sie­ren und Sta­bi­li­sie­ren). Fir­men in an­de­ren schnel­le­bi­gen Bran­chen kön­nen Mi­cro­softs Ent­wick­lungs­tech­ni­ken als Vor­bild die­nen.
Wenn kom­pli­zier­te Auf­ga­ben zu lö­sen sind, eig­nen sich klei­ne Grup­pen ta­len­tier­ter Leu­te bes­ser dazu als große Teams - egal, ob de­ren Mit­glie­der durch­schnitt­lich oder hoch­be­gabt sind. Die­sen Schluß le­gen prak­ti­scher Ver­stand, Er­fah­run­gen der In­dus­trie und ver­schie­de­ne Stu­di­en über­ein­stim­mend nahe. So be­haup­ten auch die Au­to­ren ei­nes ver­brei­te­ten Lehr­buchs, daß klei­ne Teams von nicht mehr als etwa zehn Leu­ten am ef­fek­tivs­ten sei­en, wenn neue Pro­duk­te rasch ent­wi­ckelt wer­den sol­len (sie­he Smith/Reinertsen 1991, Sei­te 119).
Ein Grund mag sein, daß Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ide­en­ab­gleich um so leich­ter fal­len, je we­ni­ger Per­so­nen ei­nem Team an­ge­hö­ren. Zu­dem kön­nen klei­ne Grup­pen eine bes­se­re Zeit­pla­nung be­trei­ben und die Schwie­rig­kei­ten leich­ter über­win­den, die aus der wech­sel­sei­ti­gen Ab­hän­gig­keit ent­ste­hen (sie­he Brooks 1975; Boe­hm 1981).
Ein wei­te­rer Um­stand, der bei der Wahl der rich­ti­gen Grö­ße für ein be­stimm­tes Team be­rück­sich­tigt wer­den soll­te, ist die Pro­duk­ti­vi­tät je­des ein­zel­nen Team­mit­glieds. Aus der Soft­wa­re-Ent­wick­lung bei­spiels­wei­se ken­nen wir ta­len­tier­te Pro­gram­mie­rer, die zehn­mal pro­duk­ti­ver sind als die un­be­gab­ten Mit­glie­der ei­nes Teams (sie­he DeMarco/Lister 1987, Sei­te 45). Ohne Zwei­fel trifft das auch auf an­de­re Ar­ten von For­schung, Ent­wick­lung und geis­ti­ge Ar­beit zu, etwa schöp­fe­ri­sches Schrei­ben - Tä­tig­kei­ten also, die sich we­der rou­ti­niert noch me­cha­nisch er­le­di­gen las­sen.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
12
Zeichen:
50.089
Nachdrucknummer:
199803055
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben