Wenn F+E-Projekte wie strategische Optionen bewertet werden

HBM 2/2001

In For­schung und Ent­wick­lung lau­te­te die große Preis­fra­ge seit je­her: Wie her­aus­fin­den, ob sich die vie­len Mil­lio­nen, die hier in In­no­va­ti­ons­vor­ha­ben flie­ßen, auch tat­säch­lich ren­tie­ren? Bis­lang konn­ten die Er­folgs­aus­sich­ten ei­nes F+E-Pro­jekts mit kei­nem der be­nutz­ten Ver­fah­ren wirk­lich zu­ver­läs­sig be­wer­tet wer­den. Rech­nun­gen nach der ver­brei­te­ten Ka­pi­tal­wert­me­tho­de füh­ren zu Feh­lern, Irr­tü­mern und da­mit zu Ent­schei­dun­gen, die im­mer wie­der der Wett­be­wer­bs­fä­hig­keit des Un­ter­neh­mens und dem Ver­trau­ens­ka­pi­tal sei­ner F+E-Ab­tei­lung ge­scha­det ha­ben. Doch in Zei­ten knap­per und hart um­kämpf­ter Bud­gets müs­sen F+E-Chefs über­zeu­gend ar­gu­men­tie­ren kön­nen. Als Ba­sis kann ih­nen eine Me­tho­de die­nen, die bei Op­ti­ons­ge­schäf­ten längst gute Diens­te leis­tet - die­se lässt sich, ent­spre­chend mo­di­fi­ziert, auch zur Be­wer­tung von Ent­wick­lungs­pro­jek­ten ver­wen­den. Rich­tig ein­ge­setzt, macht sie die F+E-Ar­beit er­folg­rei­cher und si­chert dem Un­ter­neh­men die Zu­kunft.
Bei je­der Be­wer­tung fal­len grund­sätz­lich quan­ti­ta­ti­ve und qua­li­ta­ti­ve Fak­to­ren ins Ge­wicht. Geht es um In­ves­ti­ti­ons­pro­jek­te, kom­men die quan­ti­ta­ti­ven Fak­to­ren in der Re­gel als mo­ne­tä­re Grö­ßen da­her. Den Über­le­gun­gen wird zu­meist das Ka­pi­tal­wert­kon­zept zu Grun­de ge­legt, ob­wohl die­ses bei Ent­schei­dun­gen un­ter Un­si­cher­heit - ty­pisch für das F+E-Ma­na­ge­ment - an Gren­zen stößt. Und dann kön­nen weit rei­chen­de Fehl­ent­schei­dun­gen fal­len, die die Un­ter­neh­men­s­ent­wick­lung nach­hal­tig be­ein­träch­ti­gen.
In der In­ves­ti­ti­ons­theo­rie hat die An­wen­dung des Op­ti­ons­preis­kon­zepts in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu ei­ner grund­le­gen­den Er­neue­rung ge­führt. Ur­sprüng­lich wur­de die­ser An­satz zur Be­wer­tung von Fi­nan­z­op­tio­nen ent­wi­ckelt. Doch aus der Ana­lo­gie zwi­schen Fi­nan­z­op­tio­nen und Wahl­mög­lich­kei­ten in Be­zug auf In­no­va­ti­ons­pro­jek­te im Rah­men der in­dus­tri­el­len F+E er­gab sich die Fra­ge, ob und in­wie­weit sich die Me­tho­de des Op­ti­on Pri­cing nicht auch zur Ab­schät­zung der wirt­schaft­li­chen Chan­cen von F+E-Pro­jek­ten eig­net. Be­vor die­se Me­tho­de je­doch zu die­sem Zweck ein­ge­setzt wird, gilt es zu klä­ren, un­ter wel­chen Um­stän­den sie den her­kömm­li­chen Be­wer­tungs­me­tho­den über­le­gen ist.
Der Ein­satz von be­trie­bs­wirt­schaft­li­chen Pla­nungs­in­stru­men­ten für die F+E galt lan­ge Zeit nicht als selbst­ver­ständ­lich; In­ves­ti­tio­nen in den Be­reich F+E gal­ten als „nicht re­chen­bar“. Die­se Ein­schät­zung än­der­te sich mit dem Ein­tritt neu­er Wett­be­wer­ber in den Markt so­wie mit den großen Fort­schrit­ten in der Da­ten­ver­ar­bei­tung, Ma­the­ma­tik und Ma­na­ge­ment­leh­re. Stär­ker als je­mals zu­vor wird die F+E heu­te als ein stra­te­gi­scher Fak­tor im Wett­be­werb an­ge­se­hen, des­sen Ein­satz als eben­so un­ver­zicht­bar wie gut mög­lich gilt. Für das F+E-Ma­na­ge­ment wur­den for­ma­li­sier­te Be­wer­tungs­me­tho­den ent­wi­ckelt, ver­bun­den mit ein­heit­li­chen Kri­te­ri­en und Vor­ge­hens­wei­sen, die im Er­geb­nis die Trans­pa­renz der Ent­schei­dun­gen merk­lich er­hö­hen. Cha­rak­te­ris­tisch für die F+E ist, dass sie in mehr­fa­cher Hin­sicht Un­si­cher­hei­ten un­ter­liegt. Zu ih­nen zählt vor al­lem, dass es für den „na­tur­wis­sen­schaft­li­chen“ Er­folg von For­schungs­be­mü­hun­gen kei­ne Ga­ran­tie gibt. Auch das Ver­hält­nis von In­put zu Out­put - also tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen zu po­ten­zi­el­len Er­trä­gen - ist höchst un­si­cher. Das gilt ins­be­son­de­re bei Pro­jek­ten mit ei­nem lan­gen Zei­t­ho­ri­zont, wie sie etwa für die che­mi­sche und phar­ma­zeu­ti­sche In­dus­trie ty­pisch sind.

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