Unternehmen können von regionaler Vernetzung profitieren

HBM 3/1999

Es ist pa­ra­dox: Theo­re­tisch soll­te der Stand­ort in Zei­ten of­fe­ner glo­ba­ler Märk­te, schnel­ler Trans­port­mög­lich­kei­ten und Hoch­ge­schwin­dig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on kei­ne Rol­le mehr spie­len. Kön­nen sich Un­ter­neh­men nicht jede Ware oder In­for­ma­ti­on über­all auf der Welt je­der­zeit be­schaf­fen? Mi­cha­el Por­ter weist je­doch nach, daß der Stand­ort noch im­mer zen­tra­le Be­deu­tung für den Wett­be­werb ha­ben kann. Eine wich­ti­ge Rol­le da­bei spie­len „Clus­ter“ - Zu­sam­men­bal­lun­gen von Un­ter­neh­men ei­nes be­stimm­ten Wirt­schafts­be­rei­ches in ei­ner Re­gi­on. Hol­ly­wood oder das Si­li­con Val­ley sind die be­kann­tes­ten Bei­spie­le - an­de­re fin­den sich rund um den Glo­bus. Die The­se des Au­tors: Sol­che Stand­ort­ver­bun­de wer­den um so wich­ti­ger, je kom­ple­xer und dy­na­mi­scher die Welt­wirt­schaft sich ent­wi­ckelt und je mehr sie auf Wis­sen be­ruht. Denn dann lie­gen Vor­tei­le zu­neh­mend im lo­ka­len Be­reich: Hier sind Kennt­nis­se und Fä­hig­kei­ten vor­han­den, hier gibt es die nö­ti­gen Ar­beits­kräf­te, hier las­sen sich in­for­mell Be­zie­hun­gen knüp­fen -al­les Stär­ken, die weit von­ein­an­der ent­fern­te Un­ter­neh­men nur schwer auf­bau­en kön­nen.
Heu­te, da Un­ter­neh­men Ka­pi­tal und Gü­ter, In­for­ma­tio­nen und Tech­nik welt­weit oft per Mausklick be­schaf­fen kön­nen, müs­sen die her­kömm­li­chen Vor­stel­lun­gen vom Wett­be­werb der Un­ter­neh­men und Na­tio­nen neu über­dacht wer­den. Nach der Theo­rie soll­ten of­fe­ne glo­ba­le Märk­te und die hö­he­re Ge­schwin­dig­keit von Trans­port und Kom­mu­ni­ka­ti­on die Be­deu­tung des Stand­ortes ver­rin­gern. Wie aber ist es zu er­klä­ren, daß eine In­ves­ti­ti­ons­fonds­ge­sell­schaft von Welt­klas­se nir­gend­wo so leicht zu fin­den ist wie in Bo­ston? Wa­rum gilt dies in glei­cher Wei­se für Un­ter­neh­men der Tex­til­bran­che in North und South Ca­ro­li­na, für erst­klas­si­ge Au­to­mo­bil­bau­er in Süd­deutsch­land und für Her­stel­ler von Mo­de­schu­hen in Nor­di­ta­li­en?
Un­se­re heu­ti­ge öko­no­mi­sche Land­kar­te wird von Clus­tern be­stimmt: eine Kon­zen­tra­ti­on ein­zel­ner Bran­chen mit un­ge­wöhn­lich ho­hem wirt­schaft­li­chen Er­folg an ei­nem Ort. Sol­che Zu­sam­men­bal­lun­gen kenn­zeich­nen jede na­tio­na­le, re­gio­na­le, bun­des­staat­li­che und so­gar groß­städ­ti­sche Wirt­schaft, ins­be­son­de­re in wirt­schaft­lich fort­ge­schrit­te­nen Län­dern. Die be­kann­tes­ten Clus­ter lie­gen im Si­li­con Val­ley und in Hol­ly­wood. Sie sind nicht ein­zig­ar­tig, son­dern viel­mehr ty­pisch - und ge­nau das ist pa­ra­dox: Die nach­hal­ti­gen Wett­be­wer­bs­vor­tei­le in ei­ner glo­ba­len Wirt­schaft lie­gen zu­neh­mend im re­gio­na­len Be­reich - in Kennt­nis­sen, Fä­hig­kei­ten, in Be­zie­hun­gen und Mo­ti­va­ti­on, die räum­lich ent­fern­te Kon­kur­ren­ten nicht auf­brin­gen kön­nen.
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