Cash freisetzen statt neuer Kredite

HBM 3/1999

„Mo­ney ma­kes the world go round“ - das wis­sen wir nicht erst, seit Liza Mi­nel­li die Macht des Gel­des be­sun­gen hat. Heu­te wäre noch ein Lied über den Share­hol­der Va­lue fäl­lig, denn um des­sen Stei­ge­rung be­mü­hen sich im­mer mehr Un­ter­neh­men. Frei­lich gibt es kaum ein grö­ße­res un­ter­neh­me­ri­sches Vor­ha­ben, das sich ohne Ka­pi­tal rea­li­sie­ren lie­ße. Gan­ze In­dus­tri­en le­ben da­von, sol­che In­ves­ti­tio­nen zu fi­nan­zie­ren. Was bleibt ei­nem Un­ter­neh­men üb­rig, des­sen Fremd­ka­pi­talan­teil den ex­ter­nen Geld­ge­bern zu hoch er­scheint und die da­her brüsk ab­win­ken? Wo­mög­lich gilt der Kre­dit­su­cher so­gar als exis­ten­ti­ell ge­fähr­det, weil sei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te schon über Jah­re stän­dig ge­sun­ken ist? Das Un­ter­neh­men kann den­noch Geld in die Kas­se len­ken - wenn es nur sein Net­to-Um­lauf­ver­mö­gen ge­zielt senkt.
Vie­le Un­ter­neh­men sind an den Gren­zen ih­rer fi­nan­zi­el­len Be­last­bar­keit an­ge­langt. Jetzt su­chen sie nach Aus­we­gen aus dem Teu­fels­kreis, in dem sie sich ge­zwun­gen se­hen, we­gen ih­rer ver­fal­len­den Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­ten wei­te­res Fremd­ka­pi­tal auf­zu­neh­men. Bei der Su­che da­nach sto­ßen sie im­mer häu­fi­ger auf tau­be Oh­ren. Man­ches Un­ter­neh­men muß höchst un­güns­ti­ge Kre­dit­be­din­gun­gen in Kauf neh­men, wenn sei­ne Bo­ni­tät den
Geld­ge­bern be­denk­lich er­scheint. Schlech­te Kre­dit­be­din­gun­gen för­dern wie­der­um häu­fig den wei­te­ren Nie­der­gang. Die be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men ge­ra­ten in im­mer hö­he­re Schul­den, und - im ärgs­ten Fall - droht ih­nen der fi­nan­zi­el­le Kol­laps.
Doch halt: Be­vor es zu ei­ner der­art fa­ta­len Ent­wick­lung kommt, ver­fügt ein be­trof­fe­nes Un­ter­neh­men noch im­mer über die Mög­lich­keit, sei­nen Ka­pi­tal­be­darf - wenn­gleich viel­leicht nur teil­wei­se - aus ei­ge­ner Kraft zu de­cken. Wie? Nicht zu­letzt da­durch, daß das Un­ter­neh­men sein Net­to-Um­lauf­ver­mö­gen ver­rin­gert. Die­ses Vor­ge­hen bringt zwei we­sent­li­che Vor­tei­le: Zum einen er­höht das Un­ter­neh­men auf die­se Wei­se kurz­fris­tig sein ver­füg­ba­res Ka­pi­tal; zum an­de­ren ver­bes­sert es sei­ne Ver­hand­lungs­po­si­ti­on ge­gen­über ex­ter­nen Ka­pi­tal­ge­bern, wenn es sei­nen Ei­gen­ka­pi­talan­teil ver­gleichs­wei­se hoch hält und da­mit sei­ne Bo­ni­tät er­höht.
In ei­ner A.T.-Kear­ney-Lang­zeit­stu­die wur­den die Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se von 60 deut­schen Un­ter­neh­men über einen Zeit­raum von fünf Jah­ren ins Vi­sier ge­nom­men. Da­bei kam her­aus, daß das Net­to-Um­lauf­ver­mö­gen bei vie­len die­ser Un­ter­neh­men eine Grö­ße bil­det, die nicht über­se­hen wer­den soll­te - das in die­sen Ver­mö­gens­wer­ten ge­bun­de­ne Ka­pi­tal stellt viel­mehr einen Fak­tor dar, mit dem die Un­ter­neh­men sorg­sa­mer um­ge­hen soll­ten, weil es sich für sie durch­aus lohnt.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
7
Zeichen:
22.012
Nachdrucknummer:
199903019
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben