Was sich gegen Produkt- und Mar­ken­pi­ra­te­rie tun lässt

HBM 1/2002

Vie­le glau­ben, Pro­dukt­pi­ra­ten sei­en in ers­ter Li­nie an Lu­xus­ar­ti­keln wie teu­ren Uh­ren und ed­len Tex­ti­li­en in­ter­es­siert. Ein Irr­tum, in Wahr­heit wird fast al­les ge­fälscht: von der sim­plen Ge­trän­ke­do­se und Eu­ro­pa­let­te über Soft­wa­re, Ton­trä­ger und Er­satz­tei­le bis hin zum kom­plet­ten Sport­wa­gen. Un­ter­neh­men, de­ren Pro­duk­te ko­piert wer­den, er­lei­den nicht nur fi­nan­zi­el­le Ein­bu­ßen und Re­pu­ta­ti­ons­schä­den. Zur Ge­gen­wehr zwingt auch, dass die Imi­ta­te si­cher­heits­kri­ti­scher Pro­duk­te zu großen Ri­si­ken füh­ren kön­nen, wie die Zwi­schen­fäl­le mit nach­ge­mach­ten Arz­nei­mit­teln oder Flug­zeu­ger­satz­tei­len be­wei­sen. Letzt­lich sind es im­mer Schwach­stel­len in der Wert­schöp­fungs­ket­te der Her­stel­ler, die es den Pro­dukt­pi­ra­ten er­mög­li­chen, Pro­duk­te und Ser­vices zu (ver)fälschen. Hier ha­ben die Au­to­ren zehn Stra­te­gi­en zu ei­nem Ab­wehr­kon­zept ver­eint, mit dem sich Un­ter­neh­men wirk­sam ge­gen das Imi­tie­ren ih­rer An­ge­bo­te schüt­zen kön­nen.
Die welt­weit durch Pro­dukt- und Mar­ken­pi­ra­te­rie - eng­lisch Coun­ter­fei­ting - ver­ur­sach­ten Um­satz­ver­lus­te be­lau­fen sich nach Schät­zun­gen des Coun­ter­fei­ting In­tel­li­gence Bu­reau (CIB) der In­ter­na­tio­na­len Han­dels­kam­mer in Lon­don (ICC) und des Aus­schus­ses für Au­ßen­wirt­schafts­be­zie­hun­gen des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments jähr­lich auf über 250 Mil­li­ar­den US-Dol­lar; die­se Sum­me ent­spricht 5 Pro­zent des Welt­han­dels­vo­lu­mens. Doch ne­ben den fi­nan­zi­el­len Ein­bu­ßen für die ge­schä­dig­ten Un­ter­neh­men fal­len volks­wirt­schaft­lich auch die Steu­er­aus­fäl­le ins Ge­wicht so­wie die ver­lo­re­nen Ar­beitsplät­ze, de­ren Zahl der Deut­sche In­dus­trie- und Han­dels­tag (DIHT) und der Bun­des­ver­band der Deut­schen In­dus­trie (BDI) al­lein für Deutsch­land auf 70 000 bis 80 000 schät­zen.
Au­ßer­dem kön­nen Imi­ta­te die Käu­fer oder Nut­zer er­heb­lich schä­di­gen. Für Schlag­zei­len sorg­ten welt­weit si­cher­heits­ge­fähr­den­de Spiel­zeu­ge aus Chi­na (zum Bei­spiel leicht ent­flamm­ba­re Ted­dy­bä­ren), schwe­re Ver­kehrs­un­fäl­le auf­grund min­der­wer­ti­ger Brems­be­lä­ge oder der Hub­schrau­be­r­ab­sturz des ame­ri­ka­ni­schen He­li­co­pter­her­stel­lers Bell.
Über die Ge­fähr­dung von Men­schen­le­ben und die Image­schä­den für die be­tro­ge­nen Un­ter­neh­men hin­aus, sind zu­dem die mög­li­chen recht­li­chen Kon­se­quen­zen zu be­den­ken: So­bald es durch qua­li­ta­tiv min­der­wer­ti­ge Nach­ah­mer­pro­duk­te zu Sach- oder Per­so­nen­schä­den kommt, lau­fen die Ori­gi­nal­her­stel­ler Ge­fahr, im Rah­men der Pro­dukt­haf­tung zu ho­hen Scha­den­er­satz­for­de­run­gen her­an­ge­zo­gen zu wer­den; es sei denn, es ge­lingt ih­nen, den Nach­weis zu er­brin­gen, dass ge­fälsch­te Pro­duk­te im Spiel wa­ren. Pro­zes­se in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zei­gen je­doch: Sol­che Be­weis­füh­run­gen sind nicht leicht, wenn bei­spiels­wei­se Au­tos oder Flug­ge­rä­te bei Un­fäl­len voll­stän­dig zer­stört wer­den oder ein Me­di­ka­ment nach sei­ner Ver­ab­rei­chung nicht mehr exis­tiert.

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