Alles Kopfsache

FALLSTUDIE:

HBM November 2018

Der Früh­ling war aus­ge­bro­chen. In Mal­mö schi­en die Son­ne, die ers­ten Knos­pen zeig­ten sich an Sträu­chern und Bäu­men. Doch da­für hat­ten Vic­to­ria Lund und Ann Wal­lin kei­nen Blick. Sie sa­ßen in Lunds Büro in ei­nem Neu­bau in Mal­mös Grün­der­vier­tel und wirk­ten er­schöpft – ob­wohl es noch früh am Mor­gen war. Erst ges­tern hat­ten sie er­neut Streit mit dem neu­en CEO Ma­gnus Pers­son ge­habt. So schlimm wa­ren die Grün­de­rin­nen und Pers­son noch nie an­ein­an­der­ge­ra­ten. Der neue CEO war seit gut ei­nem hal­b­en Jahr im Amt und krem­pel­te das Un­ter­neh­men Ljus­hu­vud auf Ge­heiß des Auf­sichts­rats mäch­tig um. Ein Vor­ge­hen, das nicht nur den Grün­de­rin­nen, son­dern auch vie­len in der Be­leg­schaft miss­fiel.
„Wie konn­ten wir nur so naiv sein und uns den vor die Nase set­zen las­sen?“, frag­te Wal­lin zum x-ten Mal.
„Weil uns die Her­ren im Auf­sichts­rat nicht zu­trau­en, dass wir das Ge­schäft zum Lau­fen be­kom­men“, ant­wor­te­te Lund. „Wir sind in de­ren Au­gen eben kei­ne Ver­trie­bs­ex­per­ten“, sag­te sie und stell­te ihre Kaf­fee­tas­se so kräf­tig auf den Tisch, dass der Kaf­fee über­schwapp­te. Lund ver­dreh­te die Au­gen.
„Pers­son kommt aus der Mo­de­in­dus­trie – aber wie wich­tig Image ist, hat er nicht ver­stan­den. Ge­nau­so we­nig wie die Wer­te, für die Ljus­hu­vud steht. Sonst käme er wohl kaum auf die Idee, die Prei­se zu sen­ken und das Ver­trie­bs­netz um­zu­bau­en, um eine an­de­re Ziel­grup­pe an­zu­spre­chen“, sag­te Wal­lin und zer­knüll­te die Skiz­zen, die Pers­son ges­tern ge­malt hat­te: Die Kur­ven auf den Charts zeig­ten al­le­samt nach oben. Bis auf die für die Prei­se und Pro­duk­ti­ons­kos­ten.
Die Grün­de­rin­nen kann­ten ein­an­der aus der Uni­ver­si­tät. Lund hat­te In­ge­nieur­wis­sen­schaf­ten stu­diert, Wal­lin In­dus­trie­de­sign. Im Jahr 2007 hat­te ein ge­mein­sa­mer Freund beim Snow­boar­den eine schwe­re Ge­hirn­ver­let­zung er­lit­ten. Wäre der Un­fall glimpf­li­cher ver­lau­fen, wenn er einen Helm ge­tra­gen hät­te? Dar­über hat­ten sie im Freun­des­kreis oft dis­ku­tiert. Snow­boar­den und Helm, „das ist ein­fach nicht cool“, glaub­ten et­li­che. Die an­ge­hen­de In­ge­nieu­rin Lund be­schloss trotz­dem, sich im Rah­men ih­rer Di­plom­ar­beit des The­mas an­zu­neh­men. Ihre Aus­gangs­fra­ge lau­te­te: Gibt es einen Weg, mit­ein­an­der zu ver­bin­den, was un­mög­lich scheint – Si­cher­heit beim Snow­boar­den ohne Be­ein­träch­ti­gung des Er­schei­nungs­bilds? Ann Wal­lin er­klär­te sich be­reit, den Ent­wurf zu ge­stal­ten. Was den bei­den Frau­en vor­schweb­te, war kein ge­wöhn­li­cher Helm. Ihr Ziel: ein Kopf­schutz, der als sol­cher auf den ers­ten Blick nicht er­kenn­bar ist, da­bei schick aus­sieht und Be­we­gun­gen und Blick­feld nicht ein­schränkt. Sie stell­ten sich eine Art Kra­gen vor, der sich bei ei­nem Un­fall ent­fal­ten soll­te, um Kopf und Hals zu schüt­zen.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
8
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
7
Zeichen:
38.263
Nachdrucknummer:
201811106
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
Nach oben