Das Geheimnis erfolgreicher Projekte

HBM Oktober 2018

Kon­ven­tio­nel­le Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­del­le sind un­ter Druck ge­ra­ten. Au­to­ma­ti­sie­rung, Ro­bo­ter und künst­li­che In­tel­li­genz über­neh­men im­mer mehr Ar­bei­ten, die bis­her Men­schen vor­be­hal­ten wa­ren; ei­ni­ge Tä­tig­keits­fel­der sind be­reits ver­schwun­den oder ha­ben sich völ­lig ver­än­dert. In die­sem neu­en Um­feld wer­den Ver­än­de­run­gen vor al­lem im Rah­men von Pro­jek­ten um­ge­setzt. Die­se uni­ver­sel­le Ar­beits­me­tho­de hat sich nicht nur als die mo­ti­vie­rends­te und am stärks­ten auf den Men­schen aus­ge­rich­te­te er­wie­sen, sie hat auch den größ­ten Mehr­wert für un­se­ren Pla­ne­ten ge­schaf­fen. Und was noch wich­ti­ger ist: Sie kann nicht von Ro­bo­tern, künst­li­cher In­tel­li­genz oder an­de­ren tech­ni­schen Neue­run­gen über­nom­men wer­den.
Pro­jek­te sind der neue Wert­schöp­fungs­stan­dard; ohne sie bleibt kaum ein Un­ter­neh­men im Ge­schäft. Die so­ge­nann­te Gig Eco­no­my ist eben­so pro­jekt­ge­trie­ben wie die agi­len Me­tho­den, die in­zwi­schen über­all zu fin­den sind. Mit an­de­ren Wor­ten: Wir er­le­ben ge­ra­de den Auf­stieg der Pro­jekt­wirt­schaft. Schon heu­te spie­len Pro­jek­te in der deut­schen Wirt­schaft eine tra­gen­de Rol­le. Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Pro­jekt­ma­na­ge­ment und die EBS Uni­ver­si­tät für Wirt­schaft und Recht ka­men 2015 in ei­ner Stu­die zu dem Er­geb­nis, dass im Jahr 2013 be­reits 34,7 Pro­zent des Um­sat­zes und der Tä­tig­kei­ten deut­scher Un­ter­neh­men auf Pro­jek­ten ba­sier­ten. Zwi­schen 2009 und 2013 war die­ser Wert um 20 Pro­zent ge­stie­gen. Für das Jahr 2018 pro­gno­s­ti­zier­te die Stu­die für die deut­sche Wirt­schaft be­reits einen Pro­jek­tan­teil von 40 Pro­zent.
Die­se Zah­len pas­sen zu den Trends in an­de­ren Län­dern. In mei­nen ei­ge­nen Pro­gno­sen gehe ich da­von aus, dass Top­ma­na­ger im Jahr 2025 min­des­tens 60 Pro­zent ih­rer Zeit dar­auf ver­wen­den, Pro­jek­te aus­zu­wäh­len, zu prio­ri­sie­ren und de­ren Um­set­zung vor­an­zu­trei­ben. Schon bald wer­den wir alle zu Pro­jekt­ma­na­gern wer­den; da­bei feh­len vie­len von uns die nö­ti­gen Fach­kennt­nis­se in die­ser Dis­zi­plin. Auch dar­an könn­te es lie­gen, dass in Deutsch­land und im Aus­land pri­va­te wie staat­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen Schwie­rig­kei­ten ha­ben, Pro­jek­te er­folg­reich ab­zu­schlie­ßen und mit ih­ren oft enorm ho­hen In­ves­ti­tio­nen die ge­wünsch­te Ren­di­te zu er­zie­len.

Ent­täusch­te Er­war­tun­gen
Es ist schwer zu sa­gen, wie viel Geld Un­ter­neh­men je­des Jahr ver­schwen­den, weil Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che schlech­te Ent­schei­dun­gen tref­fen, nicht über die nö­ti­gen Kom­pe­ten­zen ver­fü­gen oder nicht ver­ste­hen, wie wich­tig gu­tes Pro­jekt­ma­na­ge­ment ist. Zahl­rei­che Stu­di­en ha­ben ver­sucht, die da­durch ent­stan­de­ne Wert­ver­nich­tung zu be­zif­fern, und er­schre­cken­de Zah­len zu­ta­ge ge­för­dert.
• Der „Pul­se of the Pro­fes­si­on“ von 2018, eine Um­fra­ge des Pro­ject Ma­na­ge­ment In­sti­tu­te (PMI), zeigt, dass Or­ga­ni­sa­tio­nen welt­weit durch schlech­te Pro­jekt­ma­na­ge­ment­prak­ti­ken alle 20 Se­kun­den rund eine Mil­li­on US-Dol­lar ver­schwen­den. Aufs Jahr ge­rech­net sind das knapp zwei Bil­lio­nen Dol­lar; das ent­spricht in etwa dem Brut­to­in­land­s­pro­dukt von Bra­si­li­en.
• Eine 2011 ver­öf­fent­lich­te Stu­die, die 1471 IT-Pro­jek­te ana­ly­sier­te, er­gab, dass die Ist­kos­ten im Durch­schnitt 27 Pro­zent über den Soll­kos­ten la­gen, dass aber je­des sechs­te Pro­jekt im Schnitt 200 Pro­zent über dem Kos­ten­ziel und na­he­zu 70 Pro­zent über dem zeit­li­chen Ziel lag.
• Bent Flyv­b­jerg und Alex­an­der Bud­zier von der Uni­ver­si­tät Ox­ford be­zif­fern die volks­wirt­schaft­li­chen Kos­ten durch ge­schei­ter­te IT-Pro­jek­te in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten auf 50 bis 150 Mil­li­ar­den Dol­lar pro Jahr.
• Die Wirt­schafts­prü­fungs- und Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Pri­ce­wa­ter­hou­se­Coo­pers kam bei der Un­ter­su­chung von 10 640 Pro­jek­ten von 200 Un­ter­neh­men un­ter­schied­li­cher Bran­chen welt­weit zu dem Er­geb­nis, dass nur 2,5 Pro­zent der Un­ter­neh­men all ihre Pro­jek­te zum Er­folg führ­ten.
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