Wie misst man den Erfolg einer Idee?

CHEFSACHE:

HBM Juni 2018

Im Som­mer des Jah­res 2008 ging ich glück­lich und zu­frie­den mei­ner Ar­beit als Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät von Sy­ra­cu­se im US-Bun­des­staat New York nach, als ich einen un­er­war­te­ten An­ruf er­hielt. Das Ame­ri­can En­ter­pri­se In­sti­tu­te (AEI), ei­ner der äl­tes­ten und be­kann­tes­ten Think­tanks des Lan­des, mit dem ich ge­le­gent­lich zu­sam­men­ar­bei­te­te, hat­te wäh­rend des ge­sam­ten vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­res einen neu­en Prä­si­den­ten ge­sucht. Woll­te ich für die­sen Job über­haupt in die en­ge­re Wahl kom­men? Die Think­tank-Bran­che ist klein, es gibt dort kei­ne eta­blier­ten Re­kru­tie­rungs­we­ge für Füh­rungs­kräf­te. Die Auf­sichts­gre­mi­en sind sich nie wirk­lich si­cher, was für ein Typ Men­sch die­se Or­ga­ni­sa­tio­nen lei­ten soll. So wird die Su­che nach Füh­rungs­kräf­ten je­des Mal ein schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen. Zu­fäl­lig weiß ich, dass ich für die­se Po­si­ti­on nicht die ers­te Wahl war – auch nicht die zwei­te oder drit­te. Zwar hat­te ich seit Jah­ren Fun­drai­sing und Ma­na­ge­ment für Non-Pro­fit-Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­lehrt und dar­über ge­schrie­ben, doch we­der mit dem einen noch mit dem an­de­ren hat­te ich tat­säch­lich prak­ti­sche Er­fah­rung. So bin ich mir si­cher, dass die AEI-Auf­se­her sich mit dem Satz „Ach, was soll's – ver­su­chen wir es mal mit ihm“ dazu durch­ge­run­gen hat­ten, mir den Job an­zu­bie­ten. Aber ich hat­te Glück. Sie mach­ten mir das An­ge­bot, und ich nahm es an.
Wenn je­mand zum ers­ten Mal CEO wird, ist das grund­sätz­lich kei­ne leich­te Sa­che. Doch auf mich war­te­te mehr als nur der üb­li­che Lern­pro­zess: In der Zeit zwi­schen mei­ner Zu­sa­ge Mit­te 2008 und dem Ar­beits­be­ginn im dar­auf­fol­gen­den Ja­nu­ar wur­de der Non-Pro­fit-Sek­tor von der Wirt­schafts­kri­se hart ge­trof­fen. Die Spen­den für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke gin­gen von 2008 bis 2009 in­fla­ti­ons­be­rei­nigt um bei­na­he 10 Pro­zent zu­rück, vor al­lem im letz­ten Quar­tal des Jah­res. Das AEI ist voll­stän­dig von Spen­den ab­hän­gig, es er­hält kei­ner­lei staat­li­che Zu­wen­dun­gen oder For­schungs­auf­trä­ge. Just in dem Mo­ment, als ich durch die Tür kam, bra­chen also die Ein­nah­men ein. Die Ein­rich­tung muss­te um je­den ein­zel­nen Dol­lar kämp­fen, mehr als je­mals zu­vor. Mei­ne neu­en Kol­le­gen und ich muss­ten den För­de­rern deut­lich ma­chen, wa­rum sie ihre schrump­fen­den In­ves­ti­tio­nen in das Wohl der Mensch­heit aus­ge­rech­net uns zu­kom­men las­sen soll­ten statt an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen. Wir muss­ten auch zei­gen, auf wel­che Wei­se die Un­ter­stüt­zung un­se­rer Ar­beit tat­säch­lich et­was be­wir­ken wür­de.
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