Zurück in die Zukunft

CHEFSACHE:

HBM Mai 2018

Mein ers­ter Ar­beits­tag bei „Wer lie­fert was“ (wlw) war wie eine Zeit­rei­se zu­rück ins 20. Jahr­hun­dert. Ich bin ge­wiss nicht der Di­gi­tal­crack, aber ich habe die meis­te Zeit mei­nes be­ruf­li­chen Le­bens mit dem Auf­bau und der Lei­tung von In­ter­net­fir­men zu­ge­bracht – als Ge­schäfts­füh­rer bei Autoscout24, Vice Pre­si­dent bei EBay Clas­si­fieds so­wie CEO von Mobile.de und Par­ship. Doch im Som­mer 2012 fand ich mich in der Vor­stand­se­ta­ge im sechs­ten Stock die­ses Ham­bur­ger Ver­lags­hau­ses aus den 50er Jah­ren wie­der – um­ge­ben von schwar­zen Le­der­ses­seln, bie­de­ren Mö­beln und der Bi­blio­thek mei­nes Vor­gän­gers. In den Flu­ren hin­gen Ur­kun­den für lan­ge zu­rück­lie­gen­de In­no­va­tio­nen, un­ten ne­ben dem Fahr­stuhl be­fand sich eine Stech­uhr. Nach 16 Uhr war das Ge­bäu­de ver­waist, und ich war al­lein im Büro.
Viel­leicht mag die­ses Am­bien­te vie­len nicht ab­schre­ckend er­schei­nen, doch wenn man mit der Vi­si­on an­tritt, aus die­sem Haus ein mo­der­nes, in­ter­na­tio­na­les In­ter­net­un­ter­neh­men zu ma­chen, könn­te der Kon­trast zwi­schen An­spruch und Wirk­lich­keit kaum grö­ßer sein.
Bli­cke ich mich da­ge­gen heu­te um, ist vie­les klar und hell. Mein Eck­bü­ro di­rekt am Ein­gang im fünf­ten Stock in der Ham­bur­ger In­nen­stadt hat zwei große bo­den­tie­fe Fens­ter­fron­ten, und auch die Wän­de be­ste­hen teil­wei­se aus Glas. An mei­nem hö­hen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch ste­hend, kann ich mei­ne Kol­le­gen in den Räu­men ne­ben­an an ih­ren Lap­tops ar­bei­ten se­hen. An den Wän­den hän­gen mo­der­ne Kunst und Kan­ban-Boards. Wenn ich abends im Büro ste­he, herrscht meist noch ge­schäf­ti­ges Trei­ben bei wlw, oder Kol­le­gen tref­fen sich auf ein Bier in der Kü­che und tau­schen sich aus.
Das alte Haus di­rekt an den Bahn­glei­sen hin­ter der S-Bahn-Sta­ti­on Ber­li­ner Tor ha­ben wir räum­lich wie men­tal hin­ter uns ge­las­sen. Es war ein Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess, der uns al­les ab­ver­langt hat. Am Ende des Ta­ges – wenn­gleich ich nur eine Zwi­schen­bi­lanz zie­hen mag, weil wir noch viel vor­ha­ben – ist aus dem 1932 ge­grün­de­ten Lie­fe­ran­ten-Adress­ver­zeich­nis ein völ­lig neu­es Un­ter­neh­men ge­wor­den, das auf sei­ne Wur­zeln stolz ist, aber den di­gi­ta­len Her­aus­for­de­run­gen des 21. Jahr­hun­derts al­le­mal ge­wach­sen ist.
Die Her­aus­for­de­run­gen wa­ren und sind nach wie vor groß. Dem B2B-Markt steht im In­ter­net ein ähn­li­cher Boom be­vor, wie wir ihn in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren im Con­su­mer-Be­reich ge­se­hen ha­ben. Es gibt Pro­gno­sen, dass der On­li­ne-B2B-Markt im Jahr 2020 welt­weit mehr als dop­pelt so groß sein wird wie der B2C-Markt im In­ter­net. Wir ha­ben den Wett­be­wer­bs­vor­teil, früh in ei­nem stark frag­men­tier­ten Markt ak­tiv ge­we­sen zu sein und enge Be­zie­hun­gen zu Tau­sen­den von Kun­den auf­ge­baut zu ha­ben. Die­sen Vor­teil wol­len und wer­den wir na­tür­lich nut­zen.
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