Die Power von Start-Ups nutzen

HBM April 2018

An­fang 2017 er­reich­te uns der Hil­fe­ruf ei­nes CEOs. Er führ­te ein großes mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men für Spe­zial­ma­schi­nen. Er wuss­te, dass ihm Start-ups hel­fen kön­nen, die In­no­va­ti­ons­leis­tung zu ver­bes­sern. Was ihn aber schier zur Ver­zweif­lung trieb, war die enor­me Fül­le an Mög­lich­kei­ten und Ver­spre­chun­gen: „Wel­cher Weg ist der rich­ti­ge? Wer soll da noch durch­bli­cken?“, frag­te er uns, vor sich einen Sta­pel Zei­tungs­ar­ti­kel, In­ter­net­mel­dun­gen und Er­leb­nis­be­rich­te. Da­ne­ben ein wei­te­rer Sta­pel mit Selbst­dar­stel­lun­gen von Ac­ce­le­ra­to­ren, In­ku­ba­to­ren, In­no­va­ti­on Labs, In­no­va­ti­on Hubs und Start-up-Ga­ra­gen.
Die An­ek­do­te il­lus­triert: Rund um das The­ma Un­ter­neh­mens­grün­dung und die För­de­rung von In­no­va­ti­on ist eine In­dus­trie ent­stan­den. Wo sich vor ei­ni­gen Jah­ren nur we­ni­ge Start-ups und noch we­ni­ger Wag­nis­ka­pi­tal­ge­ber ge­gen­über­stan­den, ge­deiht nun ein ar­ten­rei­ches Öko­sys­tem. Den Um­bruch trei­ben vor al­lem ehe­ma­li­ge Start-up-Grün­der an. Sie wol­len ihre po­si­ti­ven wie ne­ga­ti­ven Er­fah­run­gen nut­zen, um den Grün­dungs- und In­no­va­ti­ons­pro­zess zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren. Das Ziel: schnel­ler, sys­te­ma­ti­scher und mit hö­he­rer Er­folg­schan­ce in­no­vie­ren, von der Ideen­ent­wick­lung bis zur Ka­pi­ta­li­sie­rung. So ist ein Strauß an In­sti­tu­tio­nen mit un­ter­schied­li­chen Leis­tun­gen ent­stan­den – je brei­ter das An­ge­bot wird, umso mehr geht die Trans­pa­renz ver­lo­ren: Un­ter glei­cher Be­zeich­nung gibt es nun ganz un­ter­schied­li­che Leis­tungs­ver­spre­chen. Zu­dem ver­än­dert sich die­se neue Bran­che so schnell, dass vie­le Be­ob­ach­ter den Über­blick ver­lie­ren.
Wir ha­ben uns die Po­si­tio­nie­rung und das Leis­tungs­spek­trum von über 100 Ak­teu­ren aus dem Feld der Start-up-In­sti­tu­tio­nen an­ge­se­hen und sie an­hand von Merk­ma­len wie Ge­schäfts­zweck und Start-up-Rei­fe­grad ka­te­go­ri­siert. Zu­sätz­lich führ­ten wir In­ter­views mit Ver­tre­tern aus­ge­wähl­ter Or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie mit Füh­rungs­kräf­ten eta­blier­ter Un­ter­neh­men, die sol­che Ein­hei­ten ge­schaf­fen ha­ben be­zie­hungs­wei­se de­ren Diens­te in An­spruch neh­men. In die­sem Bei­trag zei­gen wir, wel­che Start-up-In­sti­tu­tio­nen man un­ter­schei­det und wie die­se als Teil ei­nes Un­ter­neh­mens den Weg von der Idee zum Mark­ter­folg un­ter­stüt­zen.

Vier Wege zum neu­en Ge­schäft
Im We­sent­li­chen lässt sich das An­ge­bot in vier Ty­pen ein­tei­len: In­no­va­ti­on Hub, Ac­ce­le­ra­tor, Ven­ture Ca­pi­ta­list und Com­pa­ny Buil­der. Sie alle ha­ben das glei­che Ziel: Die Er­neue­rung för­dern, vor al­lem bahn­bre­chen­de In­no­va­tio­nen for­cie­ren und die Leis­tung von neu ge­grün­de­ten Ein­hei­ten stei­gern.
Die­se Ein­rich­tun­gen be­tei­li­gen sich ak­tiv und part­ner­schaft­lich an dem kom­ple­xen und ri­si­ko­be­haf­te­ten Pro­zess des Auf­baus neu­er Un­ter­neh­mun­gen, dem so­ge­nann­ten Ven­ture Buil­ding. Die vier un­ter­such­ten Start-up-In­itia­ti­ven ver­fol­gen da­bei un­ter­schied­li­che Zie­le: In­no­va­ti­on Hubs wol­len Grün­der und Grün­dungs­wil­li­ge be­fä­hi­gen, sich zu ver­net­zen, und ih­nen auch da­bei hel­fen, Ide­en zu ent­wi­ckeln und aus­zu­ar­bei­ten. Das En­ga­ge­ment en­det (meist) nach der Ide­en­pha­se. Ge­nau hier setzt der Ac­ce­le­ra­tor an. Des­sen Pro­gram­me zie­len auf die Va­li­die­rung von Ide­en, vor al­lem aber auf de­ren be­schleu­nig­te Ent­wick­lung. Ven­ture Ca­pi­ta­lists wie­der­um kon­zen­trie­ren sich in der Re­gel auf die Pha­sen Va­li­die­rung und Eta­blie­rung des Ge­schäfts­mo­dells im Le­ben ei­nes Start-ups. Ge­schäfts­zweck ist die fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung. Um­fas­sen­der ist das Leis­tungs­ver­spre­chen der Com­pa­ny Buil­der. Sie wol­len dem Pro­zess von der Ide­en­ge­ne­rie­rung bis zur Eta­blie­rung des Ge­schäfts sei­ne Ein­ma­lig­keit neh­men, um dar­aus eine Rou­ti­ne zu ma­chen, die im­mer wie­der schnell und er­folg­reich zu durch­lau­fen ist (sie­he Ta­bel­le „Die Stär­ken der Hel­fer“).
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