Social Tools richtig eingesetzt

HBM Februar 2018

Es ist atem­be­rau­bend, mit wel­cher Ge­schwin­dig­keit So­ci­al Tools in der Ar­beits­welt Ein­zug hal­ten: Im­mer mehr Un­ter­neh­men set­zen auf in­tern ge­nutz­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men wie Slack, Yam­mer und Chat­ter oder ein­ge­bun­de­ne Sys­te­me wie Mi­cro­soft Teams und Jira. In ei­ner brei­ten Stu­die des McKin­sey Glo­bal In­sti­tu­te un­ter 4200 Un­ter­neh­men ga­ben 72 Pro­zent der be­frag­ten Fir­men an, die Kom­mu­ni­ka­ti­on ih­rer Mit­ar­bei­ter durch sol­che An­wen­dun­gen zu för­dern.
Die­se hohe Quo­te er­reg­te un­se­re Neu­gier­de. Wir ba­ten des­halb Füh­rungs­kräf­te großer wie klei­ner Un­ter­neh­men, uns mehr über die Grün­de zu ver­ra­ten, wes­halb sie neu­er­dings auf So­ci­al Tools und So­ci­al Plat­forms set­zen. Häu­fig hör­ten wir Ant­wor­ten wie: „An­de­re Fir­men nut­zen die­se In­stru­men­te schon, des­halb wol­len wir nach­zie­hen“ oder „Das ist heu­te eine Vor­aus­set­zung, um jun­ge Mit­ar­bei­ter zu ge­win­nen“. Die­ser Her­den­ef­fekt ist we­nig über­ra­schend. Et­was an­de­res da­für umso mehr: Nur sel­ten ging die Ein­füh­rung der neu­en Tools mit ei­nem sorg­fäl­tig durch­dach­ten Kon­zept ein­her. Ein sol­ches ver­lan­gen Un­ter­neh­mens­lei­tun­gen nor­ma­ler­wei­se, be­vor sie der Ein­füh­rung an­de­rer Tech­no­lo­gi­en (bei­spiels­wei­se ei­ner CRM-An­wen­dung zur Kun­den­pfle­ge oder ei­nes Com­pu­ter­si­mu­la­ti­ons­sys­tems) zu­stim­men.
Um sys­te­ma­tisch er­for­schen zu kön­nen, wie So­ci­al Tools die Un­ter­neh­mens­leis­tung be­ein­flus­sen, ha­ben wir die Mit­ar­bei­ter ei­nes großen Fi­nanz­dienst­leis­ters in zwei Grup­pen auf­ge­teilt und über sechs Mo­na­te be­ob­ach­tet. Die ers­te Grup­pe nutz­te eine in­ter­ne So­ci­al Plat­form na­mens Jive-n, die an­de­re nicht.
Die Un­ter­schie­de wa­ren be­mer­kens­wert: Die­je­ni­gen Mit­ar­bei­ter, die das Tool nutz­ten, wa­ren um 31 Pro­zent er­folg­rei­cher, wenn es dar­um ging, für eine be­stimm­te Auf­ga­be den ge­eig­ne­ten Kol­le­gen zu fin­den. Den glei­chen Mit­ar­bei­tern ge­lang es mit ei­ner um 88 Pro­zent hö­he­ren Er­folgs­quo­te, je­man­den zu fin­den, der sie mit ei­nem pas­sen­den Ex­per­ten zu­sam­men­brin­gen konn­te. Er­zielt ha­ben sie die­sen Ef­fek­ti­vi­täts­s­prung, weil sie be­ob­ach­tet hat­ten, wor­über und mit wem ihre Kol­le­gen auf Jive-n ge­spro­chen hat­ten. Bei der Ver­gleichs­grup­pe ohne Zu­gang zu Jive-n kam es über den glei­chen Zeit­raum zu kei­ner Ver­bes­se­rung der bei­den Mess­wer­te.
Seit die­ser ers­ten Stu­die ha­ben wir den Ein­satz von So­ci­al Tools in ver­schie­de­nen Ar­beit­sum­fel­dern un­ter­sucht, un­ter an­de­rem im Fi­nanz­sek­tor, der Ver­si­che­rungs­bran­che, der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on, dem On­li­ne­han­del, der Com­pu­ter­bran­che und in der Kli­ma­for­schung. Das Er­geb­nis wird im­mer deut­li­cher: Die Mit­mach­platt­for­men un­ter­stüt­zen die Zu­sam­men­ar­beit und den Wis­sens­aus­tausch über die Gren­zen ein­zel­ner Ab­tei­lun­gen hin­weg. Sie hel­fen Mit­ar­bei­tern, schnel­ler zu ei­ner Ent­schei­dung zu kom­men, in­no­va­ti­ve­re Pro­dukt- und Dienst­leis­tungs­ide­en zu ent­wi­ckeln und sich mit mehr En­ga­ge­ment in ihre Ar­beit und ihr Un­ter­neh­men ein­zu­brin­gen.
In den zu­rück­lie­gen­den bei­den Jahr­zehn­ten ha­ben Un­ter­neh­men ver­sucht, die­se Zie­le mit­hil­fe von Wis­sens­ma­na­ge­ment­sys­te­men zu er­rei­chen – mit be­schei­de­nem Er­folg. Denn wich­ti­ge Aspek­te des Wis­sen­strans­fers be­tref­fen die Er­fas­sung von Kol­le­gen, die über maß­geb­li­ches Fach­wis­sen ver­fü­gen, und des Kon­tex­tes, in dem be­stimm­te In­for­ma­tio­nen ent­ste­hen. Da­ten­ban­ken aber ge­ben über die­se Zu­sam­men­hän­ge kei­ner­lei Aus­kunft. Das ge­lingt erst mit So­ci­al Tools.
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