Eine Brücke zwischen digitaler und physischer Welt

HBM Februar 2018

Es gibt einen grund­le­gen­den Bruch zwi­schen dem Wert der vie­len di­gi­ta­len Da­ten, die uns zur Ver­fü­gung ste­hen, und der phy­si­schen Welt, in der wir sie ein­set­zen: Wäh­rend un­se­re Rea­li­tät drei­di­men­sio­nal ist, blei­ben all die Da­ten, auf die wir uns bei un­se­ren Ent­schei­dun­gen und in un­se­rem Han­deln ver­las­sen, an zwei­di­men­sio­na­le Druck­sei­ten und Bild­schir­me ge­bun­den. Die­se Kluft zwi­schen der rea­len und der vir­tu­el­len Welt be­grenzt un­se­re Fä­hig­keit, die Flut von Da­ten und Er­kennt­nis­sen zu nut­zen, die die Mil­li­ar­den von in­tel­li­gen­ten, ver­netz­ten Pro­duk­ten in al­ler Welt pro­du­zie­ren.
Die Lücke kann mit­hil­fe so­ge­nann­ter er­wei­ter­ter Rea­li­tät ge­schlos­sen wer­den. Da­mit ist eine Rei­he von Tech­no­lo­gi­en ge­meint, die un­ter der eng­li­schen Be­zeich­nung Aug­men­ted Rea­li­ty (AR) be­kannt sind und un­se­re phy­si­sche Um­ge­bung mit di­gi­ta­len Da­ten und Bil­dern über­la­gern. Die er­wei­ter­te Rea­li­tät steht zwar noch am An­fang ih­rer Ent­wick­lung, sie dürf­te aber schon bald zum Main­stream wer­den. Ei­ner Schät­zung zu­fol­ge wer­den die AR-In­ves­ti­tio­nen 2020 die Mar­ke von 50 Mil­li­ar­den US-Dol­lar er­rei­chen. Er­wei­ter­te Rea­li­tät wird Un­ter­neh­men al­ler Bran­chen und vie­le an­de­re Or­ga­ni­sa­tio­nen er­rei­chen, von Uni­ver­si­tä­ten bis hin zu So­zial­un­ter­neh­men. Sie wird in den kom­men­den Mo­na­ten und Jah­ren die Art und Wei­se, wie wir ler­nen, Ent­schei­dun­gen tref­fen und mit un­se­rer phy­si­schen Um­welt in­ter­a­gie­ren, von Grund auf ver­än­dern. Und sie wird ver­än­dern, wie Un­ter­neh­men ihre Kun­den be­die­nen, Mit­ar­bei­ter schu­len, Pro­duk­te kon­zi­pie­ren und pro­du­zie­ren, ihre Wert­schöp­fungs­ket­ten ma­na­gen und letzt­lich auch ihre Wett­be­wer­bs­po­si­ti­on de­fi­nie­ren.
Wir be­schrei­ben in die­sem Bei­trag, was er­wei­ter­te Rea­li­tät ist, wel­che Tech­no­lo­gi­en und An­wen­dun­gen da­hin­ter­ste­cken und wa­rum sie so wich­tig ist. Ihre Be­deu­tung wird mit der Ver­brei­tung von in­tel­li­gen­ten, ver­netz­ten Pro­duk­ten ex­po­nen­ti­ell zu­neh­men, denn sie ver­stärkt die Fä­hig­keit sol­cher Pro­duk­te, einen Mehr­wert zu schaf­fen und den Wett­be­werb neu zu de­fi­nie­ren. Er­wei­ter­te Rea­li­tät wird die neue Schnitt­stel­le zwi­schen Men­sch und Ma­schi­ne wer­den und eine Brücke zwi­schen der di­gi­ta­len und der phy­si­schen Welt schla­gen. Mo­men­tan gibt es beim prak­ti­schen Ein­satz von er­wei­ter­ter Rea­li­tät noch Schwie­rig­kei­ten, aber Pio­nie­re wie Ama­zon, Fa­ce­book, Ge­ne­ral Elec­tric, Mayo Cli­nic und die ame­ri­ka­ni­sche Ma­ri­ne wen­den AR be­reits an und ver­zeich­nen be­deu­ten­de Aus­wir­kun­gen auf Qua­li­tät und Pro­duk­ti­vi­tät. Wir bie­ten Un­ter­neh­men in die­sem Bei­trag einen Fahr­plan für die Ein­füh­rung von er­wei­ter­ter Rea­li­tät an und er­läu­tern die zen­tra­len Ent­schei­dun­gen, die Un­ter­neh­men tref­fen müs­sen, wenn sie AR in ihre Stra­te­gie und ih­ren ope­ra­ti­ven Be­trieb in­te­grie­ren.

Was ist er­wei­ter­te Rea­li­tät?
Ver­ein­zel­te AR-An­wen­dun­gen gibt es seit Jahr­zehn­ten, aber erst seit Kur­z­em ha­ben wir die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen, um das Po­ten­zi­al von er­wei­ter­ter Rea­li­tät wirk­lich aus­zu­schöp­fen. Im Grun­de wan­deln AR-An­wen­dun­gen Da­ten und Ana­ly­sen in Bil­der und Ani­ma­tio­nen um, die sie über un­se­re rea­le Welt le­gen. Mo­men­tan be­fin­den sich die meis­ten AR-An­wen­dun­gen in Apps auf Mo­bil­ge­rä­ten, die Be­reit­stel­lung ver­la­gert sich aber zu­neh­mend auf so­ge­nann­te Wea­ra­bles, also Ge­rä­te, die am Kör­per ge­tra­gen oder be­fes­tigt wer­den, zum Bei­spiel Head-moun­ted Dis­plays (HMD) oder Da­ten­bril­len. Vie­le ken­nen er­wei­ter­te Rea­li­tät aus ein­fa­chen Un­ter­hal­tungs­an­wen­dun­gen, etwa Snap­chat-Fil­tern oder dem Spiel „Pokémon GO“. Es gibt aber so­wohl für Ver­brau­cher als auch für Un­ter­neh­men er­heb­lich wich­ti­ge­re Ein­satz­be­rei­che. Head-up-Dis­plays, die Na­vi­ga­ti­ons­in­fos, Kol­li­si­ons­war­nun­gen und an­de­re Da­ten di­rekt ins Sicht­feld des Fah­rers pro­ji­zie­ren, gibt es in­zwi­schen in Dut­zen­den Au­to­mo­del­len. Tau­sen­de Un­ter­neh­men tes­ten für ihre Fa­brik­ar­bei­ter trag­ba­re AR-Ge­rä­te, die Pro­duk­ti­ons-, Mon­ta­ge- oder Ser­vicean­wei­sun­gen in die rea­le Ar­beit­sum­ge­bung ein­blen­den. Er­wei­ter­te Rea­li­tät er­gänzt oder er­setzt tra­di­tio­nel­le Hand­bü­cher und Schu­lungs­me­tho­den in ei­nem im­mer schnel­le­ren Tem­po.
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