Frauen haben bessere Nerven

VERTEIDIGEN SIE IHRE FORSCHUNG:

HBM Februar 2018

Wie ka­men Sie zu Ih­ren Er­geb­nis­sen?
KRU­MER Wir ha­ben uns die Leis­tun­gen der Auf­schlä­ger an­ge­schaut – die nor­ma­ler­wei­se im Vor­teil sind –, und zwar in je­dem ers­ten Satz, der 2010 bei den Aus­tra­li­an, French und US Open so­wie in Wim­ble­don ge­spielt wur­de. Wir fan­den her­aus, dass die Leis­tun­gen der Män­ner stär­ker ein­bra­chen als die der Frau­en, wenn sich das Match in ei­ner kri­ti­schen Si­tua­ti­on be­fand. In Sät­zen bei­spiels­wei­se, in de­nen es 4 : 4 stand, stieg bei den Her­ren die An­zahl der ver­lo­re­nen Auf­schlag­spie­le um mehr als 7 Pro­zent­punk­te, nach­dem die Spie­ler den Gleich­stand er­reicht hat­ten. Bei den Da­men sa­hen wir kaum einen Un­ter­schied zwi­schen der Leis­tung vor und nach dem Gleich­stand. Und selbst wenn es bei ih­nen durch den stei­gen­den Druck zu ei­nem Ein­bruch kam, so fiel die­ser im Durch­schnitt um 50 Pro­zent ge­rin­ger aus als der ih­rer männ­li­chen Pen­dants. Mei­ne Ko­au­to­ren – Dan­ny Co­hen-Zada und Mosi Ro­sen­boim von der Ben-Gu­ri­on-Uni­ver­si­tät und Of­fer Mos­he Sha­pir von der NYU Shang­hai – und ich den­ken da­her, dass wir ge­trost be­haup­ten kön­nen: Im Pro­fi­ten­nis kön­nen Frau­en mit Druck bes­ser um­ge­hen als Män­ner. Sie ver­sa­gen in kri­ti­schen Mo­men­ten we­ni­ger. Ob sich das auch auf an­de­re Wett­be­wer­bs­si­tua­tio­nen über­tra­gen lässt, bleibt ab­zu­war­ten.

Wa­rum ha­ben Sie sich nur mit Ten­nis, nur mit ers­ten Sät­zen und nur mit Grand-Slam-Tur­nie­ren be­schäf­tigt?
KRU­MER Ten­nis ist ein Sport, bei dem wir sehr ein­fach Leis­tung und Wett­be­wer­bs­druck mes­sen kön­nen. Je­dem Punkt, Spiel, Satz und Match lässt sich ein kla­rer Ge­win­ner zu­ord­nen. Sie kön­nen auch das Aus­maß be­stim­men, in dem das Ge­win­nen ei­nes Spiels – wenn es etwa 1 : 1, 3 : 1 oder 5 : 0 steht – die Ge­winn­wahr­schein­lich­keit für das ge­sam­te Match be­ein­flusst. Wir ha­ben nur die ers­ten Sät­ze un­ter­sucht, weil wir dach­ten, dass Asym­me­trie, Er­schöp­fung und Mo­men­tum viel­leicht zu Fak­to­ren in spä­te­ren Sät­zen wer­den wür­den. Zu­dem bringt es einen rie­si­gen Vor­teil, den ers­ten Satz zu ge­win­nen: Nach un­se­ren Da­ten ge­wan­nen 85 Pro­zent der Frau­en und 77 Pro­zent der Män­ner, die den ers­ten Satz ge­won­nen hat­ten, auch das Match. Und auf Grand-Slam-Tur­nie­re ha­ben wir uns be­schränkt, weil dort die mo­ne­tä­ren An­rei­ze am größ­ten sind und am meis­ten Welt­ranglis­ten­punk­te ver­ge­ben wer­den. Au­ßer­dem sind es die ein­zi­gen Tur­nie­re, bei de­nen die Preis­gel­der für die Da­men- und Her­ren­wett­be­wer­be gleich sind. Män­ner spie­len bei Grand-Slam-Tur­nie­ren mehr Sät­ze – fünf statt drei bei den Frau­en –, aber wenn das eine Rol­le spielt, dann ist es für die Frau­en nur umso wich­ti­ger, den ers­ten Satz zu ge­win­nen.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
1
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
2
Zeichen:
13.055
Nachdrucknummer:
201802016
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
Nach oben