Glücklich sein im Job

HBM Januar 2018

Das Le­ben ist zu kurz, um im Be­ruf un­glück­lich zu sein. Und doch sind vie­le Fach- und Füh­rungs­kräf­te, die ihre Kar­rie­re selbst in der Hand ha­ben, ge­nau das: de­mo­ti­viert, un­er­füllt und un­glück­lich. So wie Sha­ron, Vice Pre­si­dent ei­nes in­ter­na­tio­na­len Ener­gie­un­ter­neh­mens und eine mei­ner Kli­en­tin­nen in der Be­ra­tung. Sie ist in­tel­li­gent, ar­bei­tet hart und hat es nach oben ge­schafft, weil sie sich an die Re­geln ge­hal­ten hat. Sie ver­dient eine Men­ge Geld, liebt ih­ren Mann und ist stolz auf ihre Kin­der. Ob­wohl sie al­les hat­te, was sie sich wünsch­te, war sie nicht glück­lich. Die Si­tua­ti­on zu Hau­se war an­ge­spannt, und die Ar­beit er­füll­te sie nicht mehr mit Zu­frie­den­heit. Sie war das Tak­tie­ren am Ar­beits­platz leid, und die stän­di­gen An­stren­gun­gen, in je­dem Quar­tal aus­glei­chen zu müs­sen, was im Un­ter­neh­men ge­ra­de schief­lief, mach­ten sie zy­nisch. Sie stöhn­te über die vie­len Über­stun­den, die von ihr er­war­tet wur­den. Auch die nächs­te Be­för­de­rung und die Bo­nus­zah­lun­gen wa­ren nicht mehr so ver­lo­ckend wie frü­her. Den­noch ar­bei­te­te Sha­ron ge­nau­so hart wie im­mer: sich an­zu­stren­gen war für sie zur Ge­wohn­heit ge­wor­den.
Sha­ron mach­te an­de­re für ihre Lust­lo­sig­keit ver­ant­wort­lich. Das Füh­rungs­team habe kei­ne Be­zie­hung zum Ta­ges­ge­schäft, er­klär­te sie. Bei Freun­den und Kol­le­gen be­klag­te sie sich über Fehl­ent­schei­dun­gen des Ma­na­ge­ments, über die Un­ter­neh­mens­stra­te­gie und das, was sie als man­geln­den Weit­blick auf­sei­ten der höchs­ten Füh­rungs­ebe­ne wahr­nahm. Ihr ge­sam­tes Team er­schi­en ihr nach­läs­sig.
Sha­ron war schon ei­ni­ge Mo­na­te lang zum Coa­ching zu mir ge­kom­men, und sie war mir sym­pa­thisch ge­wor­den. Doch selbst ich fand ihre Vor­wür­fe er­mü­dend. Wie ihre Kol­le­gen dar­auf rea­gier­ten, kann ich mir nur vor­stel­len. Als wir end­lich da­mit durch wa­ren, wa­rum alle an­de­ren an ih­rer Un­zu­frie­den­heit schuld wa­ren, sag­te sie: „Ich weiß ja, dass ich viel­leicht selbst et­was än­dern könn­te. Aber ich habe ein­fach zu viel zu tun. Au­ßer­dem spielt es kei­ne Rol­le, ob ich glück­lich bin oder nicht. Wich­tig ist nur, dass ich mei­ne Ziel­vor­ga­ben er­rei­che.“ In nach­denk­li­che­ren Mo­men­ten ge­stand Sha­ron durch­aus ein, dass ihre An­span­nung und ihre Un­zu­frie­den­heit sich ne­ga­tiv auf ihre Ar­beits­be­zie­hun­gen, ihre Fa­mi­lie und ihre Ge­sund­heit aus­wirk­ten. Sie muss­te so­gar fest­stel­len, dass sie hier und da an­ge­fan­gen hat­te, bei Klei­nig­kei­ten ge­gen ihr Ge­wis­sen zu han­deln. Was sie aber nicht be­merk­te, war: Je un­glück­li­cher sie wur­de, de­sto mehr schwand auch ihre Leis­tungs­fä­hig­keit im Job.
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