Charisma verdeckt Schwächen

HBM September 2017

Alle paar Mo­na­te ruft mich ein CEO an und bit­tet um ein ver­trau­li­ches Ge­spräch über den der­zei­ti­gen Chief Mar­ke­ting Of­fi­cer sei­nes Un­ter­neh­mens. Nor­ma­ler­wei­se geht es dar­um, dass der CEO un­zu­frie­den mit sei­nem CMO ist und über einen Aus­tausch nach­denkt. Vor­her möch­te er aber die ver­schie­de­nen Op­tio­nen durch­spre­chen und einen schnel­len Über­blick dar­über be­kom­men, wie der Ar­beits­markt für die bes­ten Füh­rungs­kräf­te ge­ra­de aus­sieht.
Ich emp­fin­de die Re­gel­mä­ßig­keit die­ser An­ru­fe als be­sorg­nis­er­re­gend. Das mag über­ra­schend klin­gen, schließ­lich le­ben Per­so­nal­be­ra­ter von ei­nem ge­wis­sen Maß an Fluk­tua­ti­on. Doch so­wohl mei­nen Kol­le­gen als auch mir ge­fällt es nicht, wie häu­fig CMOs schei­tern.
Dass sie es tun, liegt meist an über­zo­ge­nen Er­war­tun­gen. Die CEOs von heu­te wün­schen sich als CMO je­man­den, der das Wachs­tum vor­an­treibt, aber nicht jede Füh­rungs­kraft im Mar­ke­ting hat die Fä­hig­keit, Er­fah­rung und den rich­ti­gen Füh­rungs­stil, um Um­satz und Er­trag zu stei­gern und sich gleich­zei­tig in ei­ner neu­en Kul­tur zu­recht­zu­fin­den. Teil mei­ner Auf­ga­be ist es, die Auf­merk­sam­keit al­ler Be­tei­lig­ten auf die Be­son­der­hei­ten des Jobs zu len­ken und dort zu hal­ten. All­zu oft wird der Ein­stel­lungs­pro­zess zu ei­nem Be­liebt­heits­wett­be­werb, bei dem die Kan­di­da­ten mit dem größ­ten Cha­ris­ma be­vor­zugt wer­den. Cha­ris­ma ist wich­tig, aber wenn es ver­deckt, dass die Fä­hig­kei­ten des Kan­di­da­ten nicht zu den Er­for­der­nis­sen der Stel­le pas­sen, stei­gert es die Wahr­schein­lich­keit des Schei­terns.
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