Dem Gewissen folgen oder Karriere machen?

FALLSTUDIE:

HBM August 2017

Su­san Kim war sich nicht si­cher, ob sie ih­ren künf­ti­gen Chef rich­tig ver­stan­den hat­te. Für ein Te­le­fonat zwi­schen San Fran­cis­co und Seoul war die Ver­bin­dung ei­gent­lich ganz gut. Trotz­dem bat sie Suk­bin Moon, sei­ne Bit­te noch ein­mal zu wie­der­ho­len.
Mr. Moon (ihr Va­ter Don, der zur Hälf­te ko­rea­ni­scher Ab­stam­mung war, hat­te Su­san er­klärt, dass sie ihn so nen­nen sol­le) lei­te­te die Zan­tech-Fi­lia­le in Seoul. Su­san hat­te ge­ra­de ihr Som­mer­prak­ti­kum bei dem Un­ter­neh­men für Cy­ber­si­cher­heit an­ge­tre­ten und hät­te zu die­sem Zeit­punkt ei­gent­lich schon in Seoul mit Mr. Mo­ons Team zu­sam­men­ar­bei­ten sol­len; doch lei­der hat­te es Pro­ble­me mit ih­rem Vi­sum ge­ge­ben. Da­her hat­te Emma Vis­ser, die das Prak­ti­kan­ten­pro­gramm von Zan­tech lei­te­te, ihr vor­ge­schla­gen, von San Fran­cis­co aus zu ar­bei­ten, bis die Schwie­rig­kei­ten be­ho­ben wa­ren.
Eine von Sus­ans Haupt­auf­ga­ben wäh­rend des Prak­ti­kums be­stand dar­in, Mr. Moon bei sei­ner Markt­for­schungs­ar­beit zur Hand zu ge­hen. Dazu soll­te sie an­de­re Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men (teil­wei­se auch di­rek­te Kon­kur­ren­ten von Zan­tech) um An­ga­ben zu de­ren Pro­duk­ten, Ser­vice­leis­tun­gen, Kun­den, Um­sät­zen und an­de­ren re­le­van­ten Da­ten bit­ten. Er hat­te ihr be­reits eine Lis­te von Ziel­un­ter­neh­men und An­sprech­part­nern ge­mailt. Doch bei ih­rem heu­ti­gen Te­le­fonat hat­te er ihr na­he­ge­legt, bei der Kon­takt­auf­nah­me mit die­sen Ge­sprächs­part­nern doch lie­ber ihre Uni­ver­si­täts­mail­adres­se zu ver­wen­den und sich als MBA-Stu­den­tin vor­zu­stel­len.
Of­fen­bar spür­te er ihr Zö­gern, denn er setz­te hin­zu: „Das ist all­ge­mein üb­lich. Nur so kom­men wir an wahr­heits­ge­treue In­for­ma­tio­nen.“
Su­san rutsch­te un­be­hag­lich auf ih­rem Stuhl hin und her. Das war ihr ers­tes Ge­spräch mit ih­rem neu­en Vor­ge­setz­ten, bei dem sie na­tür­lich einen mög­lichst po­si­ti­ven Ein­druck hin­ter­las­sen woll­te.
„An­ders be­kom­men Sie die In­for­ma­tio­nen nicht“, brach Mr. Moon schließ­lich das Schwei­gen. „Un­se­re frü­he­ren Prak­ti­kan­ten sind auch so vor­ge­gan­gen. Sie brau­chen also kei­ne Be­den­ken zu ha­ben.“
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