„Routinen sind tödlich“

INTERVIEW:

HBM August 2017

Geht die Su­che nach neu­en Ide­en in Deutsch­land an­ders von­stat­ten als in Groß­bri­tan­ni­en oder in den USA?
BROWN Es exis­tie­ren of­fen­sicht­lich Un­ter­schie­de, was den Kon­text an­geht. Vie­le deut­sche Un­ter­neh­men le­gen großen Wert auf die Ent­wick­lung oder das Pro­dukt. Das ist ihre Stär­ke. Die große Her­aus­for­de­rung für sie be­steht in der di­gi­ta­len Trans­for­ma­ti­on – dem Wan­del hin zu ei­ner Wirt­schaft, die sich an Dienst­leis­tun­gen oder Er­leb­nis­sen statt an Pro­duk­ten ori­en­tiert. Das ist eine Schwä­che Deutsch­lands, weil die Art und Wei­se, wie wir über Dienst­leis­tun­gen den­ken, sehr viel mehr von Platt­for­men aus­geht. Pro­duk­t­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men ha­ben da­mit Schwie­rig­kei­ten. Vie­le deut­sche Fir­men ma­chen im Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung ge­nau­so wei­ter wie bis­her: Wenn sie di­gi­ta­le Ide­en ent­wi­ckeln, dann su­chen sie nach Pro­duk­ten, nicht nach Dienst­leis­tun­gen oder Er­leb­nis­sen.
An­de­rer­seits: Die Tat­sa­che, dass deut­sche Un­ter­neh­men auf ei­ner so gu­ten tech­ni­schen In­fra­struk­tur, auf so vie­len Tech­no­lo­gi­en und tol­len Pro­duk­ten auf­bau­en kön­nen, ist ein großer Vor­teil. Egal ob Au­to­mo­bil­in­dus­trie, Kon­sum­gü­ter oder IT – man braucht be­son­de­re tech­ni­sche Fä­hig­kei­ten, um dar­aus Ser­vices und Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln. Viel­leicht ist es die Ein­stel­lung, die sich än­dern muss, so­wohl in For­schung und Ent­wick­lung als auch in Füh­rung und Ma­na­ge­ment. Das sind im Üb­ri­gen fast die glei­chen Pro­ble­me wie die, vor de­nen ja­pa­ni­sche Un­ter­neh­men ste­hen.

Was mei­nen Sie mit Än­de­rung der Ein­stel­lung?
BROWN Zwei Din­ge: Ers­tens ein ver­netz­te­res, platt­form­ba­sier­tes Den­ken. Mei­ner Er­fah­rung nach liegt der Fo­kus in deut­schen Un­ter­neh­men – un­ab­hän­gig von ih­rer Grö­ße – stark auf ih­rem In­nen­le­ben. Das macht vie­les schwie­rig und muss sich än­dern. Na­tür­lich ist das eine gro­be Ver­ein­fa­chung; ich weiß, dass vie­le groß­ar­ti­ge deut­sche Un­ter­neh­men eine sehr gute Ver­bin­dung zum Markt ha­ben. Mein zwei­ter Ge­dan­ke ist, dass Pro­duk­te und Ser­vices sich we­ni­ger an Spe­zi­fi­ka­tio­nen und mehr am Feed­back aus­rich­ten soll­ten. Da­durch ent­steht die Fä­hig­keit, Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen stän­dig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Mit Tim Brown sprach HBM-Re­dak­teur Ing­mar Höh­mann.
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