Um die Eckegedacht

HBM August 2017

Was
Ein Pro­blem wird in sein Ge­gen­teil ver­kehrt. Die­ses An­ti­pro­blem dient als Aus­gangs­punkt für die Lö­sungs­su­che.

Wa­rum
Häu­fig ver­stellt die Kom­ple­xi­tät ei­nes Pro­blems den Blick auf gute Lö­sun­gen. Die Fra­ge um­zu­keh­ren för­dert eine an­de­re Her­an­ge­hens­wei­se und führt zu un­ge­wohn­ten Per­spek­ti­ven. Spie­le­risch wer­den so die fun­da­men­ta­len Prin­zi­pi­en ei­nes Pro­blems ana­ly­siert. Die­ses tiefe­re Ver­ständ­nis und die da­bei ent­ste­hen­den krea­ti­ven An­sät­ze die­nen als In­spi­ra­ti­on für die ei­gent­li­che Pro­blem­lö­sung.
Die Me­tho­de eig­net sich be­son­ders, wenn die Lö­sungs­ent­wick­lung ins Sto­cken ge­rät. Sie bringt fri­schen Wind in die Dis­kus­si­on und of­fen­bart, wo ein Lö­sungs­an­satz mög­li­cher­wei­se dem Pro­blem wi­der­spricht. Je ex­tre­mer das An­ti­pro­blem de­sto krea­ti­ver die Ide­en.

Wie
1Be­schrei­ben Sie das Pro­blem. Be­trach­ten Sie da­bei sei­ne ver­schie­de­nen Be­stand­tei­le.
2Ver­keh­ren Sie das Pro­blem in­klu­si­ve sei­ner Be­stand­tei­le in das Ge­gen­teil, und be­schrei­ben Sie das An­ti­pro­blem.
3Sam­meln Sie in der Grup­pe mög­li­che Lö­sungs­ide­en für das An­ti­pro­blem.
4Dis­ku­tie­ren Sie ge­mein­sam, wel­che neu­en Er­kennt­nis­se Sie hin­sicht­lich des ei­gent­li­chen Pro­blems ge­won­nen ha­ben, und über­tra­gen Sie die An­ti­lö­sun­gen auf das ei­gent­li­che Pro­blem. Wich­tig: Alle Teil­neh­mer soll­ten neue Ide­en zur Pro­blem­lö­sung wäh­rend der Dis­kus­si­on fest­hal­ten – am bes­ten durch eine klei­ne Skiz­ze.

Gren­zen
Bei sehr spe­zi­fi­schen Pro­ble­men kann die De­fi­ni­ti­on ei­nes An­ti­pro­blems kniff­lig wer­den. Den­noch hilft die Me­tho­dik, sich mit dem Pro­blem sehr tief ge­hend zu be­fas­sen, und för­dert so qua­li­ta­tiv gute Lö­sungs­an­sät­ze.
Das Anti-Pro­blem
In Kür­ze
Be­nö­tig­tes Ma­te­ri­al: Pa­pier, mit­tel­di­cke Stif­te
Pro­blem­lö­sungs­pha­se: Be­ginn
Teil­neh­mer­zahl: bis zu 5
Schwie­rig­keits­grad: leicht
Zeit­be­darf: 30–45 Mi­nu­ten
Quel­le: Die Me­tho­dik ba­siert auf dem Spiel „Re­ver­se It“, ei­nem Teil der De­sign Ga­mes, die von der Ex­pe­ri­ence­De­si­gne­rin Don­na Spencer ent­wi­ckelt wur­den. Sie woll­te da­mit die Ent­wick­lung nut­zer­freund­li­cher In­ter­fa­ces för­dern.
Bi­so­zia­ti­on
Was
Bi­so­zia­ti­on ist eine be­son­de­re Form der As­so­zia­ti­ons­tech­nik, bei der es dar­um geht, geis­ti­ge Den­k­rou­ti­nen zu durch­bre­chen. An­ders als bei der As­so­zia­ti­on for­dert die Bi­so­zia­ti­on dazu auf, zwei üb­li­cher­wei­se nicht mit­ein­an­der in Ver­bin­dung ste­hen­de Be­grif­fe ge­dank­lich mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen.

Quel­le: Der Be­griff Bi­so­zia­tion­wur­de 1964 in An­leh­nung an das Wort As­so­zia­ti­on durch den Schrift­stel­ler Ar­thur Koest­ler in sei­nem Werk „The Act of Crea­ti­on“ ein­ge­führt. Laut Koest­ler ist die Bi­so­zia­ti­on ein Schöp­fungs­akt, der die Ent­ste­hung von Kunst­wer­ken so­wie das Ge­win­nen wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nis­se er­klärt.

Quel­le: Die ur­sprüng­li­chen Scam­per-Prin­zi­pi­en ge­hen auf den Au­tor und Wer­be­fach­mann Alex Os­bor­ne zu­rück. Er ver­öf­fent­lich­te sie 1953 in sei­nem Buch „Ap­p­lied Ima­gi­na­ti­on: Prin­cip­les and Pro­ce­du­res of Crea­ti­ve Pro­blem Sol­ving“. Das Akro­nym Scam­per wur­de von Bob Eber­le ge­prägt, der die Prin­zi­pi­en 1973 in eine an­wend­ba­re, greif­ba­re Me­tho­de über­führ­te und in sei­nem Buch „SCAM­PER: Ga­mes for Ima­gi­na­ti­on De­ve­lop­ment“ ver­öf­fent­lich­te.

Quel­le: Die Me­tho­dik wur­de 1986 von dem Phy­si­ker, Psy­cho­lo­gen und Er­fin­der Ed­ward De Bono in dem gleich­na­mi­gen Buch „6 Thin­king Hats“ ver­öf­fent­licht. Mitt­ler­wei­le kann die Me­tho­dik von zer­ti­fi­zier­ten De­Bo­no-Trai­nern er­lernt wer­den.
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