Wofür die Plackerei?

FALLSTUDIE:

HBM Juni 2017

An ei­nem Frei­tag im April merk­te Flo­ri­an Schür­mann, dass sich et­was ver­än­dert hat­te. Der Ver­trie­bs­lei­ter DACH des Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rers Aumo zeich­ne­te ge­ra­de die Spe­sen­ab­rech­nun­gen sei­ner Mit­ar­bei­ter ab. Da klopf­te Hans-Her­mann Pe­ters, sein Vor­ge­setz­ter, ge­gen die ge­öff­ne­te Bü­ro­tür. Hans-Her­mann Pe­ters, ge­nannt HP, woll­te eine gute Nach­richt über­brin­gen – so dach­te er zu­min­dest. Die bei­den Män­ner nah­men in der klei­nen Sitze­cke in Schür­manns Büro Platz. „Flo­ri­an, du hast ja mit­be­kom­men, dass der Marktein­tritt in den USA nicht ganz so ein Selbst­läu­fer ist, wie wir das ge­hofft hat­ten. Wir müs­sen kurz­fris­tig ein Team rü­ber­schi­cken und der Re­gu­lie­rungs­be­hör­de in Wa­shing­ton klar­ma­chen, dass Pro­tek­tio­nis­mus kei­ne Lö­sung ist. Und mit un­se­ren Freun­den von Tes­la füh­ren wir auch ernst zu neh­men­de Ge­sprä­che. Ich selbst bin auch da­bei. So­gar Thor­mann kommt mit.“ Er mach­te eine klei­ne Pau­se. „Und ich hät­te dich gern an Bord.“ Schür­mann riss die Au­gen auf und hielt kurz die Luft an. Pe­ters lach­te. „Ja, ich weiß, du machst bis­lang den deutsch­spra­chi­gen Markt. Aber ich traue dir mehr zu. Wir müs­sen uns für die USA neu auf­stel­len.“ Schür­mann fand sei­ne Spra­che wie­der. Doch sei­ne Wor­te klan­gen ton­los, als er sag­te: „Toll. Die USA sind der wich­tigs­te Markt für un­se­re Ex­pan­si­onss­tra­te­gie.“ „Ja, ge­nau. Wir dür­fen kei­ne Zeit ver­lie­ren“, sag­te Pe­ters, er­hob sich und klopf­te mit der rech­ten Hand auf den Tisch. „In die­sem Sin­ne, ich muss wei­ter. Chris­ti­ne bucht am Mon­tag un­se­re Flü­ge. Bring dei­nen Pass mit.“ In der Tür dreh­te er sich noch mal um und mach­te eine ni­cken­de Be­we­gung in Rich­tung des Kin­der­fo­tos an der Wand. „Und den Rück­flug nimmst du so, dass du Sams­tag wie­der zu Hau­se bist.“
Flo­ri­an Schür­mann blieb noch einen Mo­ment sit­zen und starr­te auf die Tür, durch die Pe­ters ge­ra­de ver­schwun­den war. Er ver­such­te, sei­ne Ge­füh­le zu deu­ten, und wur­de nur im­mer ver­wirr­ter: Sein Chef woll­te ihn mit­neh­men auf die USA-Rei­se, von der das Team schon die gan­ze Wo­che sprach. Er wür­de da­bei sein bei den wirk­lich wich­ti­gen Ge­sprä­chen, die wich­tigs­ten Deals des Jah­res ab­schlie­ßen, dazu viel Face-Time mit Pe­ters und Joa­chim Thor­mann, dem In­ha­ber von Aumo. Er hat­te aus Aumo einen der füh­ren­den Ent­wick­ler von elek­tro­hy­drau­li­schen Brem­sen ge­macht – Aumo-Brem­sen wan­del­ten Be­we­gungs­ener­gie in elek­tri­sche Ener­gie um statt in nutz­lo­se Wär­me. Ent­spre­chend be­gehrt war Au­mos Tech­nik der­zeit auf dem wach­sen­den Markt der Elek­tro­mo­bi­li­tät.
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