Psychologie: Vorsicht, Schleimer!

HBM Juni 2017

Lob ist et­was Schö­nes. CEOs kom­men im ei­ge­nen Un­ter­neh­men häu­fig in sei­nen Ge­nuss. Das Aus­maß der Un­auf­rich­tig­keit, das viel­fach da­hin­ter­steckt, dürf­te die meis­ten al­ler­dings über­ra­schen. Denn ak­tu­el­le For­schungs­er­geb­nis­se le­gen nahe, dass die ver­meint­li­che An­er­ken­nung und die da­mit ver­bun­de­ne Un­ter­stüt­zung oft ge­nau das Ge­gen­teil be­deu­ten: Ver­rat. Für ihre Un­ter­su­chun­gen ana­ly­sier­ten Wis­sen­schaft­ler über drei Jah­re ins­ge­samt 3895 Be­zie­hun­gen zwi­schen CEOs und an­de­ren Füh­rungs­kräf­ten in mitt­le­ren und großen Un­ter­neh­men. Wie sich zeig­te, be­las­ten Schmei­che­lei­en die Ver­hält­nis­se – ge­ra­de in der Füh­rungs­rie­ge. Denn wenn Top­ma­na­ger ih­rem Chef schmei­cheln, kommt das für sie ei­ner Er­nied­ri­gung gleich. In den meis­ten Fäl­len löst dies Frus­tra­ti­on und Ab­leh­nung aus – und er­höht die Nei­gung, etwa in in­of­fi­zi­el­len Ge­sprä­chen mit Jour­na­lis­ten schlecht über den Chef zu spre­chen. Da­bei ist die Form hin­ter­häl­ti­ger Her­ab­set­zung sehr un­ter­schied­lich. Sie reicht von an­ge­deu­te­tem Miss­fal­len bis hin zu har­scher Kri­tik. Oft kön­nen sich CEOs nicht er­klä­ren, wer hin­ter sol­chen An­grif­fen steckt. Die Mit­glie­der des ei­ge­nen Füh­rungs­teams zei­gen sich schließ­lich tag­täg­lich ko­ope­ra­tiv und spa­ren nicht mit An­er­ken­nung, so ihr (falscher) Ein­druck. Wie die Wis­sen­schaft­ler her­aus­fan­den, sind über­durch­schnitt­lich oft weib­li­che CEOs und Spit­zen­ma­na­ger aus an­de­ren Kul­tur­krei­sen sol­chen Tak­ti­ken aus­ge­setzt. Doch un­ab­hän­gig von Ge­schlecht, Re­li­gi­on und Haut­far­be soll­te all­zu viel Lob oh­ne­hin je­den CEO skep­tisch ma­chen.

Quel­le: Ga­reth Kee­ves et al.: „Tho­se Clo­sest Wield the Shar­pest Kni­fe“, Ad­mi­nis­tra­ti­ve Science Quar­ter­ly
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