„Freiheit ist das neue Statussymbol“

ARBEITSWELT:

HBM April 2017

Herr Kea­ne, Sie wol­len mit Ih­ren Bü­ro­kon­zep­ten die Ar­beits­kul­tur ver­bes­sern. Doch den meis­ten Men­schen ist ihr Job herz­lich egal, wie Stu­di­en zu En­ga­ge­ment und Mo­ti­va­ti­on von Mit­ar­bei­tern zei­gen. Ist das nicht ein Kampf ge­gen Wind­müh­len?
KEA­NE Im Ge­gen­teil. Ich glau­be, dass wir an ei­nem Wen­de­punkt ste­hen. Die Ar­beits­welt ver­än­dert sich. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ha­ben Un­ter­neh­men ihre Pro­zes­se op­ti­miert: Sie sind ef­fi­zi­ent und ska­lier­bar. Re­geln und Kenn­zah­len sor­gen da­für, dass we­nig Feh­ler ent­ste­hen. Kom­ple­xe Tä­tig­kei­ten wur­den in klei­ne Häpp­chen ge­teilt, so­dass sie von fast je­dem er­le­digt wer­den kön­nen. Hier lässt sich kaum noch et­was op­ti­mie­ren, und die Un­ter­schie­de zwi­schen kon­kur­rie­ren­den Un­ter­neh­men sind mar­gi­nal. Wor­auf es heu­te an­kommt, sind die Mit­ar­bei­ter. Wer ein hoch mo­ti­vier­tes Team hat, kann er­heb­lich mehr leis­ten. Das wird umso wich­ti­ger, als alle Un­ter­neh­men ver­su­chen, ihre Pro­duk­te im­mer schnel­ler auf den Markt zu brin­gen. Da­für brau­chen wir mehr in­di­vi­du­el­le In­itia­ti­ve, mehr Krea­ti­vi­tät und mehr Kom­mu­ni­ka­ti­on. In­dem wir dem Be­dürf­nis nach in­di­vi­du­el­ler Ent­fal­tung am Ar­beits­platz Raum ge­ben, kön­nen wir einen Bei­trag dazu leis­ten. Und zwar im Ein­klang mit den In­ter­es­sen je­des Ein­zel­nen. Ar­beit soll­te nicht nur Mit­tel zum Zweck sein, son­dern in­spi­rie­rend.

Wie wird dar­aus ein Wett­be­wer­bs­vor­teil?
KEA­NE Un­se­re Ar­beits­welt ver­mit­telt häu­fig die Bot­schaft, dass in­di­vi­du­el­le Be­dürf­nis­se und Wün­sche für Un­ter­neh­men nicht wich­tig sind. Kein Wun­der, dass sich laut Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Gal­lup 87 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer ih­rem Un­ter­neh­men emo­tio­nal nicht oder kaum ver­bun­den füh­len. Wür­den die Ma­schi­nen in den Fa­bri­ken so in­ef­fi­zi­ent ein­ge­setzt wie die Mit­ar­bei­ter, wä­ren die Sta­ke­hol­der au­ßer sich.
Stel­len Sie sich vor, Sie hät­ten es plötz­lich mit ei­nem Wett­be­wer­ber zu tun, bei dem 87 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter en­ga­giert ih­ren Job ma­chen. Wäre das nicht ein be­ängs­ti­gen­der Geg­ner?
In den jähr­li­chen Gal­lup-Un­ter­su­chun­gen ist der An­teil je­ner Mit­ar­bei­ter, die sich dem Un­ter­neh­men emo­tio­nal ver­bun­den füh­len, seit Lan­gem re­la­tiv kon­stant – ob­wohl sich die Ar­beitsplät­ze und die Füh­rungs­kul­tur in den letz­ten Jah­ren sehr ver­än­dert ha­ben.

Mit Jim Kea­ne sprach HBM-Re­dak­teur Mi­cha­el Leitl.
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