Im Sog der Technik

HBM März 2017

Die Dis­rup­ti­on ei­ner Bran­che wird in der Re­gel be­glei­tet von Schre­ckens­nach­rich­ten über sin­ken­de Um­sät­ze, von der Hilf­lo­sig­keit im Um­gang mit neu­en Wett­be­wer­bern und von Er­folgs­ge­schich­ten zu­nächst be­lä­chel­ter Un­der­dogs. Eine der Bran­chen, der die­se Art von Dooms­day-Er­leb­nis be­vor­steht, ist die der Un­ter­neh­mens­be­ra­ter. „Es ist nur eine Fra­ge der Zeit, bis die Dis­rup­ti­on im Be­ra­ter­ge­schäft voll zu­schlägt“, schrieb Har­vard-Pro­fes­sor Clay­ton Chris­ten­sen im No­vem­ber 2013 im Har­vard Busi­ness Ma­na­ger und zeich­ne­te ein Bild ge­prägt von Kon­so­li­die­rung und Wett­be­werb.
Vor­der­grün­dig hat sich seit­her we­nig ge­tan. Das Be­ra­tungs­ge­schäft boomt re­gel­recht. Die be­kann­ten Mar­ken McKin­sey, Bo­ston Con­sul­ting Group (BCG) und Bain so­wie die Wirt­schafts­prü­fer be­herr­schen wie eh und je die vor­de­ren Plät­ze im Ran­king. Die Um­satz­kur­ven wei­sen steil nach oben. In Deutsch­land hat sich der Be­ra­tungs­markt von 2005 bis 2015 auf knapp 30 Mil­li­ar­den Euro mehr als ver­dop­pelt. Nach In­for­ma­tio­nen von ma­na­ger ma­ga­zin wuch­sen die drei Top­be­ra­tungs­häu­ser 2015 in Deutsch­land mit zwei­stel­li­gen Ra­ten. Und auch die Zahl der Be­ra­tungs­un­ter­neh­men ist nicht ge­schrumpft.
Ein ge­naue­rer Blick of­fen­bart: Vie­le der von Chris­ten­sen an­ge­kün­dig­ten Ver­än­de­run­gen sind in vol­lem Gang. Seit 2013 steigt die Zahl der Fu­sio­nen und Über­nah­men in der Bran­che. Jüngs­tes Bei­spiel ist der für den Som­mer ge­plan­te Kauf des glo­ba­len Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens CEB durch die Gart­ner Group. Mit großem Er­folg wei­ten auch die Wirt­schafts­prü­fun­gen ihr Con­sul­ting­ge­schäft aus. Welt­weit be­ra­ten sie ge­mes­sen am Um­satz mehr als die klas­si­schen An­bie­ter. Von 2010 bis 2015 leg­te das Be­ra­tungs­ge­schäft der größ­ten Wirt­schafts­prü­fer Ernst & Young, De­loit­te, KPMG und PwC um 64 Pro­zent zu. Dazu kom­men zahl­rei­che neu ge­grün­de­te Un­ter­neh­men, die vor al­lem im Be­reich der Di­gi­ta­li­sie­rung und In­no­va­ti­on ihre Diens­te an­bie­ten.
Die Ver­än­de­run­gen in der Bran­che wer­den von den Kun­den vor­an­ge­trie­ben. Vie­le Tau­send ehe­ma­li­ge Be­ra­ter ar­bei­ten mitt­ler­wei­le im mitt­le­ren und obe­ren Ma­na­ge­ment. Al­lein die drei größ­ten Be­ra­ter McKin­sey, BCG und Bain ha­ben mehr als 50 000 Alum­ni in ih­rem Netz­werk. Je­der von ih­nen bringt sein Wis­sen über die Me­tho­den der Un­ter­neh­men­s­ent­wick­lung in sei­ne Ar­beit ein. Vie­le Kon­zer­ne be­trei­ben heu­te ei­ge­ne Be­ra­tungs­ab­tei­lun­gen. Die Fol­gen: Der Um­fang der ein­zel­nen Pro­jek­te sinkt, und die Un­ter­neh­men grei­fen mehr in die Aus­wahl und Steue­rung von Res­sour­cen ein. Zahl­rei­che Kon­zer­ne ent­wi­ckeln ihre Stra­te­gie lie­ber selbst – und las­sen sich von meh­re­ren un­ter­schied­li­chen Be­ra­tun­gen as­sis­tie­ren. Da­bei kom­men Spe­zia­lis­ten zum Zug, die für ein­zel­ne Auf­ga­ben be­auf­tragt wer­den. Bei Eon un­ter­stütz­te zum Bei­spiel McKin­sey beim Spar­pro­gramm, Spe­zi­al­wis­sen lie­fern Fach­be­ra­ter, bei der Vor­be­rei­tung für die Aus­glie­de­rung des kon­ven­tio­nel­len Strom­ge­schäfts half BCG. Die Zei­ten des Haus- und Hof­be­ra­ters sind vor­bei.
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