Wagniskapital auf Abwegen

CORPORATE VENTURE CAPITAL:

HBM März 2017

Den meis­ten Leu­ten ist der tra­di­tio­nel­le An­satz von Ri­si­ko­ka­pi­tal­ge­bern gut be­kannt: Eine Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft split­tet ihr Ka­pi­tal auf ein Port­fo­lio von Start-up-Un­ter­neh­men auf, weil sie sich dar­über im Kla­ren ist, dass die meis­ten von ih­nen schei­tern wer­den. Sie geht da­von aus, dass die Ren­di­ten, die ihr die we­ni­gen er­folg­rei­chen In­ves­ti­tio­nen ein­brin­gen, die Ver­lus­te aus den an­de­ren Be­tei­li­gun­gen wett­ma­chen und das Ge­samt­pa­ket im bes­ten Fall so­gar ex­trem pro­fi­ta­bel ma­chen kön­nen.
Seit mehr als 40 Jah­ren exis­tiert je­doch noch ein an­de­res Mo­dell: Cor­po­ra­te Ven­ture Ca­pi­tal, bei dem ein sehr großes Un­ter­neh­men in Start-ups in­ves­tiert. Häu­fig ar­bei­ten die­se in an­gren­zen­den Bran­chen. Tra­di­tio­nel­le Ri­si­ko­ka­pi­tal­ge­ber ha­ben aus­schließ­lich die fi­nan­zi­el­le Ren­di­te im Blick, die Kon­zer­ne hin­ge­gen ver­fol­gen bei ih­ren Be­tei­li­gun­gen in der Re­gel stra­te­gi­sche Zie­le. Sie ha­ben er­kannt, dass Großun­ter­neh­men oft nicht mit der Fä­hig­keit von Start-ups mit­hal­ten kön­nen, re­vo­lu­tio­näre Neue­run­gen auf den Markt zu brin­gen. Also set­zen sie ihre in­ter­nen Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten ein, um Ein­blick in neue Pro­duk­te zu er­hal­ten, die ihre Wett­be­wer­bs­po­si­ti­on be­ein­träch­ti­gen könn­ten. Und wenn sie her­aus­fin­den, dass eine In­no­va­ti­on tat­säch­lich das Po­ten­zi­al hat, einen Markt um­zu­krem­peln, kön­nen sie das Start-up früh­zei­tig über­neh­men.
Zu­min­dest ist dies die Theo­rie, und sie hat sich in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren als recht über­zeu­gend er­wie­sen. Von 2011 bis 2015 ist die An­zahl kon­zer­nei­ge­ner Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von 1068 auf 1501 ge­stie­gen. Und von 2012 bis 2015 hat sich die Sum­me ih­rer In­ves­ti­tio­nen auf mehr als 75 Mil­li­ar­den Dol­lar ver­fünf­facht. Aber mit der wach­sen­den Zahl von Un­ter­neh­men in dem Be­reich geht ei­ni­gen Markt­be­ob­ach­tern zu­fol­ge auch eine Än­de­rung der Ziel­set­zung ein­her. Statt sich zu­vor­derst dar­an zu ori­en­tie­ren, wie sie die stra­te­gi­sche Po­si­ti­on der Mut­ter­un­ter­neh­men ver­bes­sern kön­nen, schei­nen vie­le Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten in ers­ter Li­nie dar­auf aus zu sein, hohe fi­nan­zi­el­le Ren­di­ten zu er­zie­len – ge­nau wie tra­di­tio­nel­le Wag­nis­ka­pi­tal­fir­men.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
4
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
3
Zeichen:
15.938
Nachdrucknummer:
201703008
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben