Scheinheilige Glücksbringer

KOMMENTAR:

HBM Februar 2017

Unter­neh­men wie Goo­gle, Zap­pos und et­li­che Start-ups ha­ben den CHO in­au­gu­riert, den „Chief Hap­pi­ness Of­fi­cer“. Kein Witz! In der Mi­nia­tur­aus­ga­be heißt er „Feel­good-Ma­na­ger“. Sei­ne Auf­ga­be: Mit­ar­bei­ter glück­lich ma­chen. Emo­ti­ons­ma­na­ge­ment. Schiebt man den „Geht's noch?“-Re­flex bei­sei­te und öff­net sich der in­hä­ren­ten Lo­gik, dann mi­schen sich be­trie­bs­wirt­schaft­li­ches In­ter­es­se und Für­sor­ge. Ei­ner­seits muss man auf den Per­so­nal­märk­ten punk­ten. Zu­dem will man Mit­ar­bei­ter bin­den; man ge­wöhnt sich schnell an schein­bar kos­ten­lo­se Ser­vices. Dar­über hin­aus will man die Res­sour­ce Hu­man­ka­pi­tal mo­ti­vie­ren: Nur glück­li­che Mit­ar­bei­ter (äl­te­re Le­ser er­in­nern sich viel­leicht noch an die „glück­li­chen Kühe“ aus der Milch­wer­bung) sind pro­duk­tiv. In­ter­essant ist auch, dass sich bis­lang nur In­ter­net­un­ter­neh­men die­sem Trend an­ge­schlos­sen ha­ben; wer im­mer nur auf Mo­ni­to­re starrt und kaum Kon­takt mit leib­haf­ti­gen Kun­den hat, der ver­misst of­fen­bar das mo­ti­vie­ren­de Auf­leuch­ten in de­ren Au­gen.
Be­trach­ten wir das Gan­ze ent­schie­den hu­mor­los und re­flek­tie­ren die ba­si­s­tra­gen­den An­nah­men.

1. Glück ist mach­bar
Zu­nächst: Nie­mand weiß, was Glück ist. Je­den­falls nicht, was es in ei­nem ver­all­ge­mei­ner­ba­ren Sinn ist. Und nie­mand kann es di­rekt an­stre­ben. Glück ist viel­mehr eine nicht be­ab­sich­tig­te Be­gleiter­schei­nung in­di­vi­du­el­len Tuns und kaum ge­eig­net, es plan­voll her­bei­zu­füh­ren. Es ent­zieht sich der Mess­bar­keit, ja der Be­sprech­bar­keit. Und es ist flüch­tig. Er­kennt­nis­theo­re­tisch ist es im­mer schon vor­bei, wenn man es als sol­ches iden­ti­fi­ziert. Denn der Mo­ment des Glücks ist be­wusst­los. Raum und Zeit sind auf­ge­ho­ben, man ist voll­stän­dig „in“ der Si­tua­ti­on. Wenn man sich des­sen be­wusst wird, ist man der Si­tua­ti­on schon ent­stie­gen. Man schaut auf sie zu­rück, be­trach­tet und be­wer­tet sie. Über ein Glück­lich­sein kann man also im­mer erst im Nach­hin­ein spre­chen. Man kann streng ge­nom­men nur sa­gen: „Ich war glück­lich.“
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