Grenzen des Wachstums

FALLSTUDIE:

HBM Februar 2017

Am lie­bs­ten fährt Pete Wal­ker je­den Mor­gen zu­erst ein­mal um sei­ne Fel­der. Na­tür­lich könn­te er sei­ne Pflan­zen auch an den Com­pu­ter­bild­schir­men im Farm­haus über­wa­chen; aber es freut ihn, den be­stell­ten Bo­den und die aus der Erde her­vor­sprie­ßen­den Pflan­zen zu se­hen, den Ge­ruch von rei­fen Feld­früch­ten zu at­men. Zu­frie­den lehnt er sich dann in sei­nem Jeep zu­rück, trinkt Kaf­fee und rich­tet sei­nen Blick auf den Ho­ri­zont. Un­ter dem blass­blau­en, wie im­mer wol­ken­lo­sen ka­li­for­ni­schen Him­mel deh­nen sich die fast 10 000 Hektar der Wal­ker Farms vor ihm aus.
So auch heu­te. In ei­ner Stun­de wür­den sei­ne Ge­schwis­ter zu der re­gel­mä­ßig statt­fin­den­den Ge­sell­schaf­ter-kon­fe­renz ein­tref­fen, drei Schwes­tern und zwei Brü­der. Ob­wohl sie Pete vor vier Jah­ren ein­stim­mig zum Nach­fol­ger ih­res al­tern­den Va­ters Grant als CEO der Farm ge­wählt hat­ten, wa­ren alle sechs Ge­schwis­ter gleich­be­rech­tig­te An­teils­eig­ner und hat­ten eine Stif­tung ge­grün­det, die auch ih­ren Kin­dern zu­gu­te­kam.
Der ers­te Punkt auf ih­rer Ta­ges­ord­nung war die Ober­flä­chen­was­ser­zu­tei­lung, die in die­sem Jahr auf­grund ei­ner an­hal­ten­den Dür­re­pe­ri­ode im Staat Ka­li­for­ni­en wie­der ein­mal bei null lag. Das war zwar kei­ne Ka­ta­stro­phe (die Farm hat­te in den Bau von Brun­nen zum An­zap­fen von Grund­was­ser und in Tropf­be­wäs­se­rung in­ves­tiert, um das Was­ser so ef­fi­zi­ent wie mög­lich zu nut­zen), aber den­noch eine Ent­täu­schung. In den letz­ten drei Jah­ren hat­ten sie fast 2500 Hektar ih­res Lan­des brach lie­gen las­sen müs­sen, und es schmerz­te Pete, in die­sem Früh­jahr wo­mög­lich wie­der zu die­ser Maß­nah­me ge­zwun­gen zu sein.
In sei­ner Kind­heit hat­te er sei­nen Va­ter stets auf die Fel­der be­glei­tet und be­ob­ach­tet, wie die­ser mit Pflan­zen und Tech­no­lo­gi­en ex­pe­ri­men­tier­te, mit de­ren Hil­fe die Farm Tro­cken­pe­ri­oden leich­ter über­ste­hen konn­te. Statt des Ge­trei­des, der Baum­woll­pflan­zen und Me­lo­nen, die sie in Pe­tes Ju­gend an­ge­baut hat­ten, spe­zia­li­sier­ten sich die Wal­ker Farms jetzt auf Pro­duk­te, die haupt­säch­lich in Ka­li­for­ni­en kul­ti­viert wur­den, wie bei­spiels­wei­se Man­deln, Pi­sta­zi­en und To­ma­ten. Durch die­se Markt­füh­rer­schaft konn­ten sie einen Teil der hö­he­ren Was­ser­kos­ten an die Ver­brau­cher wei­ter­ge­ben.
Vor etwa zehn Jah­ren war Pete au­ßer­dem er­folg­reich in die Ver­ar­bei­tung von Man­deln, To­ma­ten und Tief­kühl­ge­mü­se ein­ge­stie­gen: In­zwi­schen be­sa­ßen die Wal­ker Farms große An­tei­le an drei Fa­bri­ken im Cen­tral Val­ley.
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