Fair und transparent

PERFORMANCE-MANAGEMENT:

HBM Januar 2017

Kaum je­mand, der es nicht kennt: die­ses mul­mi­ge Ge­fühl, das sich auf dem Weg ins Chef­bü­ro ein­stellt, wenn es dar­um geht, die ei­ge­ne Leis­tung des ver­gan­ge­nen Jah­res zu be­spre­chen. Sol­che Ter­mi­ne ma­chen kaum je­man­dem Freu­de – Leis­tungs­be­ur­tei­lun­gen sind oft ge­nug vor al­lem sub­jek­tiv ge­färbt und da­mit un­aus­ge­wo­gen. Wir füh­len uns in Schub­la­den sor­tiert, in die wir nicht pas­sen. Dass das Feed­back für un­se­re Ar­beit häu­fig mit großem zeit­li­chen Ab­stand er­folgt, macht die Sa­che nicht bes­ser.
Des­halb ist es we­nig über­ra­schend, dass al­lein im Jahr 2015 rund 30 der ame­ri­ka­ni­schen „For­tu­ne“-500-Kon­zer­ne be­schlos­sen, auf Leis­tungs­be­ur­tei­lun­gen kom­plett zu ver­zich­ten. Den­noch soll­ten wir das Kind nicht mit dem Bade aus­schüt­ten. Denn na­tür­lich wird die Ar­beits­leis­tung von Mit­ar­bei­tern wei­ter­hin be­wer­tet – auch wenn die of­fi­zi­el­len Sys­te­me dazu nicht mehr exis­tie­ren. Der Ein­zel­ne hat jetzt al­ler­dings kei­nen Ein­blick mehr. Die Be­ur­tei­lun­gen er­fol­gen nun im Hin­ter­grund und nach Ge­fühl – und zwar ohne dass die eva­lu­ier­ten Mit­ar­bei­ter die Mög­lich­keit hät­ten, ihre Sicht der Din­ge dar­zu­le­gen.
Leis­tung ist der Wert, den ein Mit­ar­bei­ter zum Un­ter­neh­men bei­trägt. Und die­ser Wert muss in ir­gend­ei­ner Form be­rück­sich­tigt wer­den. Schließ­lich ent­schei­det er über Ge­halts­er­hö­hun­gen und Be­för­de­run­gen. Dar­über be­steht auch in der Wis­sen­schaft kein Zwei­fel, wie kürz­lich in der Fach­zeit­schrift „In­dus­tri­al and Or­ga­ni­za­tio­nal Psy­cho­lo­gy“ zu le­sen war. Das Ur­teil der For­scher ist ein­deu­tig: „Leis­tung wird auf die eine oder an­de­re Wei­se im­mer be­ur­teilt.“ Und wenn ein Un­ter­neh­men kei­ne for­mel­len Re­ge­lun­gen hier­für hat, er­fol­gen Be­ur­tei­lun­gen eben auf an­de­ren We­gen und schei­nen aus dem Nichts zu kom­men.
Bei Fa­ce­book ha­ben wir un­ser Be­ur­tei­lungs­sys­tem vor ein paar Jah­ren über­prüft. Dazu ha­ben wir Fo­kus­grup­pen ge­bil­det und an­schlie­ßend mehr als 300 Mit­ar­bei­ter um ihre Mei­nung ge­be­ten. Das Er­geb­nis war ein­deu­tig: 87 Pro­zent woll­ten die Leis­tungs­be­wer­tung be­hal­ten.
Es stimmt schon: Eva­lu­ie­rungs­run­den ver­ur­sa­chen Kos­ten. Aber sie ha­ben durch­aus ihre Vor­tei­le. Wir ha­ben uns aus drei Grün­den da­für ent­schie­den, dar­an fest­zu­hal­ten. Sie lau­ten: Fair­ness, Trans­pa­renz und Wei­ter­ent­wick­lung.

FAIR­NESS HER­STEL­LEN
Wir alle wol­len, dass Be­ur­tei­lun­gen fair und zu­tref­fend sind. Sie sind es im Er­geb­nis zwar nicht im­mer, aber den­noch ist Ma­na­gern und Mit­ar­bei­tern ein of­fi­zi­el­les Be­wer­tungs­sys­tem lie­ber als gar kei­nes. Das zeig­te eine glo­ba­le Um­fra­ge der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung CEB un­ter 9000 Ma­na­gern und Mit­ar­bei­tern. In je­der Or­ga­ni­sa­ti­on gibt es Men­schen, die mit ih­ren Boni un­zu­frie­den sind oder die sich bei ei­ner Be­för­de­rungs­run­de über­gan­gen füh­len. Al­ler­dings kön­nen sie bes­ser da­mit le­ben, wenn sie das Ge­fühl ha­ben, dass der Be­wer­tungs­pro­zess fair ab­läuft. Dazu braucht es glaub­wür­di­ge Be­ur­tei­len­de, die sich en­ga­gie­ren und ehr­lich dar­um be­müht sind, ihre Auf­ga­be so gut wie mög­lich zu er­fül­len. Und es braucht den In­put und die Mit­spra­che des Mit­ar­bei­ters selbst. Ohne einen sol­chen Pro­zess tappt der Be­ur­teil­te im Dunklen, weil er letzt­lich nicht weiß, wer ihn nach wel­chen Kri­te­ri­en be­wer­tet hat.
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