Büroromanze mit Folgen

FALLSTUDIE:

HBM November 2016

Brad: Wie wär's mit ei­nem Drink nach dem letz­ten Mee­ting?
Eli­z­abeth: Die gan­ze Trup­pe?
Brad: Nur wir zwei. Die an­de­ren flie­gen nach Hau­se.
Eli­z­abeth: Okay. Ho­tel­bar um 7?
Brad: Bis dann.

An die­sem ers­ten Abend lief wei­ter nichts. Ja, Brad hat­te mit ihr ge­flir­tet, und sie hat­te zu­rück­ge­flir­tet. Zwei Stun­den lang hat­ten sie an der Bar ge­ses­sen. Aber sie war klug ge­nug, es da­bei zu be­las­sen. Er war der Fi­nanz­vor­stand ei­nes Soft­wa­re-Start-ups mit rund 75 Mit­ar­bei­tern. Sie war die Star­ver­käu­fe­rin des Un­ter­neh­mens. Bei­de be­such­ten hier eine Kon­fe­renz mit je­der Men­ge Bran­chen­kon­tak­ten, al­les auf Spe­sen. Viel­leicht wür­de sich aus dem Flirt et­was ent­wi­ckeln, viel­leicht auch nicht. Aber wenn ja, dann woll­te sie, dass der An­fang sich rich­tig an­fühl­te.

Ada: Und – be­reit für das große Date?
Eli­z­abeth: Ner­vös ...
Ada: Weil er dein Chef ist? ;)
Eli­z­abeth: Ist er nicht! Nur Vor­stand­sebe­ne. Und ex­trem schlau.
Ada: Häss­lich ist er auch nicht.

Es stimm­te. Brad war nicht ihr Chef, er lei­te­te als CFO die Fi­nanz­ab­tei­lung. Sie war dem Ver­trie­bs­lei­ter un­ter­stellt und der sei­ner­seits dem COO. Sie und Brad hat­ten im Ta­ges­ge­schäft kaum mit­ein­an­der zu tun. Nä­her ken­nen­ge­lernt hat­ten sie sich erst in den letz­ten Mo­na­ten, nach­dem sie ge­be­ten wor­den war, auf ei­ni­gen In­ves­to­ren­kon­fe­ren­zen zu spre­chen. Dort soll­te sie ih­ren Ver­kaufs­ser­mon, mit dem sie un­zäh­li­ge Kun­den er­folg­reich be­quatscht hat­te, et­was um­for­mu­liert zum Bes­ten ge­ben.
Als Brad sie ein paar Tage nach den Drinks in der Ho­tel­bar zu ei­nem „rich­ti­gen Date“ ein­lud, zö­ger­te Eli­z­abeth zu­nächst – ob das eine gute Idee war? Aber er ver­si­cher­te ihr, dass sie nicht ge­gen Fir­men­re­geln vers­tie­ßen. Er war we­der ihr Vor­ge­setz­ter, noch be­stimm­te er über ihr Ge­halt. Und auf­grund ih­res Stan­dings im Un­ter­neh­men wa­ren sie prak­tisch fast auf ei­ner Ebe­ne. Er moch­te sie, re­spek­tier­te sie und woll­te sie bes­ser ken­nen ler­nen. Also sag­te sie ja, und es wur­de ein fan­tas­ti­scher Abend.

Brad: War toll ges­tern!
Eli­z­abeth: Viel­leicht zu toll?
Brad: Zu toll gibt's nicht. Nächs­ten Frei­tag wie­der? Beim neu­en Thai­län­der?
Eli­z­abeth: Okay, aber das bleibt erst mal un­ter uns, ja?
Brad: Klar ;)

Drei Wo­chen lang konn­ten die bei­den ihre be­gin­nen­de Be­zie­hung ge­heim hal­ten. Dann wur­den sie am Sams­tag­abend in ei­nem Re­stau­rant am an­de­ren Ende der Stadt von zwei Kol­le­gen ge­se­hen und muss­ten Far­be be­ken­nen. Am Mon­tag­mor­gen wuss­te prak­tisch das gan­ze Büro Be­scheid. Es gab Tu­sche­lei­en un­ter den Frau­en und stän­dig gut­mü­ti­ge Frot­ze­lei­en von den männ­li­chen Ver­trie­bs­kol­le­gen.
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