Ruth Westheimer

FÜNF MINUTEN MIT ...

HBM Juni 2016

Frau West­hei­mer, ha­ben Sie es je­mals be­reut, Ihre aka­de­mi­sche Kar­rie­re auf­ge­ge­ben zu ha­ben?
WEST­HEI­MER Nein, aber das mag si­cher­lich auch dar­an lie­gen, dass ich im­mer einen Fuß in der Tür zur Welt der Wis­sen­schaft be­hal­ten habe. Ge­wiss, ich war auf den Co­ver-Sei­ten von Ma­ga­zi­nen wie „Peo­ple“ und ging zu den Talks­hows von Da­vid Let­ter­man oder Ar­se­nio Hall – auch weil die­se ein jun­ges Pu­bli­kum hat­ten, das ich gern er­rei­chen woll­te. Aber ich habe mich be­wusst da­für ent­schie­den, par­al­lel Sach­bü­cher zu schrei­ben und wis­sen­schaft­li­che Vor­trä­ge zu hal­ten, und ich habe im­mer mehr Me­di­enan­fra­gen ab­ge­sagt als zu­ge­sagt. Ein­mal hat mich „Sa­tur­day Night Live“ ge­fragt, ob ich Gast­ge­ber ei­ner Sen­dung sein woll­te. Ich habe ab­ge­lehnt, weil ich da­nach eine gan­ze Wo­che Er­ho­lungs­zeit ge­braucht hät­te.

Sie schaf­fen es, sen­si­ble The­men an­zu­spre­chen, ohne Men­schen zu brüs-kie­ren. Was ist Ihr Er­folgs­ge­heim­nis?
WEST­HEI­MER Ich war über 50, als ich mei­ne ers­te ei­ge­ne Fern­sehs­how hat­te, des­we­gen sah man mich nie mit tie­fem Dekolleté oder kur­z­em Rock auf dem Bild­schirm. Ich woll­te nicht jün­ger aus­se­hen, als ich war – viel­leicht ist das ei­ner der Grün­de. Mein deut­scher Ak­zent hat mir auch ge­hol­fen. Als ich in die USA zog, sag­te man mir, ich müs­se Sprach­un­ter­richt neh­men, wenn ich hier un­ter­rich­ten wol­le – mein Ak­zent sei stö­rend. Da­bei hat er mir sehr ge­hol­fen, er wur­de mein Mar­ken­zei­chen. Wenn Men­schen das Ra­dio an­schal­te­ten und mich hör­ten, wuss­ten sie so­fort, dass ich es war, die da sprach. Und ich hat­te das Glück ei­ner gu­ten Aus­bil­dung; an der Cor­nell Uni­ver­si­ty stu­dier­te ich bei He­len Sin­ger Kaplan, die ein Grund­la­gen­werk über Se­xual­the­ra­pie ge­schrie­ben hat. Hin­zu kommt, dass ich ein di­rek­ter Men­sch bin, der kein Blatt vor den Mund nimmt.
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