Auf der Suche nach der schnellen Truppe

FALLSTUDIE:

HBM Juni 2016

Wäh­rend Ken­ta­ro Ha­ya­shi das Hemd sei­ner Uni­form zu­knöpf­te, frag­te er sich, ob er das wirk­lich durch­zie­hen soll­te. Der Pre­si­dent von RSA Ground, ei­nem Un­ter­neh­men, das für sei­nen Mut­ter­kon­zern Ri­sing Sun Air­li­nes in ganz Ja­pan Flug­zeu­ge war­te­te, war in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten enorm un­ter Druck ge­ra­ten. Dank der ho­hen Nach­fra­ge flog Ri­sing Sun häu­fi­ger als je­mals zu­vor. Auch die Aus­las­tung der Flie­ger er­reich­te Spit­zen­wer­te. Gleich­zei­tig je­doch wa­ren die Um­lauf­zei­ten – also wie lan­ge die Crews von RSA Ground für die Rei­ni­gung, Über­prü­fung, Be­stückung mit Le­bens­mit­teln und Be­tan­kung ei­nes Flug­zeugs be­nö­ti­gen – im Lau­fe des ver­gan­ge­nen Jah­res von durch­schnitt­lich 12 auf 20 Mi­nu­ten an­ge­stie­gen. Die­se Ver­zö­ge­run­gen wa­ren in Zei­ten op­ti­mier­ter Flug­plä­ne, knap­per Zeit­fens­ter für Ab­flü­ge und an­spruchs­vol­ler Pas­sa­gie­re teu­er.
Die Ur­sa­che des Pro­blems war leicht fest­zu­stel­len. Die glei­che An­zahl von Mit­ar­bei­tern muss­te nun mehr Ar­beit er­le­di­gen. Ei­nes war Ken je­doch klar: Be­vor der Vor­stand ei­ner Auf­sto­ckung des Per­so­nals zu­stim­men wür­de, muss­ten zu­erst die be­ste­hen­den Ar­beits­ab­läu­fe op­ti­miert wer­den. Nach meh­re­ren er­geb­nis­lo­sen Be­spre­chun­gen mit sei­ner ope­ra­ti­ven Ge­schäfts­füh­re­rin, der Per­so­nal­che­fin und Un­ter­neh­mens­be­ra­tern fass­te er den Ent­schluss, die An­ge­le­gen­heit selbst in die Hand zu neh­men.
Des­halb trug er nun eine Uni­form von RSA Ground. Er woll­te sich als Mit­glied ei­nes Rei­ni­gungs­teams aus­ge­ben und so die Be­trie­b­sab­läu­fe aus ers­ter Hand ken­nen­ler­nen. Er be­gann dort, wo die Ver­zö­ge­run­gen am größ­ten wa­ren: am Na­ri­ta In­ter­na­tio­nal Air­port nörd­lich von To­kio. Ken woll­te ein Ge­fühl da­für be­kom­men, wie sei­ne An­ge­stell­ten mit den ver­schie­de­nen Flug­zeug­ty­pen um­gin­gen, von den klei­nen Jets für Kurz­stre­cken bis zu den rie­si­gen Lang­stre­cken­flie­gern mit meh­re­ren Ka­bi­nen. Des­halb wür­de er spä­ter in Rei­ni­gungs- und War­tungs­teams an drei wei­te­ren Flug­hä­fen mit­ar­bei­ten – Ha­ne­da, Osa­ka und Sen­dai.
Dais­hi Is­ha­ru, der CEO von Ri­sing Sun, hat­te erst ein­mal herz­haft la­chen müs­sen, als Ken ihn um Er­laub­nis für sein Vor­ha­ben bat. „Ich be­wun­de­re Ih­ren Un­ter­neh­mungs­geist, Ken­ta­ro­san – nicht nur an der Front, son­dern auch in der Toi­let­te!“ Dann aber war er mit erns­ter Mie­ne fort­ge­fah­ren: „Ich wer­de das Vor­ha­ben na­tür­lich un­ter­stüt­zen. Da­für will ich aber auch Re­sul­ta­te se­hen. In ei­ner Wo­che lie­fern Sie mir einen Vor­schlag, wie wir wie­der zu­rück auf 12 Mi­nu­ten kom­men, wenn nicht so­gar auf 10. Je schnel­ler wir einen Um­lauf er­le­di­gen, de­sto zu­frie­de­ner sind un­se­re Kun­den und de­sto mehr Er­trag er­zie­len wir.“
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