„Es gibt zu viel Blabla“

INTERVIEW:

HBM April 2016

Herr Os­ter­wal­der, wie schreibt ein Ma­na­ge­ment­for­scher einen in­ter­na­tio­na­len Best­sel­ler?
OS­TER­WAL­DER Was bei uns sehr spe­zi­ell war, und zwar von An­fang an, war, dass wir ein glo­ba­les Pu­bli­kum im Vi­sier hat­ten. Mein Dok­tor­va­ter Yves Pigneur, mit dem ich mein ers­tes Buch ge­schrie­ben habe, ori­en­tier­te sich ge­nau wie ich schon sehr früh am In­ter­net. Ich hat­te seit Län­ge­rem einen Blog und stell­te mei­ne Dis­ser­ta­ti­on für alle ver­füg­bar ins Netz. Un­ser Buch „Busi­ness Mo­del Ge­ne­ra­ti­on“ ha­ben wir dann im Prin­zip über ein On­li­ne­por­tal co-kre­i­ert. Wir ha­ben ge­sagt: Ihr könnt mit­hel­fen, einen po­ten­zi­el­len Best­sel­ler zu schrei­ben. Das war na­tür­lich naiv. Ich hat­te kei­ne Ah­nung, wel­che Mas­sen an Bü­chern je­des Jahr er­schei­nen. Aber wir hat­ten eine Idee, und wir hat­ten durch mei­nen Blog schon eine klei­ne Com­mu­ni­ty.
Wir ha­ben dann den Zu­gang ver­kauft, zu­erst für 25 Dol­lar und am Schluss für 250 Dol­lar. Wer mit­mach­te, stand nach­her mit sei­nem Na­men im Buch. Die Com­mu­ni­ty be­stand aus Prak­ti­kern aus der gan­zen Welt. Das hat ex­trem ge­hol­fen. Sie wa­ren un­se­re Mar­ke­ting­ma­schi­ne: Die 470 Leu­te, die mit­mach­ten, ta­ten al­les, um das Buch wei­ter­zu­ver­brei­ten. Sie wa­ren ja be­geis­tert von dem Pro­dukt. Wir ha­ben uns auch von An­fang an auf das Eng­li­sche kon­zen­triert. Die meis­ten Leu­te wis­sen gar nicht, dass die Idee aus der Schweiz kommt.

Der Be­griff „Busi­ness Mo­del Can­vas“, wie Sie Ihr Tool nen­nen, hört sich auch eher nach Si­li­con Val­ley an.
OS­TER­WAL­DER Ein­mal hat mich je­mand aus Genf an­ge­ru­fen, das ist die Nach­bar­stadt von Lau­san­ne. Er hat ge­sagt: „Ich will mit dir zu­sam­men­ar­bei­ten. Kann ich dich ein­flie­gen?“ Da habe ich ihm ge­sagt: „So weit ist das gar nicht.“ Er mein­te: „Was, du bist nicht in Ka­li­for­ni­en?“ Busi­ness Mo­dels wa­ren im­mer ein The­ma, das fast nur mit dem Si­li­con Val­ley as­so­zi­iert wur­de – auch wenn das heu­te viel­leicht ein biss­chen we­ni­ger der Fall ist.

Ist die An­nah­me, dass gute Ma­na­ge­menti­de­en aus den USA kom­men müs­sen, der Grund da­für, dass auch gute For­scher von deut­schen Uni­ver­si­tä­ten in­ter­na­tio­nal nicht durch­drin­gen?
OS­TER­WAL­DER Da kann ich nur spe­ku­lie­ren. Viel­leicht ist der deut­sche Markt für vie­le schon groß ge­nug. Der eine oder an­de­re hält es nicht un­be­dingt für nö­tig, über die­sen Mark­trand hin­aus­zu­schau­en. An­de­rer­seits ken­ne ich vie­le Leu­te, un­ter an­de­rem aus Ös­ter­reich, mit de­nen ich beim The­ma Ge­schäfts­mo­del­le zu­sam­men­ge­ar­bei­tet habe, die schon im­mer in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­tet wa­ren und auf Eng­lisch ge­schrie­ben ha­ben.
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