Wenn die Stärke zum Nachteil wird

FALLSTUDIE:

HBM März 2016

Lange hat­ten sich Mar­co Ti­ke­kar und Reza Ra­ste­gar über ihr schein­bar un­lös­ba­res Pro­blem den Kopf zer­bro­chen. Schließ­lich wa­ren sie zu ei­ner Rad­tour ent­lang der ka­li­for­ni­schen Küs­te auf­ge­bro­chen. Nach ei­ni­gen Mei­len leg­ten sie eine Pau­se ein und stell­ten ihre Rä­der un­ter ei­nem Eu­ka­lyp­tus­baum vor dem Kon­fe­renz­zen­trum ei­nes Wein­guts ab. Die­ser Halt war al­les an­de­re als zu­fäl­lig, denn bei­de wuss­ten, dass Fun­ders Plat­form, ein Kon­kur­rent ih­res Start-ups And Found, auf die­sem Wein­gut ein Net­wor­king-Event ab­hielt. Sie wa­ren neu­gie­rig, wel­che Art von Leu­ten sich dazu ein­fin­den wür­de. Sie soll­ten es bald her­aus­fin­den.
„Mar­co! Reza! Was macht ihr denn hier?“, be­grüß­te sie ihre alte Freun­din Cyn­thia Fin­lay, die sich im Si­li­con Val­ley als Busi­ness An­gel einen Na­men ge­macht hat­te.
„Und was machst du hier?“, frag­te Ti­ke­kar. Er hat­te nicht ge­dacht, dass Fun­ders Plat­form für so hoch­ka­rä­ti­ge In­ves­to­ren wie Fin­lay in­ter­essant sein könn­te. Auch Reza Ra­ste­gar schi­en völ­lig ver­blüfft. Et­was ner­vös mach­te er sich an sei­nem Rad zu schaf­fen.
„Nur weil ich euch und eure We­b­si­te mag, heißt das doch nicht, dass ich nicht weiß, was sonst noch so vor sich geht“, sag­te Fin­lay. „Die­se Jungs sind wirk­lich gut dar­in, In­ves­to­ren mit viel­ver­spre­chen­den Start-ups zu­sam­men­zu­brin­gen. Das ist wie Speed­da­ting. Ich habe heu­te si­cher schon mit 20 Un­ter­neh­mern ge­spro­chen. Aber kei­ne Sor­ge“, füg­te sie hin­zu. „Für euch sind die kei­ne Be­dro­hung. Die be­rech­nen hef­ti­ge Ge­büh­ren – Tau­sen­de für die Un­ter­neh­men, 500 Dol­lar pro Deal für die In­ves­to­ren. Mit eu­rem kos­ten­lo­sen Ser­vice kön­nen die nie­mals kon­kur­rie­ren!“
Kos­ten­lo­ser Ser­vice – das war na­tür­lich der haus­ho­he Vor­teil von And Found. Die On­li­ne­platt­form And Found von Mar­co Ti­ke­kar und Reza Ra­ste­gar brach­te In­ves­to­ren mit ei­ner hand­ver­le­se­nen Aus­wahl von Start-ups zu­sam­men. Aus die­sem Grund war der Ser­vice, den die bei­den 2012 ins Le­ben ge­ru­fen hat­ten, bei den Be­nut­zern so be­liebt. Aber mög­li­cher­wei­se war ge­ra­de das auch ein Schwach­punkt in ih­rem Ge­schäfts­mo­dell. Ge­nau um die­ses Pro­blem war es in den hit­zi­gen De­bat­ten im Büro ge­gan­gen, vor de­nen bei­de dann schließ­lich auf dem Fahr­rad ge­flo­hen wa­ren.
Ti­ke­kar setz­te sei­nen Fahr­rad­helm wie­der auf. „Stimmt schon“, sag­te er. „Ein kos­ten­lo­ser Ser­vice ist un­schlag­bar – so­lan­ge er über­le­ben kann.“

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