Zu viel auf dem Zettel

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HBM März 2016

Team­ar­beit oder an­de­re For­men der Grup­pen­ar­beit ha­ben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren un­se­re Ar­beits­welt er­obert. In ei­ner im­mer durch­läs­si­ge­ren und glo­ba­len Ge­schäfts­welt schei­nen star­re Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tu­ren die falsche Wahl zu sein. Eine enge Ver­net­zung der Mit­ar­bei­ter un­ter­ein­an­der gilt in­zwi­schen als Ba­sis für den Un­ter­neh­mens­er­folg. Wir ha­ben in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren zahl­rei­che Da­ten zum The­ma ge­sam­melt. Die Zeit, die Vor­ge­setz­te und Mit­ar­bei­ter mit ko­ope­ra­ti­ven Tä­tig­kei­ten ver­brin­gen, hat dem­nach um mehr als 50 Pro­zent zu­ge­nom­men.
Vie­les an die­ser Ent­wick­lung ist be­grü­ßens­wert, aber der Trend hat durch­aus auch eine Kehrsei­te: Zeit ist eine wert­vol­le Res­sour­ce, die na­tür­lich nicht fol­gen­los ver­schwen­det wer­den kann. Ma­chen Sie spa­ßes­hal­ber ein­mal den Selbst­test: Wie viel Zeit ver­brin­gen Sie und Ihre Mit­ar­bei­ter in ei­ner durch­schnitt­li­chen Ar­beits­wo­che in Be­spre­chun­gen, am Te­le­fon und mit der Be­ant­wor­tung von E-Mails? In vie­len Un­ter­neh­men liegt die­ser Wert in­zwi­schen bei etwa 80 Pro­zent. Kein Wun­der, dass im­mer mehr Men­schen das Ge­fühl ha­ben, kaum noch Zeit für die Auf­ga­ben zu ha­ben, für die sie ei­gent­lich ein­ge­stellt wor­den sind. Statt sich um die­se küm­mern zu kön­nen, wer­den sie von ei­ner La­wi­ne aus Bit­ten und Ratschlä­gen über­rollt und müs­sen dau­ernd an Be­spre­chun­gen teil­neh­men. Na­tür­lich geht das auf Kos­ten ih­rer Per­for­man­ce; im­mer mehr Men­schen neh­men des­halb Ar­beit mit nach Hau­se (was im Aus­nah­me­fall zwar to­le­ra­bel ist, aber schnell zu Burn-out und ei­ner ho­hen Mit­ar­bei­ter­f­luk­tua­ti­on füh­ren kann, wenn es zur Re­gel wird).
Hin­zu kommt, dass die Ar­beits­be­las­tung in Teams in den meis­ten Un­ter­neh­men sehr un­gleich­mä­ßig ver­teilt ist. Eine an­de­re Stu­die von uns, die wir in mehr als 300 Un­ter­neh­men durch­ge­führt ha­ben, be­legt, dass 20 bis 35 Pro­zent al­ler wert­schöp­fen­den Ko­ope­ra­tio­nen von nur 3 bis 5 Pro­zent der dar­an be­tei­lig­ten Mit­ar­bei­ter ge­leis­tet wer­den. Je qua­li­fi­zier­ter und hilfs­be­rei­ter ein Mit­ar­bei­ter ist, de­sto hö­her ist auch die Wahr­schein­lich­keit, dass er bei wich­ti­gen Pro­jek­ten hin­zu­ge­zo­gen wird (und de­sto häu­fi­ger wird er ge­be­ten, in die­sen auch eine tra­gen­de Rol­le zu spie­len). Eine ak­tu­el­le Stu­die von Ning Li, As­si­stant Pro­fes­sor am Tip­pie Col­le­ge of Busi­ness der Uni­ver­si­ty of Iowa, zeigt, dass über­en­ga­gier­te Mit­ar­bei­ter (die sich ne­ben ih­rem Job­pro­fil auch für an­de­re Be­lan­ge im Un­ter­neh­men ein­set­zen) den Out­put ei­nes Teams durch ihr Mit­wir­ken we­sent­lich mehr be­ein­flus­sen als alle an­de­ren Team­mit­glie­der zu­sam­men­ge­nom­men.
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