Führe mich nicht in Versuchung

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HBM März 2016

Frau Pro­fes­so­rin De­sai, kön­nen wir uns ge­gen ei­ge­nes Fehl­ver­hal­ten wapp­nen, in­dem wir un­se­re mo­ra­li­schen Wer­te zur Schau stel­len? Er­klä­ren Sie bit­te Ihre For­schungs­er­geb­nis­se.
DE­SAI Wir ha­ben ganz klar fest­ge­stellt: Wenn Men­schen sich ent­schei­den, et­was Un­et­hi­sches zu tun, wer­den sie mit viel ge­rin­ge­rer Wahr­schein­lich­keit je­man­den in die­se An­ge­le­gen­heit hin­ein­zie­hen, der mit ei­nem Zi­tat auf sei­ne mo­ra­li­schen Wer­te hin­weist. Statt­des­sen spre­chen sie lie­ber an­de­re Team­mit­glie­der an.
Und noch et­was an­de­res ha­ben wir her­aus­ge­fun­den: Wenn die Pro­ban­den mit solch ei­nem Zi­tat kon­fron­tiert wur­den, war die Wahr­schein­lich­keit, dass sie über­haupt eine zwei­fel­haf­te Nach­richt ver­schick­ten, ins­ge­samt ge­rin­ger. Ein mo­ra­li­sches Zi­tat schütz­te also nicht nur die Team­kol­le­gen da­vor, um einen un­red­li­chen Ge­fal­len ge­be­ten zu wer­den. Es lenk­te of­fen­bar auch die Pro­ban­den in ethisch kor­rek­te Bah­nen.

Wel­ches Zi­tat wur­de ih­nen ge­zeigt?
DE­SAI „Er­folg ohne Ehr­bar­keit ist schlim­mer als Be­trug.“ Die­se Weis­heit ver­mit­telt einen kla­ren ethi­schen Stand­punkt. Das neu­tra­le Zi­tat da­ge­gen lau­te­te: „Er­folg und Glück ge­hen Hand in Hand.“ Für eine an­de­re Stu­die nutz­ten wir kei­ne E-Mail-Nach­rich­ten, son­dern ba­ten die Team­mit­glie­der, klei­ne di­gi­ta­le Avat­a­re von sich zu er­schaf­fen. Die Pro­ban­den glaub­ten so­gar, dass es in der Stu­die um die Avat­a­re gehe. Die Shirts der Avat­a­re tru­gen Mar­ken­na­men – ei­ni­ge da­von wa­ren „mo­ra­li­scher“ Na­tur wie etwa YourMorals.org, an­de­re nicht. Das Er­geb­nis äh­nel­te dem der ers­ten Stu­die: Wenn die Pro­ban­den den Avat­ar ei­nes Team­mit­glieds mit ei­nem „mo­ra­li­schen“ Mar­ken­na­men sa­hen, ver­such­ten sie nicht, den Kol­le­gen zur Teil­nah­me an ei­ner Täu­schung zu über­re­den. In ei­ner drit­ten Stu­die ar­bei­te­ten wir mit Pri­ming – ei­ner Art Steue­rung des Den­kens –, so­dass die Pro­ban­den sich vor Be­ginn des Spiels macht­voll fühl­ten. Da­mit woll­ten wir her­aus­fin­den, ob Macht­ge­füh­le den Ef­fekt des mo­ra­li­schen Ta­lis­mans ab­schwä­chen kön­nen. Aber das war nicht der Fall; die Er­geb­nis­se äh­nel­ten sich auch hier.
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