Köpfchen statt Muskeln

KOMMENTAR:

HBM Februar 2016

Lange Zeit trau­te man Eu­ro­pa nicht viel zu – we­der in Be­zug auf di­gi­ta­le Ge­schäfts­mo­del­le noch was den Grün­der­geist an­geht. Jun­ge eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­men sei­en dort chro­nisch un­ter­fi­nan­ziert und er­reich­ten nie die kri­ti­sche Grö­ße, um für Wag­nis­ka­pi­tal­ge­ber wirk­lich in­ter­essant zu sein, hieß es. Das Maß al­ler Din­ge ist seit je­her das Si­li­con Val­ley. Im Mo­ment aber las­sen eu­ro­päi­sche Start-ups auf­hor­chen. Sie ha­ben in vie­len Ka­te­go­ri­en auf­ge­holt. Ein gu­ter Zeit­punkt, um das Spiel­feld der Ame­ri­ka­ner zu ver­las­sen und sich dar­auf zu be­sin­nen, wo Eu­ro­pä­er von je­her stark sind.
Be­zo­gen auf die rei­ne Grö­ße, ist die eu­ro­päi­sche Grün­der­sze­ne si­cher ein Zwerg. Be­trach­ten wir die so­ge­nann­ten Un­i­corns – große Start-ups mit ei­ner Be­wer­tung von über ei­ner Mil­li­ar­de US-Dol­lar: Schät­zun­gen zu­fol­ge be­trägt der ku­mu­la­ti­ve Wert die­ser Un­ter­neh­men in den USA 700 Mil­li­ar­den Dol­lar, in Eu­ro­pa le­dig­lich ein Zehn­tel des­sen. Doch in Zu­kunft kommt es mög­li­cher­wei­se nicht mehr auf die Grö­ße al­lein an, son­dern auf an­de­re Qua­li­tä­ten.
Wir Eu­ro­pä­er ha­ben ein neu­es Un­ter­neh­mer­tum für uns ent­deckt. In der eu­ro­päi­schen Un­i­corn-Lis­te fin­den sich zahl­rei­che deut­sche Start-ups: Ne­ben dem In­ter­net-Mo­de­kauf­haus Za­lan­do auch we­ni­ger be­kann­te wie Woo­ga (Ga­ming), So­und­cloud (Mu­sik) oder Hel­lo­fresh (Le­bens­mit­tel). Grün­der zu sein ist heu­te das, was In­vest­ment­ban­ker oder Un­ter­neh­mens­be­ra­ter frü­her war: der Traum­job vie­ler be­gab­ter Ab­sol­ven­ten. Er­folg­reich sind Un­ter­neh­mer nicht nur, wenn sie ein Le­ben lang für die Fir­ma da sind, die sie ge­grün­det ha­ben. Schnel­ler Wert­zu­wachs und ein er­folg­rei­cher Exit sind sa­lon­fä­hig ge­wor­den. Dazu ge­hört aber un­be­dingt, Er­fah­run­gen mit an­de­ren zu tei­len und in un­ter­stüt­zen­de In­fra­struk­tu­ren zu in­ves­tie­ren. Die­se eu­ro­päi­sche Spe­zia­li­tät schlägt sich auch in Zah­len nie­der: Zwi­schen 1997 und 2013 ist die Zahl der Ak­ze­le­ra­to­ren und In­ku­ba­to­ren um 400 Pro­zent ge­wach­sen.
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