„Twitter ist die dicke Uhr der Neuzeit“

INTERVIEW:

HBM Februar 2016

Herr Born­schein, am Te­le­fon oder bei ei­ner Vi­deo­kon­fe­renz ist kein Platz für klas­si­sche Sta­tus­sym­bo­le wie die teu­re Uhr, den ed­len Duft, das mit Tro­phä­en de­ko­rier­te Eck­bü­ro. Wie schüch­te­re ich jetzt ein?
BORN­SCHEIN Wenn Sie Ihre Ver­hand­lung in die neu­en Me­di­en ver­le­gen, müs­sen Sie auch Ih­ren Ruf dort auf­bau­en. Es ist re­pu­ta­ti­ons­bil­dend, wie Ihr Twit­ter-Ac­count aus­sieht. Dort Ex­per­ten­sta­tus zu ha­ben und vie­le Tau­send Fol­lower – das ist die di­cke Uhr der Neu­zeit. Twit­ter ist hier be­son­ders span­nend: Es ist ein dop­pelt öf­fent­li­ches Me­di­um – je­man­dem zu fol­gen ist ohne des­sen Zu­stim­mung mög­lich. Ich kann so zu na­he­zu je­dem eine Be­zie­hung auf­bau­en.

Sich in die Mas­se der Fol­lower ei­ner Per­son ein­zu­rei­hen, was für eine Art von Be­zie­hungs­auf­bau ist das?
BORN­SCHEIN Eine Me­tho­de ist, auf sich auf­merk­sam zu ma­chen, in­dem man die Tweets sei­ner Ziel­per­son favt, ret­wee­tet oder in­for­miert rea­giert. Im klas­si­schen Ge­schäft heißt das Be­zie­hungs­auf­bau. Jetzt, wenn ich die Auf­merk­sam­keit des an­de­ren habe, kann ich mich im Vor­feld der Ver­hand­lung in­ter­essant ma­chen, selbst In­for­ma­tio­nen tei­len und sub­ku­tan Din­ge mit­ge­ben, die in der Ver­hand­lung gar nicht zur Spra­che kom­men, aber trotz­dem re­le­vant sind. Bei an­de­ren Netz­wer­ken kann ich das nicht – wenn der an­de­re mei­ne An­fra­ge nicht be­ant­wor­tet, dann wird es dort eher pein­lich.

Neh­men wir den klas­si­schen Fall: Eine De­le­ga­ti­on reist an zur Ver­hand­lung, es gibt drei Tage um­fang­rei­ches Pro­gramm, ge­mein­sa­me Mahl­zei­ten. Aber auch ein fes­tes Ende, hohe Kos­ten. Der Druck, der da­durch auf die Be­tei­lig­ten aus­ge­übt wird, zwingt fast dazu, ein Er­geb­nis mit­zu­brin­gen. Was bleibt da­von?
BORN­SCHEIN Ein con­trol­ling­ge­trie­be­nes Un­ter­neh­men wür­de jetzt sa­gen: Macht eine Vi­deo­kon­fe­renz. Der eben be­schrie­be­ne Ri­tus ist ob­so­let.

Und jetzt – gibt es neue Ri­ten und Co­des? Oder wird al­les ge­stri­chen bis auf die knall­har­te Ver­hand­lung?
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