Angriff von Amazon

ONLINEHANDEL:

HBM Februar 2016

Ama­zon star­te­te be­kannt­lich einst als On­li­ne­buch­händ­ler, doch 20 Jah­re spä­ter gibt es kaum noch ein Pro­dukt, das Sie nicht auf der We­b­si­te kau­fen kön­nen. Mit vie­len Ar­ti­keln geht das Un­ter­neh­men un­ter sei­nem Grün­der und CEO Jeff Be­zos wie ein her­kömm­li­cher Ein­zel­händ­ler um: Es er­zielt Ge­win­ne durch Preis­auf­schlä­ge. An­de­re Gü­ter stam­men von Frem­dan­bie­tern – Händ­lern, die Ama­zon be­zah­len, um die We­b­si­te als Ver­trie­bs­platt­form nut­zen zu kön­nen. Wenn Sie bei Ebay et­was ver­kau­fen wol­len, fin­den Sie dort ein ver­gleich­ba­res Mo­dell.
Ge­schäfts­mo­del­le, die auf Platt­for­men be­ru­hen, sind an­ge­sag­ter denn je. Bei­spie­le sind der Mit­fahr­dienst Uber so­wie das Pri­vat­woh­nungs­por­tal Airb­nb. Das ers­te ver­bin­det Fahr­gäs­te mit Fah­rern, das zwei­te Rei­sen­de mit Un­ter­künf­ten. Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men wie Fa­ce­book, Ap­p­le und Twit­ter ge­hen ähn­li­che Wege, in­dem sie ex­ter­ne Soft­wa­re- und App-Ent­wick­ler in ihre Öko­sys­te­me ein­bin­den. Wag­nis­ka­pi­tal­ge­ber lie­ben das Platt­form­mo­dell, weil es die Be­trei­ber in die Lage ver­setzt, ihr Ge­schäft auch mit ge­rin­gen Mit­teln enorm aus­zu­wei­ten. Airb­nb bei­spiels­wei­se konn­te als Ver­mitt­ler sehr schnell sehr groß wer­den. Hät­te das Un­ter­neh­men selbst Ho­tels bau­en und be­trei­ben müs­sen, wäre das nicht mög­lich ge­we­sen.
Feng Zhu, As­si­stant Pro­fes­sor im Be­reich Tech­no­lo­gie und Ope­ra­ti­ons Ma­na­ge­ment der Har­vard Busi­ness School, hat sich ein­ge­hend mit Platt­form­mo­del­len be­schäf­tigt. Schon zu Be­ginn sei­ner For­schungs­ar­beit be­rich­te­ten ihm Frem­dan­bie­ter auf Ama­zon wie­der­holt von ei­ner großen Sor­ge: Was ge­schieht, wenn Ama­zon nicht nur Käu­fer und Ver­käu­fer zu­sam­men­bringt, son­dern sich dazu ent­schließt, selbst Kon­kur­renz­pro­duk­te an­zu­bie­ten? Je mehr Ver­käu­fer Zhu an­sprach, de­sto kla­rer wur­de ihm, dass es sich hier­bei nicht nur um eine hy­po­the­ti­sche Fra­ge han­del­te. „Aus Sicht der Händ­ler be­trei­ben die Ei­gen­tü­mer ihre Platt­form im Prin­zip wie ein La­bor: Sie las­sen die Teil­neh­mer Neu­es aus­pro­bie­ren und mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren. Dann pi­cken sie sich die Ro­si­nen her­aus und bie­ten die bes­ten, ge­winn­brin­gends­ten Pro­duk­te selbst an“, sagt Zhu.

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