Traumjob mit Makel

FALLSTUDIE:

HBM Januar 2016

David Lee kam gleich zur Sa­che: „Ich habe Neu­ig­kei­ten für Sie“, ver­kün­de­te der Prä­si­dent der US-ame­ri­ka­ni­schen Ab­tei­lung von Han­guk In­dus­tries sei­nem Protégé Mark Brown, der als Vice Pre­si­dent für den Tech­no­lo­gie­be­reich des ko­rea­ni­schen Kon­zerns zu­stän­dig war.
„Gute Neu­ig­kei­ten?“, frag­te Brown.
„Das kommt dar­auf an“, mein­te Lee. „Man will Ih­nen den Pos­ten in Seoul an­bie­ten. Sie er­hal­ten dem­nächst eine of­fi­zi­el­le E-Mail von der Per­so­nal­ab­tei­lung.“
Als großer, wachs­tums­star­ker ko­rea­ni­scher Misch­kon­zern war Han­guk in den ver­schie­dens­ten Bran­chen tä­tig: Elek­tro­nik, Bio­tech­no­lo­gie, Trans­port, Bau­we­sen und Che­mie. Im er­folg­reichs­ten Ge­schäfts­be­reich, der Mo­bil­te­le­fo­nie, wur­de ak­tu­ell ein neu­er Soft­wa­re­ent­wick­lungs­lei­ter für die Zen­tra­le in Seoul ge­sucht. Die Mo­bil­te­le­fo­nie­ab­tei­lung hat­te ge­ra­de einen großen Auf­trag von ei­nem be­deu­ten­den Mo­bil­funk­be­trei­ber in Ka­tar er­hal­ten und soll­te in den nächs­ten sechs Mo­na­ten ein maß­ge­schnei­der­tes Smart­pho­ne­sys­tem für das Han­dy­netz des Kun­den im Na­hen Os­ten eta­blie­ren. Das Füh­rungs­team des Kon­zerns wür­de die­ses Pro­jekt ge­nau über­wa­chen, da die Ex­pan­si­on in ara­bi­sche Län­der zu den wich­tigs­ten stra­te­gi­schen Zie­len von Han­guk ge­hör­te.
Für Brown schi­en das ge­nau der Traum­job zu sein, nach dem er sich schon so lan­ge ge­sehnt hat­te.
„Das sind ja fan­tas­ti­sche Neu­ig­kei­ten!“, rief er er­freut. „Oder etwa nicht?“ Er ver­stand nicht, wa­rum Lee ihn so nach­denk­lich be­trach­te­te. Na­tür­lich ließ kein Vor­ge­setz­ter einen ge­schätz­ten Mit­ar­bei­ter gern ge­hen, aber Lee war schließ­lich nicht nur Browns Chef, son­dern gleich­zei­tig auch sein Men­tor. Er hat­te Brown im­mer dazu ge­drängt, sei­ne be­ruf­li­che Kar­rie­re vor­an­zu­trei­ben. Au­ßer­dem war es eine in­ter­ne Be­för­de­rung mit ei­nem Drei­jah­res­ver­trag. Die bei­den wür­den also nach wie vor im sel­ben Kon­zern tä­tig sein. Viel­leicht wür­de Brown nach sei­nem Gast­spiel in der ko­rea­ni­schen Kon­zern­zen­tra­le so­gar nach San Fran­cis­co zu­rück­keh­ren.
„Ich weiß, dass das für Sie ein Pro­blem wäre“, sag­te Brown. „Aber hier gibt es doch ei­ni­ge Mit­ar­bei­ter, die mei­nen Platz ein­neh­men könn­ten.“
„Ich möch­te nur si­cher­ge­hen, dass Sie auch wirk­lich die rich­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen“, fass­te Lee sei­ne Be­den­ken in vor­sich­ti­ge Wor­te. „Wenn ich da­von über­zeugt wäre, wür­de ich die­sen Schritt hun­dert­pro­zen­tig be­für­wor ten. Aber ich weiß nicht, ob Ko­rea ein ge­eig­ne­ter Ar­beits­platz für Sie wäre – in be­ruf­li­cher und auch in pri­va­ter Hin­sicht. Au­ßer­dem wer­den Sie bei die­ser Tä­tig­keit häu­fig im Na­hen Os­ten zu tun ha­ben.“
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
9
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
8
Zeichen:
47.359
Nachdrucknummer:
201601084
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben